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Reviews of the year 2005:


Above This Fire "In Perspective" CD (Life Sentence Records)



"In Perspective" ist eine interessante Angelegenheit, da die Band mutig klassischen, melodischen Old School Hardcore mit Iron Maidon artigen Metal Riffs kombiniert und nette brutale Breakdowns fabriziert. Klingt irgendwie komisch, ist es aber nicht. Denn es kommen energiereiche und vor Kraft strotzende Songs heraus. Ein weiterer eigener Aspekt von Above This Fire ist die relativ hohe Stimmlage des Sängers. Ich mag das. Diese Stimme der alten Schule klingt aber in Verbindung mit den teilweise doch "dicken" Riffs gewöhnungsbedürftig. Ebenso "dick" klingt die Produktion und jedes Instrument hat seinen Platz, vorallem das Bass. Das Coverdesign stammt von Derek Hess, es gefällt, trotzdem würde ich es zu seinen schwächeren Arbeiten zählen.

Anspieltip: "Reaction", "Miles Apart"

Rating: 7/10



A Perfect Kiss "The Olympians" CD (Point Five Limey Records)



Auch wenn ich den Namen der Band nicht mag (es geht auch weniger kitschig!), ist "The Olympians" eine treibende und schöne Indie – Rock Platte, die anderorts sicher Bezeichnungen wie "Art-Rock" oder "Space-Rock" bekommt. Sicherlich auch irgendwie zurecht und auch kein Wunder bei der Gitarrenarbeit auf "The Olympians". Es ist alles dabei, von Post – Hardcore, Screamo Parts und schlichte Emo – Passagen ebenso. Die 12 Stücke klingen frisch und unverbraucht, emotional und melancholisch, aber auch fröhlich und nach vorne rockend. Eigentlich gibt es gar nicht so viel über dieses zweite Album der seit 1998 bestehenden Band zu sagen ausser vielleicht der Hinweis einfach anhören und geniessen. Das künstlerisch ansprechende Design drückt den Gesamteindruck der Musik auch gut aus, also what more to say? Nichts, so just go and listen loud kid!

Rating: 7.5/10



Aclys "Artefakt" CD (Burning Season Records)



Seit 1996 haben Aclys 3 Alben und eine EP veröffentlicht und sind trotz diverser Pausen immer am Ball geblieben und veröffentlichen mit "Artefakt" nun ihr neues Album vor. Und obwohl ich dieses ganze Metalcore Zeugs langsam nicht mehr hören kann, gefällt mir "Artefakt" wirklich gut. Liegt es an den deutschen Lyrics? Sind es die vielschichtigen Songstrukturen? Ich weiß es nicht. "Artefakt" ist ein Werk mit Sinn für Details und immer wieder bemerkt man wie sich die Musik dem Gesang angleicht und so ausgefeilt wirkt. Auch das Feingefühl Melodien an der richtigen Stelle einzustreuen ist vorhanden und überzeugt und der Hörer wird immer wieder sanft aus dem Sog der metallischen Gitarren und komplexen Strukturen entlassen. Wenn schon Metalcore, dann doch eher solcher. Auch die Aufmachung des Album ist gelungen, farblich ist alles weitgehend in Braun gehalten. Die intelligenten Texte sind auch alle abgedruckt. 11 gelungene Tracks in fast 38 Minuten. -

Rating: 7/10



Analena "Carbon Based" CD (Moonlee Records)



Der Name von Analena kommt aus dem Sanskrit und heißt so viel wie "wie das Feuer" oder so ähnlich. Ein Schelm wer bei dem Namen anderes denkt... Analena gefallen mir richtig gut, ich war überrascht. Das liegt sicher an der super – druckvoll singenden und variantionsreich schreienden Sängerin, die wirklich viel ausmacht von "Carbon Based". Analena kommen aus Zagreb, Kroatien und sind schon richtig lange dabei, nämlich seit 1997. Ich meine mich auch dunkel daran zu erinnern, dass ich die Band irgendwo mal live als Vorband gesehen habe... Außerdem kommen ursprünglich einige der Band Mitglieder aus Slovenien, wo auch Moonlee Records beheimatet ist. Also "Carbon Based" ist rockender Hardcore mit vielen Variationen, Melodien die weitgehend von der melodischen Gittare und Ana der Sängerin getragen werden. Anhören, kaufen... was weiß ich. -

Rating: 7.5/10



Balboa "Manifeste Cannibale" MCD (Forge Again Records)




Mochte ich ihr erstes Album nicht so ganz, so muss ich sagen, dass ich dieses "Manifest" gelungen finde, angefangen vom Artwork, über die politisch kritischen Texte und die unruhige Musik. Alle 4 Stücke handeln vom neoimperialistischen Auftreten der USA in der Welt. Das Kyoto Protokoll wird ebenso wie die soziale Politik der Staaten angesprochen. Musikalisch geht's rauh, ungeschliffen mit einem guten Schuss "Screamo" zur Sache. Hardcore will die Band genannt werden. Meinetwegen. ""These four songs have been inspired by the atrocity that is the United States. In its foreign, economic and social policies, the United States is awash in a neo-imperialistic haze, knowing no boundaries to its greed."

Rating: 7.5/10



Bift (Wildman Glassmeyer Moran) CD (NCM East Records)



Überraschenderweise habe ich drei Platten von dem, mir bis dato unbekannten, Avannt-Garde Jazz Label NCM East aus New York City bekommen. Das Trio bestehend aus Sean Moran (Gitarre), Jason Wildman (Drums) und Matt Glassmeyer (Saxophone, Buzzaphone etc.) fabriziert und improvisiert auf diesem Album 10 grandiose und schöne Stücke, die für mich nur schwer zu beschreiben sind. Was schnell auffällt, hier sind drei Herren am Werk die genauestens wissen was sie da machen, und das mit grossartigem Beherrschen ihrer Instrumente. Ruhige, fast schon zierlich anmutende Momente finden sich im Wechselspiel zu dissonanten, lauten und unruhigen Parts. Streckenweise erinnern mich (Jazz ungebildet!) die Songs an The Iceburn Collective, die mich mit ähnlich intensiven Momenten schon so oft fasziniert haben. Unter folgendem Link ist eines der interessantesten Stücke der CD zu finden: http://ncmeast.com/merchandise/bif/samegirl.mp3

Rating: 8/10



Big Business "Head For The Shallow" CD (Hydra Head Records)



Eine für Hydra Head eher seltsame Veröffentlichung die bei mir auch nicht ganz so richtig zündet. Big Business ist ein neues Projekt von Jared von Karp, Tight Bros From Way Back When und Coady von den Murder City Devils und Dead Low Tide. Tja und was spielen die Herren? Musikalisch bewegen sich die 8 Lieder auf "Head For The Shallow" im noisigen Rock Bereich mit einem kräftigen Punk und R'n'R Einschlag, welcher alles dreckig, laut und ungehobelt erscheinen lässt. Da liegt für mich dann auch das Problem, mir ist der Sound zu ungehobelt, zu "crispy&clean" und die kreischige Stimme des Sängers nervt mich zu schnell. Da hilft dann auch der dicke, noisige Sound wenig. Ich schliesse mit dem Pressetext: "The guys are always on drugs!" "Craaazy!". Na ja. -

Rating: 6/10



By Night "Burn The Flags" CD (Lifeforce Records)



Eigentlich keine CD für mich, allerdings machen die leichten Breach Einflüsse "Burn The Flags" doch so interessant, dass ich bei dieser CD einen kurzen Moment verweilen will. By Night kommen, was nicht weiter verwundert, aus dem Süden Schwedens und präsentieren 9 variationsreiche, dynamische und progressive Metaltracks. Mit Einflüssen und Stilrichtungen wird nicht gegeizt: weitgehend würde ich das als Trash/ Death Metal bezeichnen, aber diese Breach (teilwiese in den Gitarren, Gesang wie zu "It's Me God" Zeiten) und Entombed Elemente machen hier für mich den Unterschied. Darauf sollten die fünf Herren konzentrieren. Leider wie bei fast allen Lifeforce Vorabkopien kein komplettes Artwork und Lyrics. -

Rating: 6/10



Call Me Lightning "The Trouble We're In" (Revelation Records)



Eine für Revelation eher ungewöhnliche Platte, aber das geht für mich in Ordung. Zum nebenher hören gefallen mir Call Me Lightning auf jeden Fall. Die Musik hat was spontanes und ist super rockig. Erinnert mich teilweise für kurze Momente an die Pixies und allerlei Neo-Wave Bands. Led Zeppelin und Minuteman sind in dieser kruden Mischung auch dabei. Die Melodien dieses Post-Emo-Indie-Was-Weiss-ich-Acts sind abgehackt und irgendwie spastisch, da setzt nur noch die hysterische Stimme von Nathan Lilley einen drauf. Letzterer hat dann auch noch dieses verrückten psychedelischen Bilder des Booklets gezeichnet: Bären mit Schmetterlingsflügeln, ein Bauch aus dem Delfine springen, ein surfender Froschburger etc. Ebenso lustig auch Songtitel wie "Asses To Ashes". Live gehen die bestimmt ganz nett ab... 10 Songs in etwas über 34 Minuten.

Rating: 7.5/10



DDYGG "Live At Joan's" CD (NCM East Records)



Feinster Jazz aufgenommen im Jahre 2001 vor Publikum in einer riesigen Industriehalle in Brooklyn, New York. Das Line-up sieht wie folgt aus: Khabu Doug Young (Guitar), Mark Dodge (Drums), Michael McGinnis (Clarinet, Soprano, Tenor Saxophone, Pennywhistle), Brian Drye (Trombone) and Matt Glassmeyer (Amplified Contra- Alto Clarinet und misc. sounds). Auch diese CD besticht durch ein tadelloses Beherrschen der Instrumente, das den Hörer einerseits durch schöne, tiefe Momente und Kompositionen zieht, andererseits aber nervig – quirlig ist (Free Jazz), und fast streckenweise ein Angriff auf die Gehörgänge darstellt. Das es sich um eine Live Aufnahme handelt, hört man allerdings kaum. Im Pressetext stehen u.a. folgende passende Zeilen: "DDYG rests on an anything goes aesthetic that eloquently blends five highly – personal sounds. -

Rating: 8/10



Every New Day "The Shadows Cast" CD (Hand Of Hope Records)



Every New Day stammen aus Winnipeg, Kanada und hauen dem geneigten Hörer 12 flotte
Hardcore Kracher um die Ohren, die allesamt von melodischen Gitarrenlines und fetten Riffs getragen werden. Der melodische und aggressiv - kraftvolle Schreigesang findet immer wieder die Unterstützung durch nicht minder knallende Back Up's. Obwohl die Musik insgesamt relativ melodisch gehalten ist, wirken die Stücke auf "The Shadows Cast" schwer und wuchtig, was sicher auch an der "kernigen" Produktion liegt. Ähnlich wie ihre Labelkollegen von Summer's End haben die Jungs auch hin- und wieder ein Faible für Solis, die dann und wann locker in die Songs eingebaut sind.

Rating: 6.5/10



Fallen Into Ashes "Laments For Lost Victories" MCD (Deadbutcher Records)



"Laments For Lost Victories" ist die neue MCD der sympathischen Ungarn, die eigentlich auf dem in Österreich ansässigen Label Burning Season Records hätte erscheinen sollen. Allerdings wurde der Deal kurz vor Veröffentlichung dieser MCD aufgelöst. Über die genauen Gründe herrscht eher Unklarheit. Öffentlich zumindest. Musikalisch ist das hier ganz klar nach wie vor Metalcore, allerdings wesentlich kreativer und nicht so eintönig und langweilig wie bei so vielen Vertretern dieses Genres. Um brutalen Metalcore mit vielen melodischen Gitarren Passagen und harmonischen, emotionalen Gesang geht es auf "Laments For Lost Victories". Aber auch chaotische und hektische Songstrukturen im Stile von älteren "Chaoscore" Bands haben ihren Einfluss auf die 6 Tracks gefunden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Teile des Stückes "Hidden". Mir gefällt die Entwicklung und Richtung die Fallen Into Ashes eingeschlagen haben und die vielen Stilrichtungen auf "Laments For Lost Victories" stehen der Band gut zu Gesicht. Die MCD enthält außerdem den CD-Rom Video Track "Beauty".

Rating: 7.5/10




Genghis Tron "Cloak Of Love" CD (Crucial Blast)



Scheisse ist das Ding hier extrem, da haut es einen doch glatt um! Wären Genghis Tron für einen Award für die experimentellste und abgefahrenste Band nominiert, die hätten gute Gründe diesen zu gewinnen. Die Gründe sind auf "Cloak Of Love" säuberlich in 5 Songs nachzuempfinden. Also das Trio aus der New Yorker Gegend haut einem einen verrückten Hybrid aus wahnwitzig schnellem Grind – und Metalcore und ebenso wahnwitzigen elektronisch animierten Pop oder was-weiss-ich um die Ohren. Absolut durchgeknallt. Maschinengewehrartige Beats trifft auf Synthie – Pop und elektronische Melodien und dazu Gesang und Gekreische an der absoluten Obergrenze. Mir gefällt's tatsächlich und ich belasse es jetzt mal mit folgender, doch treffender Beschreibung: "Imagine Painkiller hijacking Erasure's dance synth hits... or Brutal Truth and Afrikka Bambaata in a vicious nightclub brawl with Depeche Mode".

Rating: 8/10



GF93 "OSR" CD (Incendiary Records)



Interessante Platte einer italienischen Band die schon seit 1996 besteht und allerlei Besetzungswechsel und Veränderungen ihrer Stilrichtung (Industrial, Black Metal...) hinter sich haben. Um Mal ein paar Namen zu "droppen", gemixt wurde "OSR" von Kurt Ballou (Converge, Godcity Studios) und Alan Douches. Mir gefällt die Produktion nicht wirklich, klingt zu unausgereift und Ballous Arbeiten finde ich ohnehin oft schwierig und "OSR" zeigt warum. Irgendwas stimmt am Drumsound nicht. Zu weit nach vorne gemischt etc. Außerdem ist es nicht unbedingt förderlich wenn zu viele Personen an einer Produktion "herumfingern". Das war aber alles negative was mir auffällt. Ansonsten durchbrechen GF93 mit ihrem vierten Album dicke Wände mit Leichtigkeit, mit ihrer Mischung aus Hardcore, NuMetal und manchmal Deftones artigen Klängen ("Heartbeat"). Keyboard und verschiedenste Gesangsfacetten gibt es ebenfalls zu hören. Einerseits beeindruckend die musikalische Vielfalt die GF93 mit "OSR" präsentieren. Aber wer will das hören? Höchstens Menschen mit einer aufgeschlossenen Haltung gegenüber verschiedenster Stile. Und darin liegt das Problem, denn so bleiben GF93 höchstens Geheimtip. Die Aufmachung des Booklets ist gelungen, viel Rot und Schwarz, nur die Portraits der einzelnen Bandmitglieder hätten ruhig kleiner ausfallen dürfen.

Rating: 7/10




Glass Casket "We Are Gathered Here Today..." CD (Bastardized Recordings)



Glass Casket spielen nervösen, kranken und anstrengenden Metalcore auf technisch – sauberem Niveau. Schnelle Grindpassagen erwarten einen auf "We Are Gathered Here Today..." ebenso wie tonnenschweren Hardcore mit kräftiger metallischer Kante. In den Staaten ist diese CD auf Abacus Recordings erschienen, produziert übrigens von Jamie King (Between The Buried And Me, Beloved). Zum Song "In Between The Sheets" wurde ein Video von Dale Resteghini gedreht, der auch schon für Acts wie Hatebreed, Fear Factory und Trivium gearbeitet hat. Auch wenn die Songs brutal und schön komplex sind, viele Melodien etc. aufweisen, fehlt mir über die Spielzeit von fast 38 Minuten die Abwechslung. -

Rating: 6.5/10



Ingegno "s/t" CD (Hurry Up! Records)




Auch wenn ich nur noch sehr selten Musik wie diese höre, hat Old School Hardcore nach wie vor einen festen Platz in meinem Herzen. Und ich bin Fan von diesen Jungs aus Perugia, Italien! Auf der selbstbetitelten CD sind 9 absolut knallende und krachende, schnelle Old School Stücke mit italienischen Lyrics. Für Fans von Chain of Strength oder den italienischen Sottopresione auf alle Fälle etwas. Es kommen auch Erinnerngen zu Strife's "One Truth" Zeiten auf. Die Produktion ist auch gelungen, aufgenommen wurde in den Temple of Noise wo auch schon einige andere bekanntere italienische Bands wie Strength Approach oder Coloss aufgenommen haben. Das Artwork ist Old School Hardcore untypisch – erfrischend und gelungen. Perugia hardcore at its best, get it!

Rating: 8/10



Jesu "Heart Ache" MCD (Dry Run Recordings)



Jesu ist der Name des finalen Godflesh Songs auf der finalen Godflesh Platte "Hymns" und Jesu ist passenderweise das neue langerwartete Projekt von Mastermind JK Broadrick. Die "Heart Ache" EP enthält nur 2 Tracks, aber dafür mit 40 Minuten Spielzeit zwei wahrlich berauschende und höchst esoterisch - spirituel anmutende Stücke: "Heart Ache" und "Ruined". Das Titelstück kann ich mir gut und gerne stundenlang hintereinander anhören, so intensiv und schön ist es. Manchen mag natürlich der Drumsound (eingespielt mit Drum Machines) blechern und steril vorkommen, aber der geneigte Godflesh Fan weiß, dass es bei Broadrick nur so klingen darf und für ihn fast schon Industrial typisch ist. Der Bass und die Drums sorgen für zerfahrene, schwere Momente, während der schöne, klare und monotone Gesang und die die melodischen Gitarren Harmonie verbreiten. Akustische Gittaren kommen ebenso wie das Piano auf "Ruined" zum Einsatz und mit der "Heart Ache" EP stellt JK Broadrick eindrucksvoll Jesu vor. Wo einen Godflesh nach unten gezogen, tief in die Erde gedrückt haben, da wird man von Jesu nach oben gezogen, der Erde und dem Körper entrückt. Die warme, minimalistische Aufmachung der CD unterstreicht und verstärkt dieses Bild. "Heart Ache" ist so intensiv, emotional und bewegend. Sehr beeindruckend. -

Rating: 9/10



Jumbo's Killcrane "The Slow Decay" CD (Crucial Blast)



Mit dem mittlerweile 4. Album bleibt die Band mit dem witzigen Namen ihrem Stil aus Sludge, Noise und dreckigen Metalelementen treu und liefert mit "The Slow Decay" einen weiteren Bastard aus den oben genannten Stilen. Die Songs kliegen negativ und absolut nihilistisch, da ist definitiv kein Platz für Licht. Dass diese massiven Klangwände von nur drei Leuten kreiert werden ist fast schon verwunderlich. Hier wird Musik gespielt die durch Mark und Bein geht. Allerdings besteht da auch der Schwachpunkt der Band, denn so manchem Hörer bleiben die Lieder sicher auch irgendwo auf dem Weg durch das Mark stecken und man könnte Lust auf bewegendere Musik bekommen. Vornehmlich wirkt der Gesang etwas stagnierend. Jedoch muss man dem Trio aus Kansas zu gute halten, dass immer wenn diese Momente auftreten, die Spielfreude der restlichen Herren die Stagnation aufhebt und mit diesem tollen Stück an Prog-Sludgecore variationsreich zu gefallen weiss. Aufgenommen wurde "The Slow Decay" in den Blacklodge Studios, wo sich in der Vergangenheit schon so illustre Bands wie Coalesce oder die Get Up Kids getummelt haben. Monströse, alles hinwegraffende Riffs treffen auf leidenden, schmerzhaften Gesang mit wahnsinnigen Melodien. Für "Sludger" definitiv Pflichtprogramm. -

Rating: 8/10



Last Perfection "Drawing Conclusions" CD (United Edge Records)



Last Perfection hauen dem geneigten Hörer dicken fetten metallischen Hardcore mit Grunz – und Schreigesang um die Ohren. Die Jungs aus Pennsylvania wissen wo der Hammer hängt. Die Aufnahme von "Drawing Conclusions" von Kurt Ballou (Converge, American Nightmare, Curl Up And Die, Cave In) gefällt mir besser also so manche seiner Arbeiten. Die gewalttätigen, metallischen Elemente wurde schön herausgearbeitet. Zahlreiche Tempowechsel sorgen für Vielfalt und Ideenreichtum. Nur der "Grunzgesang" ufert immer wieder in trübe, langweilige Gefielde. Gängiges Problem bei Bands diesen Genres. Trotzdem, Last Perfection werden werden gerade im auf Metal-Hardcore versessenen Deutschland sicher auf eine Vielzahl von Hörern stossen. -

Rating: 7/10



Lunar "Turbo" CD (Moonlee Records)



Weitgehend treibende, nachdenkliche instrumentale Musik ist auf "Turbo", dem eigentlich dritten Album dieser seit 1998 bestehenden und aus Kroatien stammenden Band. Das zweite Album "First And Las Lost" ging aufgrund eines Datenverlustes komplett verloren, dies war unter anderem auch ein Grund warum die Band zur guten alten analogen Aufnahme zurückkehrte. Die zwölf Songs auf "Turbo" sind mal direkt rockend, dann wieder mit allerlei psychedelischen Elementen, die gerne auch ins spacige Gefielde abdrfiten. Mondspaziergang und so... ich mag's. -

Rating: 7.5/10



Pale Horse "Gee That Ain't Swell" CD (Dry Run Recordings)




"Gee That Ain't Swell" ist ein fieses Monstrum an Album mit gut 46 Minuten Noisecore einer aus London, UK stammenden Band, die auf "Gee That Ain't Swell" nicht unbedingt die Schnelligkeit neu entdeckt. Stimmliche und musikalische Vergleiche zu Bloodlet, Harvest oder frühe Damnation a.d. tun sich neben allerlei höllischen Abgründen auf. Die Musik ist dermassen trostlos, da wird einem beim zuhören nicht unbedingt wohler. "Gee That Ain't Swell" ist ein Album das Zeit braucht, das wachsen muss. Hat man die Zeit zu warten und das Vertrauen, dann wird man, wie so oft, bei Bands von schwererer Natur, nicht enttäuscht. Ich konnte anfangs nicht gerade viel mit Pale Horse anfangen, doch nach einigen Durchläufen, lebe ich mich in die seltsame Welt der Londoner ein und lasse die destruktive Wucht auf mich wirken. Fies und zerfahren klingen die Stimmen, metallisch und roh die Musik. Dazwischen beklemmende Stille. So werden viele der düsteren Momente auf "Gee That Ain't Swell" von Ruhe getragen. Alles steigert sich, bis schließlich das ganze Klangbild erneut berstet und zerspringt und in roher Gewalt mündet. Eindrucksvoll. -

Rating: 8/10




Since By Man "A Love Hate Relationship" MCD (Revelation Records)



Absolute Knallerscheibe nach dem ersten Album "We Sing The Body Electric" vor zwei Jahren. Since By Man melden sich nach 2 Jahren Pause und Band interner Probleme mit 4 tollen Songs und knapp 14 Minuten voller musikalischem Können zurück. Die knalligen Hardcore Momente auf "A Love Hate Relationship" werden gekonnt mit elektronisch animierten Beats tanzbar gemacht und sorgen für reichlich abwechslung. Die Stücke rocken wirklich und knüpfen nahtlos and den Vorgänger an, die Produktion ist druckvoll und knallig, da gibt es nicht viel auszusetzen. Das Design ebenso überzeugend gelungen. Macht Lust auf mehr. -

Rating: 8/10



Since The Day "El Mensajero No Es Importante" CD (Bastardized Recordings)




Der Botschafter ist nicht wichtig lautet der Titel dieses Debut Albums der fünf Herren aus Siegen. Leider überzeugt mich die "Botschaft" von Since The Day nicht wirklich, und neben der Flut an Metalcore CDs die beinahe täglich erscheinen, gibt es nicht wirklich viele Gründe dieses Album hier öfters zu hören. Die musikalischen Einflüsse von Since The Day reichen von Black – und Deathmetal über Hardcore mit verschiedenen melodischen Parts. Die Produktion überzeugt wenigstens.

Rating: 6/10



Spinning Heads "Change The Game" CD (Basement Apes Industries/ Radar Swarm Records)



Die französische Musikszene gehört im Bereich der schweren Musik meiner Meinung nach zu den interessantesten im Moment. Labels wie Radar Swarm können schon länger im selben Atemzug wie Trust No One Recordings und Konsorten genannt werden. Spinning Heads kommen aus dem Süden Frankreichs und unter anderem featured die Band den Drummer von Tantrum sowie den Sänger von Morgue. Streckenweise erinnert "Change The Game" an Knut und Tantrum, verstärkt durch die für Serge Morattel typische "fein-noisige" Produktion. Ebenso fein sind die Songs gemixt, jedes Instrument bekommt seinen Platz und klibgt klar und deutlich durch. Einziges Manko ist vielleicht, dass den 10 Stücken etwas Wucht fehlt, die durch eine Stärkere Betonung des Basses geschaffen hätte können. Abgesehen davon bieten die Songs rhythmische, mit Wiederholungen der Melodiebögen arbeitende, noisige Rockstrukturen, welche eingängigen Charakter haben. Der Gesang ist variationsreich und klingt insgesamt etwas durchgeknallter als die Musik und hat hin- und wieder kontrastierende Funktion zur ausbalancierenden Gitarrenarbeit. Das Design der CD ist minimalistisch gehalten und zeigt südliche Landschaften in erdigen Farbtönen, die durch die Manipulation am Computer abstrakt - seltsam wirken. "Change The Game" ist für jeden Hydra Head, Knut, Tantrum, Unhold etc. Liebhaber etwas.

Rating: 7/10



Summer's End "s/t" CD (Hand Of Hope Records)



Washington, DC's Summer's End bezeichnen ihre über 9 Tracks gehenden Metalcore Tiraden als "Horrorcore", was wohl auf die Einflüsse von den Misfits und Band diesen Schlags zurückzuführen ist. Ausserdem hat der ehemalige The Misfits Sänger Michael Graves einen Gastauftritt auf diesem selbstbetitelten Album. Streckenweise überzeugen die Songs, Glück auch für die Band, dass die Lieder die Spielfreude der Gitarreros ausstrahlen, ich mag auch die immer wieder eingestreuten melodischen Solis etc. Denn sonst würde das hier schnell zum Einheitsbrei werden. Das Artwork hat auch "Horrorstyle", mit metallischem Einschlag. Spielzeit 42:48 Min. -

Rating: 7/10



Teamkiller "Some Scars, Some Hope" MCD (Dead Serious Records)




Die Stuttgarter von Teamkiller spielen eher traditionell gestimmten NY Hardcore mit Einflüssen von neueren Bands wie Terror oder Hatebreed. Die 8 Tracks sind klingen wütend und aggressiv, nicht zuletzt durch den angepisst klingenden Sänger. Die Musik klingt roh, rauh und schlägt direkt in das Gesicht des Hörers. Das Artwork ist etwas zu eintönig und langweilig. Es wirkt zu undifferenziert, da wäre deutlich mehr drin gewesen. Die Vinylversion von "Some Scars, Some Hope" ist auf 600 Stück limitiert, also beeilen um dieses Scheibchen Qualitätshardcore zu ergattern.

Rating: 6/10



The Four Bags "Offshore" CD (NCM East Records)



Auf "Offshore" werden klassicher Jazz mit Amerikanischem Pop und Kammermusik kombiniert. Heraus kommen schöne, meist ruhige Stücke die leicht zu geniessen sind. Sonntagsmusik sozusagen. Sogar Chopin wird gecovert. The Four Bags haben schon Touren durch Japan und Amerika hintersich, sowie Auftitte in unter anderem dem New York Symphony Space. 12 Lieder in fast 50 Minuten die man gerne zum Frühstück hört, sonntags natürlich. Ist klar.

Rating: 7.5/10




The Idoru "Brand New Way, Brand New Situation" CD (Burning Season Records)




Bis auf den Sänger stammen die restlichen Band Mitglieder aus den Bands Newborn, Dawncore und Bridge To Solace. Allesamt Bands die mich nicht wirklich interessieren. Wäre hier nicht der frische Sänger mit seiner melodischen, treibenden Stimme mit dabei, so würde sich mein Interesse auch eher in Grenzen halten. "Brand New Way, Brand New Situation" klingt frisch unkompliziert, ganz eine CD zum lockeren anhören, nebenher hören etc. Einfach eine nette CD zu gernhaben. Mehr nicht. The Idoru spielen eben melodischen Hardcore mit Herz & Gefühl. Das Artwork und Design des Booklets ist mir etwas zu stark dem Artwork zu Coverge's "Jane Doe" Album nachempfunden, gut sieht es jedoch aus. Also anhören und gerne haben... –

Rating: 7/10



The Mass "City Of Dis" CD (Crucial Blast)



Eins muss man Crucial Blast lassen, die hauen zur Zeit eine interessante Platte nach der anderen raus, super vielseitig und lauter Bands die sich nicht hinter irgendwelchen Clichés verstecken und nicht wirklich was leisten. Klar, dass dabei der Zugang zu den Bands nicht immer leicht fällt. Da machen The Mass aus Oakland, CA auch keine Ausnahme: Hier werden Noise, Metal, Punk und Rock unter der Beigabe von Jazz in Form eines abgefahren klingenden Saxophones, gemischt und zu einem ganz eigenen Süppchen gekocht. Vornehmlich geht alles in Richtung "Mathcore". Und obwohl ich solche Begriffe hasse, sind so oft doch der einzige Weg um zu verdeutlichen was da so eingespielt und geschaffen wird: Slayer artige Riffs, Trash Metal und schöne Saxophone Melodien treffen ebenso aufeinander wie komlexe Rock Strukturen und punkige (fast schon No-Wave!) Gesangsparts, die auch gerne Mal in doomiges Gegrunze übergehen. Irgendwie avantgardistisch. Als Bonus iat auf der CD noch Videomaterial enthalten. "City Of Dis" ist für Fans von Fantomas, Mr. Bungle, John Zorn, The Dillinger Escape Plan und Shellac. Website: themass.us

Rating: 8.5/10



Year Of No Light "Demo 2004" CD-R (Radar Swarm Records)



Aufgenommen wurde dieser schwere Batzen in der Küche des Gitarristen dieser seit Ende 2001 bestehenden Band aus Bordeaux, Frankreich. Year Of No Light featured unter anderem den Macher von Radar Swarm Records. Dass dieses Demo von der Aufnahmequalität Macken hat ist klar, allerdings reichen diese 8 Songs um das Potential dieses wummernden Fünfers zu präsentieren. Die Lieder walzen alles im direkten Umkreis platt und sind zerfahren und heavy. Die Vocals klingen fertig, verzerrt und keifen sich durch diesen Bastard aus Noise und Hardcore. Interessant sind auch die immer wieder eingestreuten instrumentalen Interludes und sphärischen Parts in den Songs. Year Of No Light haben bereits vier neue Stücke geschrieben und Aufnahmen für ein erstes, richtiges Album stehen vielleicht für den kommenden Herbst an. Das komplette Demo steht, ebenso wie die Lyrics, auf http://yearofnolight.free.fr/ zum downloaden bereit. Dort kann man sich dann auch gleich vom gelungenen Coverartwork überzeugen.

Rating: 7.5/10



Reviews Spring 2005:

Ein paar Worte zu den aktuellen Reviews: Eigentlich wollte ich die Rezensionen in eine etwas andere Richtung lenken und verstärkt schwere Bands, sowie elektronische Musik besprechen. Aber das ist nur schwer möglich und ich denke mit der Auswahl die ich diesmal wieder aus den unzähligen eingesendeten Alben getroffen habe, ist für jeden etwas dabei und sie ist einigermassen abwechslungsreich.


Bohren Und Der Club Of Gore "Geisterfaust" CD (Wonder Records)



"Geisterfaust" ist ein luxuriöses Album und das wissen die Herren von Bohren auch genau. Sie würden das wohl "luxuriöse Langeweile" nennen. Und im Gegensatz zu "Black Earth" wirken die 5 Finger von Geisterfaust" auch noch einmal deutlich heruntergeschraubt, zurückgefahren und reduziert. Dazu auch passend alles hell gehalten, von den weissen Kleidern auf den Pressefotos über das helle Artwork. Lediglich bei Konzerten spielt die Band fast im völligen Dunkel. Bis zum letzten Stück "Kleiner Finger" glaubt man auch das Saxophon sei dem erneuten Schritt zur Reduktion zum Opfer gefallen, aber da taucht es schliesslich noch mal auf, in bester "Black Earth" Manier. "Geisterfaust" ist extrem, mutet es dem Hörer doch streckenweise eine schiere Trägheit zu, die einen gar nimmermehr aus den spärlichen Klangformen und der Kralle von "Zeigefinger", "Daumen", "Ringfinger", "Mittelfinger" und schliesslich dem so erlösenden "Kleiner Finger" entlassen will. Hier ist Durchhaltvermögen angesagt, das den Theatergänger mit Druck auf der Blase in den Sessel drückt und einen schönen Abend streckenweise zur Qual werden lässt. Im positiven Sinne, versteht sich. Oder man hört "Geisterfaust" nachts, in Momenten wo Zeit und andere Konstanten des Lebens eh keine Rolle mehr spielen; sich aufgelöst haben. Hier wird Musik geschaffen, deren Schönheit tiefer liegt als ein flüchtiger Blick über die Oberfläche. Lange Ausklänge und atmosphärischer Raum bestimmen das Bild.

Rating: 8/10



Candiria "What Doesn't Kill You..." CD (Earache Records)



What Doesn't Kill You Will Only Make You Stronger" ist also Candirias Weisheit die sie aus ihrem Unfall im Jahr 2002 ziehen, dessen total kaputter Tourvan das CD Cover ziert. Mit diesem Album nähern sich Candiria dem Nu Metal an und werden damit sicherlich einige neue Hörer gewinnen. Mich eingeschlossen. Denn "What Doesn't Kill You..." hat einiges zu bieten, von brutalerem Metalcore, über Rap, der in "9mm Solution" schon in Raggae Gefielde abdriftet. Der Jazz Einfluss der früheren Platten ist zurückgegangen, was Candiria sicherlich zugänglicher macht, aber die Band begründet diesen Schritt damit, dass sie nicht zig Mal die gleiche Platte machen wollten. Logisch. Von der Stimmung und den verschiedenen Elementen erinnert mich "What Doesn't Kill You..." an Candirias New Yorker Kollegen von Neck, die auf ihren Platten manchmal doch mit ähnlichen Songstrukturen und Elementen aufwarteten. Candiria wirken mit ihrem neuen Album direkter, rhythmischer und im Ganzen melodischer, was der nötigen Härte und abgehackten (Nu)Metal Riffs aber keinen Abbruch tut. "Vacant" geht sogar etwas in Richtung Pattons Mr. Bungle, während "Remove Yourself" mit sehr melodischem (mehrstimmigem) Gesang und "dicken" Gitarren aufwartet. Einer der besseren Songs auf "What Doesn't Kill You..." mit Hit Charakter. Die Produktion von David Bendeth (Killswitch Engage...) klingt klar und sauber und teilweise wuchtig – hart. Anfangs hatte ich Angst, dass die Songs vielleicht zu dünn und klar klingen, aber diese Befürchtung hat sich nach den ersten Durchläufen nicht bestätigt. "The Rutherford Experiment", das letzte Stück des Albums ist ein brillanter Fast-Abschluss, denn es folgen auf der europäischen Pressung noch 2 Live Songs, als Zugabe sozusagen. Bei "The Rutherford Experiment" kommt noch mal Candirias ganze jazzige Seite zum tragen, nette verspielte Gitarren und ein Keyboard zeigen, dass die Band auch in dieser Richtung hervorragend agieren kann. -

Rating: 7/10



Dear Diary "How To Become A Ghost" CD (Bastardized Recordings)



Beim ersten Hören der neuen Songs gefiel mir die Stimme des Sängers nicht so ganz, aber spätestens beim zweiten Stück "Black Black" war ich umgestimmt. Denn Dear Diary verstehen es wirklich treibende, emotionale und schön rockende Lieder zu schreiben, die nicht langweilig werden, da sie durch allerlei Tempi – und Rhythmuswechsel genährt und schön mobil gehalten werden. "How To Become A Ghost" ist bereits das 3. Album und das Zweite für Bastardized. Der Entstehungsprozess für dieses Album war, laut der Band, langwierig, anstrengend und gestaltete sich aufgrund zwischenmenschlicher Probleme die durch lange Freundschaften zwangsläfig hin – und wieder entstehen, schwierig. Dennoch, das neue Album der vier Giessener überzeugt mich und sicher auch jeden Texas Is The Reason, Sunny Day Real Estate oder Hey Mercedes Liebhaber. Zum Titel hat die Band folgendes zu sagen: "Der jetzige Titel "How To Become A Ghost" sollte das Gefühl ausdrücken, unsichtbar zu werden aber dennoch gegenwärtig zu sein. Einen Raum zu füllen mit der eigenen Anwesenheit ohne körperlich da zu sein, alles basierend auf Erinnerungen und Eindrücken. Dieses Thema zieht sich auch textlich durch alle Lieder und wurde im Coverartwork von Felix Braden ziemlich gut umgesetzt."

Anspieltips: "Black Black", "Green Caps Are Dead Now"

Rating: 7/10



Infidel?/Castro "Bioentropic Damage Fractal" DO-CD (Crucial Blast Records)



Crucial Blast veröffentlicht hiermit wieder einmal ein Album, welches sich jeder Kategorisierung und Norm verweigert und absichtlich verschliesst. Dass beide Cds durchziehende Stichwort ist hier "Electro- acoustic ambient metal destruction". Hier werden Extreme geschaffen. Hier wird experimentiert und improvisiert bis zur Schmerzgrenze. Ich denke Infidel?/Castro ist für das Duo dahinter (u.a. C. Marston von Dysrhythmia) einfach eine Platform um zu experimentieren. Sicher, kaum einer wird mit dem Stoff dieser Doppel CD zu Recht kommen. Nimmt man sich aber die Zeit, und vergisst die üblichen Normen der Musik so bekommt man Zugang, sogar zu den "blechernen" Highspeed Attacken auf der ersten CD "Cancer". Dazwischen reihen sich aber zahlreiche ruhige, schöne und atmosphärische Ambiancen, die ich wiederum sehr gerne höre. Auf der zweiten CD "Cancer:Decay" sind die Ambient Momente weniger, der Fokus liegt viel mehr auf vollkommener klanglicher Zerstörung und Entfremdung, die von vielen "Bleeps" und Stimmen Samples durchwuchert sind. Lediglich, das letzte Stück dieses Konzeptalbums ist erneut von Ruhe, Einsamkeit und wenigen Gitarren getragen. "Bioentropic Damage Fractal" ist eine spezielle wie unheimliche Sache, die mich streckenweise mitreissen und überzeugen kann. -

Rating: 7.5/10



Ira "The Body And The Soil" CD (Go Kart Records Europe)



Mir ist das Debut Album von Ira nicht unbekannt, wurde es mir doch schon lange vor der Veröffentlichung zugespielt. Glücklicherweise kann ich da nur sagen, denn mit Ira ist Go Kart Europe ein guter Wurf gelungen. Ausserdem passen Ira auch bestens zu ihren Labelkollegen Transmission0 aus den Niederlanden. Ira kommen vom Bodensee, haben sich im Jahre 2003 gegründet und entsprangen direkt aus den Grindern Blindspot A.D. Sänger T. Hoffman entstammt der Dichter – und Spoken Word Szene und komplettiert Ira also bestens mit seinen teilweise deutsch und englisch gesungenen und gesprochenen, intro-perspektivischen Texten, wie in "Disappear". Ira steht im Lateinischen übrigens für Zorn, also einer der sieben Todsünden. Aber das nur am Rande. Die Aufmachung der CD besticht durch digital entfremdete Naturaufnahmen, das Artwork zur Vinylversion jedoch, wird sich vollkommen von dem der CD-Version unterscheiden. Musikalisch sind Ira schwer einzuordnen, verlassen sie doch gerne das gewöhnliche Hardcore, Heavy, Metal – und Rock Terrain und verschmelzen aus eben diesen genannten Stilen einzelne Elemente und interpretieren diese aus ihrer Sicht (neu). Iras Klanglandschaften lassen sich am ehesten mit eben Landschaften vergleichen, mal geht es bergauf, mal öffnen sich flächige Weiten vor dem Hörer, dann wieder geht's steil bergab usw.

Rating: 8/10



I Walk The Line "Badlands" CD (Combat Rock Industry/ Boss Tuneage)



Hierbei handelt es sich um eine neue finnische Punk Rock Band mit unter anderem dem Macher von Combat Rock Industry, der auch noch bei Manifesto Jukebox spielt. Von Wasted ist auch noch wer mit dabei. Also grob, alles Gesellen die schon Erfahrung haben. Tja der Grund weshalb ich diese CD zur Rezension ausgewählt habe ist eigentlich nur das erste Stück "In Retrospect", das mir gleich durch die Keyboard im Hintergrund und im Refrain die dicken Gitarrenlines aufgefallen ist und direkt nach einmaligem Durchlauf in mir ohrwurmhaft hängengeblieben ist. Die anderen 9 Stücke sind aber auch nicht gerade schlecht, "Vagrant's Burden" und "Time To Burn" bleibt auch gut hängen. Bei "Barren Fields" wird's mir zu schunkelig, überhaupt in der Mitte des Albums flachen die Songs etwas ab, Langweile kommt auf. Aber wer auf energiegeladene, punkigen Rock mit Rock' n 'Roll Feeling steht, ist hier genau richtig. Übrigens "I Walk The Line" ist der Name eines Johnny Cash Songs.

Rating: 6.5/10



Jesu "s/t" CD (Hydra Head Records)



Klar, das ist ein Album der besseren Sorte, doch hatte ich nach der sensationellen "Heart Ache" EP ein wenig mehr erwartet. Hier gibt es 8 epische Songs zu hören, die insgesamt fast eine Stunde und fünfzehn Minuten gehen. Eigentlich kein Wunder, da die Lieder allesamt sehr langsam sind, viele Instrumentalphasen haben (wobei die Stimme eigentlich auch eher wie ein Instrument wirkt) und mit vielen Überlagerungen arbeiten. Getragen werden die fast esoterisch anmutenden sehr emotionalen Lieder von dem für JK Broadrick typischen Industrial Sound, der wie immer schroff und kalt klingt. Der Gesang von Broadrick ist melodiös wie monoton und wird immer wieder die gleichen Parts wiederholend eingestreut. Er bildet einen schönen Kontrapunkt zu den restlichen Sounds. Insgesamt wirken die Lieder oft statisch und unbeweglich, aber dadurch wird eben jene spezielle Atmosphäre erzeugt, in der man sich eben auch gut mal selbst verlieren kann. Mit dem vorletzten Song "Man/Woman" ändert sich die Laufrichtung des Albums etwas, denn dieser brutalste und schwerste Song steht durch seine tiefen, derben Drums und Beats den anderen Songs wesentlich schroffer gegenüber. Die Stimme wird zum tiefen Keifen und pflügt sich für gute 7 Minuten ihren Weg durch zähen Schlamm. Der letzte Song hebt die Stimmung wieder auf eine höhere Sphäre, nicht zuletzt durch den "dronigen" Gesang. Haben diese Songs vor ein paar Tagen live eher langweilig und zu statisch gewirkt, von den netten Hintergrund Visuals mal abgesehen, so überzeugen mich die Lieder auf CD mehr. Das Artwork ist wie nicht anders zu erwarten sehr minimalistisch, erdige Brauntöne und ein bronzefarbener Druck.

Rating: 8/10



Lattenkohlertor "Ich Winke" CD (Foul Collective)



Funky Namen zu netter, teils lustiger deutscher Musik. Lattekohlertor ist das schon seit 1997 bestehende Soloprojekt von Marten der bei Turbostaat die Klampfe zupft. Mit meinem Vergleich lehne ich mich jetzt mal ein wenig aus dem Fenster: Farin Urlaub meets Atom And His Package oder so. Und wo Farin Urlaub frech ist, ist Lattekohlertor ruhiger und melancholischer. Und mehr Hamburg ja. Genau, stimmlich erinnert mich Marten an den Gesangsherren von Kettcar, nur besser. Gleich das erste Stück "Raumpatrouille Lattekohlertor" ist der Knaller und mein Lieblingsstück auf "Ich Winke". Technisch gesehen ist da neben dem üblichen Schnick-Schnack wie Gitarre etc. noch ein Akkordeon rauszuhören und natürlich so Computi Zeugs. Ohne die deutschen Texte, denen eine massgebliche Rolle bei Lattekohlertor zukommt, würde über kurz oder lang Langeweile aufkommen – aber so reissen sie es mit Charme wieder raus. -

Rating: 6.5/10




M.G.R. "Nova Lux" CD-R (self released)



M.G.R. steht für Michael Gallagher und ist somit also das Soloprojekt des Isis Gitarristen. Die 5 unbetitelten Stücke sind zwar noch im Rohzustand und noch nicht gemastert, aber das tut der Stimmung die beim nächtlichen Hören der CD entsteht keinen Abbruch. "Nova Lux" sind schöne, ruhige von Sentimentalität getragene Ambient Stücke, die ihre Schönheit erst nach mehreren Durchläufen offenbart. Über die dunklen, sphärischen, elektronisch erzeugten und animierten Grundmelodien ist immer wieder eine Akustikgitarre gelegt, die wie der helle, klare Streifen am Abendhimmel wirkt, nachdem die Sonne untergegangen ist. In der Beständigkeit und Ruhe, in dem weniger-ist-mehr, liegt die Ausdrucksstärke von M.G.R. Wie so oft bei Ambient und Drone verbinde ich auch hier streckenweise die Musik mit direkten Natureindrücken – und Erfahrungen. "Nova Lux" ist derzeit auf Isis Shows zu bekommen. -

Rating: 7/10



Mercury Switch "Time To Shine" CD (Indianola Records)


Bei Mercury Switch hat sich einiges getan seit ihrem letzten Album "If You Love Me You'd Take me To The City". Die Band hat Potential und macht sicherlich nicht das was das Gross der Metalcore Bands macht. Dennoch komme ich auch mit "Time To Shine" nicht immer zu Recht. Zu oft werden interessante Songideen und Liedstrukturen im Keim erstickt und im Ansatz zu schnell wieder kaputt gemacht. Wie gesagt Potential ist haufenweise da und es ist Mercury Switch zu wünschen, dass sie sich nicht zu schnell auflösen, sondern kontinuierlich daran arbeiten "Ihr perfektes" Album irgendwann zu veröffentlichen, dann wäre ihre "Time To Shine" definitiv erreicht. So funkelt nur ab und zu etwas. Wer abwechslungsreichen, dicken Metalcore mit Geschrei und besserem, cleanen Gesang mag, sollte hier mal reinhören. Spielfreude ist allemal dabei. An der Produktion dieses Konzeptalbums, das von Hardcore über Metal und melodischeren Elemente wirklich viel bedient, ist nichts auszusetzen, hier stimmt alles: wuchtig, dick und alle Instrumente und Stimmen kommen bestens heraus. Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, welchen Platz "Time To Shine" bei mir schlussendlich einnehmen wird, die Zeit wird es zeigen. -

Rating: 7/10



Methadrone "Retrogression" CD-R (self released)



Bei Methadrone ist Vorsicht angesagt, denn auf dieses Terrain sollte sich nur wagen wer Sunn O))), Earth und Konsorten gerne hört oder mag, denn ähnlich viel oder wenig (liegt ganz im Auge des Betrachters) passiert auf "Retrogression". Die Klangwelten von Methadrone bestehen aus zwei Bassgitarren (Rhythmus und Lead Bass), sowie programmierten Drummustern und den üblichen Ambient Elementen. 7 Soundbatzen aus Drone, Industrial und einer kräftigen Portion Doom wurden auf "Retrogression" geschaffen, die keine leichte Kost darstellen. "Retrogression" sowie "Erroneous Enlightenment" sind über das belgische CD-R Label Nothingness Records erschienen, die allerhand obskure Musik in Kleinstauflagen in schöner Verpackung herausbringen. Ausserdem kann man Methadrone in diesem Herbst mit den Ungarn von Stereochrist auf Europa Tour erleben. Low end, dark frequency sound. -

Rating: 7/10



Mi Amore "The Lamb" CD (Cyclop Media)



Von Mi Amore kannte ich bislang nichts und meine erste Aufmerksamkeit galt der schicken Aufmachung und dem dicken Booklet der CD, welches bis in alle Facetten echt gelungen ist. Mi Amore kommen aus Quebec City in Canada und haben sich im Jahr 2000 gegründet. Nach ausgedehnten Touren und vielen Shows erschien dann 2002 ihr erstes Album "Crawling King Snake". Cyclop Media, über die "The Lamb" erschienen ist, entstand ebenfalls 2000 und hat sich einen Namen durch Veröffentlichungen wie von Anodyne, Black Cobra und eben Mi Amore gemacht. Der vorliegende Longplayer mit seinen 13 Songs ist auch spannend durch die Gastgesangsauftritte von Nate Newton (Converge, Doomriders) und Mike McTernan von Damnation A.D., sowie einem Gitarrenauftritt von Kurt Ballou (Converge), der "The Lamb" produziert hat. Mi Amore spielen wuchtigen, dreckigen, harten und schweren "Dearth And Roll", der wahrlich super tight und brutal - rockend daherkommt. Da werden die Grenzen von Hardcore, Punk, Metal und Rock ignoriert, aufgelöst und miteinander verschmolzen und etwas Eigenes entsteht. Jedem Cursed, Converge, Eye Hate God und Entombed Hörer sei dieses von der Aufmachung bis zur Musik gelungene Album ans Herz gelegt. -

Rating: 7.5/10



Pelican "March Into The Sea" MCD (Hydra Head Records)



Pelican haben seit "Australasia" nochmal einiges an Können, Eingängigkeit, Dynamik und Durchschlagkraft zugelegt und diese 2 Track MCD lässt mit Spannung auf das neue, bald erscheinende Album "The Fire in our Throats Will Beckon the Thaw" hoffen. Das erste und lange (20 Min.) Stück ist "March Into The Sea". Dass ist Musik die inspiriert und mich mit zunehmender Minutenlaufzeit mehr begeistert. Denn es fängt noch verhalten an, im typischen sludgigen, melodiös – monströsen Instrumentalrock der sich für mich ab ca. 4,5 Minuten erst richtig entfaltet und davor nur die gleichmässig - ruhige "Einleitung" war. Denn erst hier "blüht" die wahre Dynamik auf und das Lied zeigt seinen ganzen monolithischen Charakter. Pelican spielen schneller, ufern in neue Richtungen aus und alles klingt nach der so Pelican typischen Monstrosität, die aber auch Gefühl für sanfte, leise Details hat. Die letzten 8 Minuten schraubt sich der Song wieder herunter, mit akustischen Gitarren und vielen ruhigen Momenten, die schliesslich am Ende des Lieds in Stille auslaufen. Auf dem neuen Album wird "March Into The Sea" auch enthalten sein, allerdings in einer anderen, kürzeren (ca. 10 Min.) Version. Also lohnt sich der Kauf dieser MCD nicht nur wegen dem zweiten Stück einem Remix von JK Broadrick (Godflesh, Jesu) des Songs "Angel Tears" vom "Australasia" Album. Dieser klingt auch etwas wie Broadricks aktuelles Projekt Jesu, man hört und erkennt einfach seinen unverwechselbaren Stil. Roh, mit dem typischen Industrialeinschlag und sphärisch – melodiösen Elementen. Das Artwork ist einfach und eher minimal gehalten, über Photographien wurde noch etwas "Designgeplänkel" gelegt. Es fügt sich aber stilistisch in den Gesamtkontext dieser MCD ein. Es erinnert zwar an Aufmachungen von Bands wie Isis, stammt aber diesmal nicht aus der Hand von A. Turner, sondern von Paul Jeffrey, der auch bei Hydra Head tätig ist.

Rating: 9/10



Rentokiller "Cadaveri Eccelente" CD (North Post Records)




"Cadaveri Eccelente" steht in Sachen Aggressivität dem letzten Demo in nichts nach und so werden einem hier in knappen 28 Minuten eine furiose Mischung aus Hardcore und metallischeren Einflüssen um die Ohren gehauen. Einflüsse von ihren schwedischen Landsleuten wie Breach (frühe), Refused, Nine oder Raised Fist sind auch nicht von der Hand zu weisen. Die 12 Songs sind bis zum bersten gespannt und der Schreihals von Sänger droht immer wieder schier zu platzen. Dass, und die teilweise eher gesprochenen Texte, unterlegt mit melodischer Gitarre und dann wieder die Explosion in noisigere, komplexere Songstrukturen macht Spass. Die vielen chaotischen Ecken und Kanten mit denen "Cadaveri Eccelente" daherkommt, machen es dem Hörer nicht leicht und ein 0815 Hardcore/ Metal Hörer wird sich hier auch schwer tun oder begeistert im Viereck hüpfen. –

Rating: 8/10



Skullflower "Orange Canyon Mind" CD (Crucial Blast Records)




Das hier ist ein Album auf das ich mich monatelang gefreut habe und die Freude war noch grösser, als ich "Orange Canyon Mind", den Nachfolger vom 2003 Album "Exquisite Fucking Boredom", schon vor einigen Wochen in meinen Händen hielt. Skullflower kann man ohne wenn und aber als legendäre Band bezeichnen, die es nie wirklich aus dem Dasein eines Geheimtips herausgeschafft hat. Skullflower gibt es bereits stolze 20 Jahre, die Band wurde 1985 in England gegründet und hat neben unzähligen Singles mit "Orange Canyon Mind" ihr 14. (?) Album veröffentlicht. Für viele, heute weitaus bekanntere Bands wie Godflesh, Sunn 0))), Isis etc. waren Skullflower ein grosser Einfluss. Alben wie "3rd Gatekeeper" sind legendär bis heute, 1992 auf HeadDirt, dem damaligen Label von JK Broadrick (Godflesh, Jesu...) erschienen und von Ian MacKay (Minor Threat, Fugazi) produziert. Neben Skullflower gibt es noch eine Reihe von anderen (Solo)Projekten und Bands um die Bandmitglieder, Ramleh, Total und Sunroof! sollen hier genannt werden. Tja und wie beschreibt man nun am besten was sich auf "Orange Canyon Mind" abspielt!? Alle Stücke sind Instrumentals, die von Electronics, Samples und Gitarrenlayern durchsetzt und getragen sind. Kategorisiert gesprochen würde ich das am ehesten "Drone" nennen. Wirken die einzelnen Stücke im Zusammenhang mit den anderen etwas abgehackt und wollen nicht so ganz zueinander passen, so verhält es sich mit jedem einzelnen Lied völlig gegenteilig. Hier werden spärliche, zerissene und zerfahrene Klangbilder erzeugt, die aber in sich völlig homogen und abgeschlossen klingen. Vom genialen "Annihilating Angel" zum eintönigen, aber angsteinflössenden "Goat Of A Thousand Young" und schliesslich im noisig – desaströsen finalen Stück "Forked Lightning" geht die neuerliche Skullflower – Erfahrung. Wer gerne Earth, Sunn 0))) oder Old Man Gloom hört, kann sich hieran sicherlich erfreuen, alle anderen können sich zuerst eher mit den älteren, noch Rock lastigeren Skullflower Alben beschäftigen.

Rating: 8/10



Son Of Clay "Two Abstract Paintings" CD (Mitek)




Raschel. Knacks. Knister. So beginnt Ttwo Abstract Paintings" von Son Of Clay aka Andreas Bertilsson. Von den ersten Sekunden an nimmt einen diese Musik mit hinein in einen Kosmos aus Stauden, trockenen Gräsern und Olivenblättern. Man erlebt sich auf einer Reise. Man erlebt die Dynamik eines steten Vorangehens, die Sinne voll aufgerichtet. Vor einem entfaltet die Musik frische, sanfte Strukturen. "Two Abstract Paintings" besteht aus zwei Titeln, die ein Gesamtstück bilden. Diese Musik ist klar unter elektronischer Musik einzuordnen, das aber spielt eine geringe Rolle. Beharrlichkeit und die Behauptung des eigenen, unfassbaren Daseins - eigentlich ein Gestus des Punk - lassen nicht zu, dass Assoziationen zu diesen musikalischen Räumen zu simpel werden. Eine spröde, schalkhaft - sinnliche Reise.

Rating: 9/10

- Rezensiert von J. Jaschke



The Binding "s/t" MCD (Imagine It Records)



The Binding sind eine junge, aufstrebende Band aus New Jersey, USA und sie machen ihre Sache gut und könnten unter Umständen sicher bald in einem Atemzug mit Bands wie The Dillinger Escape Plan genannt werden, kommen letztere doch ebenfalls aus New Jersey und liessen sich auch schon von Chris Badami produzieren. Ausserdem wird musikalisch die Nähe zu The Dillinger Escape Plan in diesen 5 Songs deutlich. The Binding sind vielleicht nicht ganz so hektisch und durchgedreht, aber es geht in eine ähnliche Richtung mit schnellen Melodiebögen und vielen Breaks, die ein musikalisches Durcheinander erzeugen, das sich gewaschen hat. Ausserdem besitzen The Binding die Fähigkeit auch weichere Stücke wie das Instrumental "Addenda" zu kreieren. Ein gekonnter Einstieg der Lust auf ein ganzes Album macht. For Fans of The Dillinger Escape Plan, Ed Gein, Converge etc.

Rating: 8/10



The Go Faster Nuns "Under Neon Light" CD (Go Kart Records Europe)




Mit 4 Nonnen aus Bamberg hat man es auf "Under Neon Light" zu tun, die so illustre Namen wie Betty Pregnant oder Mr. Spaceboy haben und flotten "Beatpunk" machen und damit für den einen – oder anderen Gassenhauer sorgen. Gute Stimmung wird auf "Under Neon Light" verbreitet und sorgen live sicherlich für Bewegungsdrang. Mit dem rezensieren tue ich mich hier schwer, denn was gibt es gross zu sagen, ausser das die 12 Stücke auf "Under Neon Light" melodisch nach vorne rocken und dem geneigten Hörer sicherlich Freude bereiten werden. Vielleicht noch erwähnenswert, dass das letzte Album bereits 4 Jahre zurückliegt. Lieder wie "Peppermint Betty", "Shake It" oder "Drag Queen" sind Knaller die man nicht verpassen sollte und womit man dann bereits die ersten 3 Songs des Albums kennt. Mit "Coco" wird es etwas rauher gegen Ende des Albums, aber stimmungsmässig haben die Nonnen auch da noch alles im Griff. Das Artwork ist nicht besonders spektakulär, geht aber ok und die Abstimmung der Farben passt auch. -

Rating: 6/10



The Plot To Blow Up The Eiffel Tower "Love In The Fascist Brothel" CD (Revelation Records)




The Plot To Blow Up The Eiffel Tower sind eine kontrovers diskutierte Band, die sicher auch durch ihre fragwürdigen Symbole (Stichwort Nazi- Ästhetik) und Aussagen auf sich aufmerksam gemacht hat. Dem wollen wir aber hier weniger Aufmerksamkeit beimessen und den Blick auf die Musik der Band richten. In Formeln ausgedrückt machen The Plot To Blow Up The Eiffel Tower sogenannten "Jazzcore" mit ner ordentlichen Portion Punk. Gleich zu Begin verwurstet die Bands das Trompetensample der legendären Gorilla Biscuits Platte "Start Today". Leider wirkt das hier völlig deplaziert und ringt einem nicht mal ein kleines Schmunzeln ab. Ebensowenig finde ich Songtitel wie "Reichstag Rock" und "Lipstick SS" witzig. Die songs sind quirlig, noisig mit Bläsern dann und wann im Hintergrund. Die rohe Abgehacktheit der Lieder finde ich gelungen und die entfremdete, kreischige und nervende Stimme des Sängers passt zur Musik. Beim Artwork kommen spätestens wieder zur oben genannten Nazi- Ästhetik, denn in Comic Manier werden da haufenweise Hitlergrüsse gezeigt oder irgendwelche Armbinden. Also selber entscheiden was ihr davon haltet -

Rating: 5/10



Unsane "Blood Run" CD (Relapse Records)




Vor 7 Jahren erschien das letzte Unsane Album "Occupational Hazard" und erst 2003 meldete sich das New Yorker Noise Rock Urgestein zurück um nach "Lambhouse" und einer weltweiten Tour uns "Blood Run" um die geneigten Lauscher zu hauen. Viel geändert sich natürlich nicht, aber das verlangt man von den Jungs auch nicht wirklich. Schlechter sind sie auch nicht geworden im Gegenteil, viell. haben die neuen Stücke sogar an Eingängigkeit gewonnen, allerdings ist das Mittel dazu strukturell eher simpel: das Stichwort heißt Wiederholungen. Sei's drum, die 11 Tracks sind dreckig, roh und noisig - ungehobelt. Der die Songs durchziehende Pessimismus und der dicke Groove in den Rhythmusgitarren von Stücken wie "Make Them Prey" machen "Blood Run" auch nach 15 Jahren Unsane zu einem wichtigen Kapitel in der Bandgeschichte. Das widerliche Coverartwork incl. Badewanne voll Blut, Leiche und literweise Blut im ganzen Bad unterstreicht nur das Gefühl eines kranken New Yorker Daseins, welches sich einem mit "Blood Run" geradezu aufzwingen will. Gelungene Sache. -

Rating: 8/10



V/A: A Tribute To Oingo Boingo "Dead Band's Party" CD (Indianola Records)



Nett besetzte Tribute Compilation an die 80'er Pop-Band Oingo Boingo mit Clear Static, Let Go! (fka The Stereo), The Matches, The Rocky Raccons, Reel Big Fish, RX Bandits, Hello Goodybe, Plain White T's, Stairwell, Suburban, Over It, The Aquabats, Jessica Burgan und Finch. Die Lieder machen gute Laune und sind sehr kurzweilig zu hören - real 80ies Style. Der Sänger von Oingo Boingo, Danny Elfman, hat schon allerhand Preise und Nominierungen eingeheimst, z.B. für Musik für die Filme "Big Fish", Good Will Hunting, "Men In Black", "Spider Man", Planet Of Apes", "Batman", oder "Edward Scissorhands". -

Rating: 7/10


Reviews Summer 2005:

Hier mit einiger Verspätung der erste Stapel an neuen Rezensionen. Eigentlich wollte ich sie alle auf einmal online stellen, bin aber mit dem rezensieren noch in Verzug. Deshalb einfach hier was soweit fertig ist, einigermassen durcheinander. Es gibt wieder eine Menge guter Platten, aber insgesamt ist die Auswahl vielleicht etwas einseitiger und nicht ganz so variationsreich wie beim letzten Mal.



Agoraphobic Nosebleed "Bestial Machinery" Do-CD (Relapse Records)



Wer Agoraphobic Nosebleed kennt weiss, dass hier das absolute Inferno an extremer Musik und ein Gewitter an absolut kranken Texten abgefackelt wird. Agoraphobic Nosebleed waren von Anfang an eine kontrovers diskutierte Band, zu der ich komischerweise, obwohl von mir schon immer selten gehört, Zugang habe. Hyperschnelle Grindattacken mit Drumcomputer animierten Beats, wahnwitziges Gekreische, Gitarrenangriffe sondergleichen, Samples und Parolen wie "The penis becomes hard and evil" oder "bang drugs up my skull until i'm retarded" haben Scott Hull (auch bei Pig Destroyer tätig) und Jay Randall schnell bekannt werden lassen. Innerhalb kurzer Zeit hatten Agoraphobic Nosebleed zahlreiche Platten Zeit veröffentlicht. Das Bearbeiten und Abfeiern von eben in den Texten thematisierten Alltagsbanalitäten und Krankheiten haben mir Agoraphobic Nosebleed immer irgendwie sympathisch erscheinen lassen, ist es doch nur ein Abbild der Welt da draussen (bzw. der da drinnen he he). "Bestial Machinery" beinhaltet auf zwei CDs alles was die Band vor ihrem Relapse Debut "Honky Reduction" aufgenommen und veröffentlicht hat. Ausserdem ist "Bestial Machinery" damit auch der erste Teil der langerwarteten Agoraphobic Nosebleed Diskographie. "I've thrown up with a hard – on many, many times in my life". Mehr gibt nicht mehr dazu zu sagen. -

Rating: 7/10



Alabama Thunderpussy "River City Revival" CD (Relapse Records)




Ursprünglich 1998 auf Man's Ruin erschienen, findet "River City Revival" nun in neuem Gewand seinen Weg via Relapse noch einmal zu den Hörern: Neu gemastert, neues Artwork und mit zwei Bonus Stücken wurde "River City Revival" versehen. Rauh, dreckig und mit viel Stoner - Groove kommen die 10 rockigen Stücke daher. In all den Jahren seit der ursprünglichen Veröffentlichung, haben die Lieder nichts an Intensität und Druckkraft verloren. Wer auf Monster Magnet, Orange Goblin etc. steht – anhören.



Rating: 6.5/10

 

Brian McBride "When Detail Lost Its Freedom" CD (Kranky)



Brian McBride, dem einen Teil von Stars Of The Lid, stellt hier ein Soloalbum vor, dass er auf einem Keyboard Sampler mit Gitarre, Klavier, Trompete, Vocals etc. immer wieder daheim aufgenommen hat. Wie wird sich das wohl anhören? Natürlich, das ist man bei der Schaffensweise und Instrumenten geneigt zu fragen, aber keine Angst, Kranky bringt kaum eine Platte raus, die wirklich schlecht ist. So ist es mit "When Detail Lost Its Freedom" auch: ruhig, zurückhaltend, ja fast intim ziehen die 12 Stücke in etwas über einer Stunde an einem vorüber. Transzendente, sphärische Momente gehen in weiblichen Gesangsparts auf, die wiederum an fast traurige, depressive Gitarren anlehnen und von ihnen getragen werden. Kein Wunder, ist laut McBride die Platte auch in Zeiten entstanden, die von Lebensumbrüchen wie Scheidung von der Frau oder auch dem Umzug in eine andere Stadt gezeichnet waren. So gesehen für McBride sicher eine therapeutische, organische Platte, die es versteht, den Hörer auf harmonische Weise in ihren Bann zu ziehen.

Rating: 7/10



Boduf Songs "s/t" CD (Kranky)



Boduf Songs ist Mat Sweet aus Southampton England, der Kranky dieses Frühjahr eine CD mit seinen Songs schickte, die waren davon so beeindruckt, dass sie prompt dieses Album veröffentlicht haben. Und das zu Recht. Sweet hat die selbstbetitelte Platte daheim mit Gitarre und Computer aufgenommen. Minimalistische, zurückhaltend - schöne Musik, getragen von der schönen, sanften Stimme von Mat Sweet und unterlegt von der Akustikgitarre. Schnell hat man sich in die Melodien eingelebt, Eingängigkeit und Wiedererkennungswert sind vorhanden. Auch das Artwork ist ästhetisch hochwertig und in schönen Farbtönen gehalten. Eine persönliche Platte, deren 9 Lieder trotzdem weit davon entfernt sind, eine NUR Singer – Songwriter Platte zu sein. Die folkige Seite, sowie dezent eingesetzte psychedelische Elemente, wenige Computer Arrangements – all das und das oben genannte, heben dieses Album aus eben diesem Singer – Songwriter Kontext heraus und machen Mat Sweets Musik zu etwas Eigenem und Persönlichem, was man immer wieder gerne hört.

Anspieltip: "Ape Thanks Lamb"

Rating: 8.5/10



Bold "The Search 1985 – 1989" CD (Revelation Records)



Für meine Begriffe eine nicht ganz so essentielle, aber trotzdem auch wichtige Diskographie einer grossartigen 80'er Hardcore Band, die erst diesen Sommer, jetzt auch mit Porcell an Bord, durch energiegeladene Live Shows und Pläne für eine neue Platte von sich reden machte. Wie bei der Judge Diskographie CD, sind in dem dicken Booklet neben der "Bold Story" und zahlreichen Photos auch alle Lyrics enthalten. Manche Photos sehen echt lustig aus, sind darauf doch 13 jährige (!) Knirpse zu sehen... ja so früh haben Bold schon wichtigen Hardcore gespielt. Neben der für mich wichtigsten, so emotional – nachdenklichen selbstbetitelten EP (später auf der "Looking Back" LP zu finden) mit wichtigen Liedern wie "Running Like Thieves", "Hateful" oder "You're The Friend I Don't Need", die unglaubliche Gitarrenarbeit von Tom Capone haben und die musikalischen Fähigkeiten von Bold deutlich offenbaren, sind natürlich die "Speak Out" LP, sämtliche unveröffentlichten Sachen, Sampler Beiträge sowie die Crippled Youth "Join The Fight" EP auf "The Search 1985 – 1989" enthalten. Unbedingt kaufen.

Rating: 9/10



Bongzilla "Amerijuanican" CD (Relapse Records)



Viel geändert hat sich bei den Berufskiffern von Bongzilla nicht, denn auch auf "Amerijuanican" spielen sie immer noch ihren dauerbekifften Monsterrock, den ich mir auch auf einer grossen Bühne in einem Fussballstadion anhören könnte. Unglaublich heavy, arsch tight und langsam. Doomig, sludgig... einfach ein knirschender, in Zeitlupe alles zermalmender Mühlenstein. Der den geneigten Hörer in rauchige Trance entlässt. Schleppend und monoton wird da ein dumpfes Riff nach dem anderen abgearbeitet. Wenig Höhen und ein Sänger der die letzte Erkältung wohl seit einigen Monaten mit sich herumschleppt und oft nicht mehr als ein depressives, kratziges Grölen herausbringt. Das Cover ziert eine in Kiffermanier abgeänderte US-Flagge inkl. eines amerikanischen Soldaten. Ganz ehrlich, anders habe ich es auch nicht erwartet. Trotzdem, mir gefällt Bonzillas Kifferblues mit all den Stoner und Sludge Anleihen. Hier fliesst die Lava langsam, aber sie fliesst. For Fans of Orange Goblin, Electric Wizard, High On Fire, Black Sabbath und kiffen!

Rating: 7.5/10



Crowpath "Red On Chrome" CD (Earache Records)



Nur eine halbe Stunde lang ist das erste Album des Schweden Quartetts, aber mehr will man wohl ob der hektischen, technischen und noisigen 13 Dampfwalzen auf "Red On Chrome", auch nicht hören. Ursprünglich auf Willowtip in den Staaten erschienen, schafft es "Red On Chrome" nun via Earache Records auch nach Europa. Die Fanbase hat darauf lange gewartet und währenddessen vielleicht Coalesce gehört, denn diese kommen bei "Red On Chrome" spontan in den Sinn. Allerdings waren diese seinerzeit weniger noisig und klanglich dann doch differenzierter. Dass wäre dann auch mein Wunsch für die kommende Platte "Son of Sulphur", die die Band kürzlich fertiggestellt hat: differenzierter und eine etwas vielschichtigere Produktion. Länger wird das neue Album mit voraussichtlich 33 Minuten Spielzeit und 12 Tracks auch nicht, und ist ab Ende November wieder über Willowtip in den USA zu haben.

Rating: 7/10



Darkest Hour "Undoing Ruin" CD (Victory Records)



Mit "Undoing Ruin" klingen Darkest Hour nach wie vor frisch und ich brauche ehrlichgesagt gar nicht mehr Bands die so diesen arschtighten Thrash'n'Death spielen. Die Band bolzt sich mit ihrem eintönigen Sound (positiv gemeint!) durch 11 Songs. Der Aggressionslevel bleibt dauerhaft hoch und mit Erfolgsproduzent Devin Townsend (Lamb of God, Soilwork) hat man auch die nötige Hand gefunden die "Undoing Ruin" produktionstechnisch gekonnt und richtig in Szene setzt: mal atmosphärisch für Soli Parts, mal spröde und rauh für die eintönigen Geschwindigkeitsparts. Insgesamt variiert "Undoing Ruin" schon etwas vom Vorgänger "Hidden Hands Of A Sadist Nation", da die Stücke tighter und ein Tick glatter produziert sind. Ausserdem legen die Jungs bei aller technischen Raffinesse in ihrer Spielweise inzwischen etwas mehr Wert auf Abwechslung, so erscheinen manche Songs nicht mehr ganz so direkt, was aber der Eingängigkeit und Emotionalität von Darkest Hour nach mehrmaligem Hören keinen Abbruch tut. Highlights auf "Undoing Ruin" sind sicherlich "Convalescence" mit dem Refrain "Nothing scares me, nothing thrills me" oder "Sound The Surrender" mit wahnwitzigen Gitarrenparts die einfach nur reinhauen und derbe Spass machen!

Rating: 8/10



Drowningman "Don't Push Us When We're Hot" CD (Thorp Records)



Etwas enttäuscht war ich schon nachdem ich die ersten beiden Tracks auf diesem, dritten regulären, Album gehört hatte. Uninspirierter chaotischer Hardcore, schwach produziert und Drowningman schienen alles von ihrer früheren Magie eingebüsst zu haben. Doch dann bei "Dude Status: Revoked" ein erster Lichtblick: der melodische Gesang und die treibenden, emotionalen Gitarrenlines, erinnerten mich an ihr grossartiges "Rock' n 'Roll Killing Machine" Album. "Don't Push Us When We're Hot" wächst mit jedem Track. Trotz vieler grandioser, typischer Drowningman Momente, bleibt nach ein, zwei Durchgängen zu konstatieren, dass sich die Band, trotz Gründungsmitglieder Brody und Donovan nicht wirklich weiterentwickelt hat. Und das trotz zwischenzeitlicher Auflösung, einem Simon Brody der zahlreiche bezahlte Merch Bestellungen nicht beantwortet, geschweige denn sie versendet hat. Aber das nur am Rande. Also Don't Push Us When We're Hot" liefert den bekannten schizophrenen, hektischen Hardcore mit all seinen melodiösen Bögen und Linien und dazu Brodys, streckenweise witzige und sarkastische Texte. Fazit: ich höre mir 2005 lieber Drowningman an, als eine der durchschnittlichen, uninspirierten Wannabe Bands, denn hier weiss man dann irgendwie doch was man hat.

Anspieltip: "Luck, Love, Life Time Gaurantees And Other Things Assholes Believe In

Rating: 7/10



Earth "Hex: Or Printing In The Infernal Method" CD (Southern Lord Recordings)



Ich bin in der Wüste gefangen. In der totalen Einöde. Mein Wasservorrat ist fast alle und aufgebraucht. Wer geht zuerst drauf, ich oder mein Pferd? Ich weiss, dass ich verloren bin, hier findet mich niemand, ausser vielleicht ein paar Rothäute, die mir die Haut abziehen und sich meinen Skalp an den Gürtel hängen. Als Trophäe.
"Hex: Or Printing In The Infernal Method" ist Musik für Spaghetti Western mit einer Handlung in Zeitlupe. "Hex" ist Musik für Männer. "Hex" ist Musik für Männer in der Einsamkeit. "Hex" ist für Männer mit Bärten. "Hex" ist der Soundtrack für Filme wie Jim Jarmuschs "Dead Man" (Soundtrack dazu von Neil Young). "Hex" ist Black Americana. "Hex" ist Blues. "Hex" ist Drone. "Hex" umgibt gleich zu Beginn diese eigentümliche Country und Western Aura (Morricone). Hier wurde von Dylan Carlson ein grossartiges 5. Earth Album geschaffen, mancher mag enttäuscht sein, weil bei Hex nicht mehr wie bei "2" der Himmel in aller Schwere auf einen niederbricht und die Erde brutal erschüttert, auf der man geht und steht. Dafür geht die Schwere und Härte in die eingangs geschilderte Richtung. Der Sound ist warm, trotz der Einsamkeit und Steppenkälte, welche die 9 Stücke auf "Hex" ausstrahlen. Das von Stephen O'Malley (Khanate, Sunn O)))) kreierte Artwork ist passend – genial, und ich kann nur jedem empfehlen sich die Vinylversion von "Hex" zu holen, da diese noch detailverliebter und schöner aufgemacht ist, mit vielen grossartigen alten Aufnahmen von Indianern, Siedlern etc. Für mich eine der wichtigsten Alben dieses Jahres und ein weiterer Schritt auf meiner Entdeckungsreise in die Klangwelt. -

Rating: 9.5/10



Ennio Morricone "Crime And Dissonance" Do-CD (Ipecac Recordings)



Für mich ist es nicht weiter verwunderlich, dass Ipecacs Mike Patton eine Platte mit den etwas skurrileren, subtileren Morricone Stücken herausbringen wollte, denn irgendwie wird mir mit jedem Durchgang von "Crime And Dissonance" klarer, dass Morricone sicherlich ein grosser Einfluss für Pattons Schaffensweise mit Fantomas, Mr. Bungle etc. war und ist.
29 rare Tracks aus den Jahren 1969 bis 1974 enthält diese Doppel CD und stellt eine bizzare, teils verwirrte, aufwühlende akustische Reise durch Klangbilder, die von atmen, stöhnen, Schreien und Gitarrenspielereien sowie psychedelischen Sitarklängen geprägt ist, dar. Obwohl weit entfernt von seinen berühmten Soundtracks zu Spaghetti-Western wie "Spiel Mir Das Lied Vom Tod" oder "Für Eine Handvoll Dollar", sind die Soundcollagen und Lieder doch eben typisch Morricone wie man ihn mag und gerne hört. Ein dezent gehaltenes, schönes Artwork sowie treffende Linernotes von John Zorn (u.a. Painkiller) runden den positiven Gesamteindruck von "Crime And Dissonance" ab. -

Rating: 8/10




From Monument To Masses "Schools Of Thought Contend" CD (Dim Mak Records)



Schöne Platte, das fällt schnell auf und sie beginnt gleich mit einem von zwei neuen Stücken von From Monument To Masses Stück und plätschert dann über zu 13 abwechslungsreichen Remixes vom Album "The Impossible Leap In One Hundred Simple Steps". Man taucht ein in eine andere Welt, eben in die ästhetisch geschmackssichere von From Monument To Masses. Instrumentale Schönheiten, ja Kleinode reihen sich hier fast schüchtern aneinander, trauen sich kaum zu berühren und stehen im Ganzen wie auch Einzelnen als wahre Perlen da. Dass die Lieder Remixe sind, vermag oft fast nicht mehr hören, könnten sie auch gut als Eigenkreationen durchgehen. Ich mag an dieser Stelle gar nicht all die Künstler aufzählen, die an diesem fast Remixalbum mitgearbeitet haben (sind hierzulande auf weitgehend unbekannt). Lange Instrumentals mit allerlei Samples, Loops und streckenweise Beats, Klang – und Soundlandschaften, episch und schön, Gesangselemente und eben experimentelle Post- Rock Elemente. Das und viel mehr sorgt dafür, dass man mit "Schools Of Thought Contend" schnell eine innige Freundschaft schliesst und dieses Album gerne für länger in den CD Player ziehen lässt. -

Rating: 8/10



Growing/ Mark Evan Burden split CD (Xeng)



Growing sind sicher schon einigen bekannt von ihren 2 Alben auf Kranky und der limitierten, bereits ausverkauften und grandiosen live CD auf Archived. Growing sind hier mit einem fast 19 Minuten dauernden sehr ruhigen Drone/ Ambient Stück vertreten, dass sich ein wenig von ihrem letzten Material abhebt und eben doch so typisch Growing ist: Growing unterscheiden sich meiner Meinung nach von anderen Vertretern des Drone Genres dadurch, dass sie nicht unbedingt düster und dunkel wirken müssen (was schon an ihren mehr oder minder bunten Artworks ersichtlich wird). Das steht ihnen gut zu Gesicht, denn dementsprechend strahlt ihre Musik eine Freiheit und Entspanntheit aus, die sie sogar mit Gesangeinlagen auf ihrer nächsten Platte experimentieren lässt (Link zu einem Mp3 Track in den News). Auch der hier enthaltene Track "Firmament" strahlt eine von Ruhe getragene, subharmonische Atmosphäre aus, die auch erfrischend wirken kann, wie ein kühlendes Bad an einem heissen Sommertag. Tief wie der Ozean, sanft und trotzdem voller Gewalt. Zeitlupentempo. May the drones treat you well.
Mark Evan Burdens Soloeinlage fängt quirlig an (erinnert in den ersten Sekunden an Son Of Clay) und verfällt dann in einen Pianowahn, aus dem man nicht mehr zu erwachen glaubt und dessen Schönheit man erst nach einigen Minuten schätzen und erkennen lernt. Durchzogen ist dieses Pianoexperiment mit dem Namen "10 24 02" mit piepsenden Electronics und allerhand Loops. Man ist hin – und hergerissen zwischen schönen Momenten voller moderner, nennen wir es Kammermusik, und alles hinwegreissenden, komplexen Angriffen auf Gehör und Nerven, und erst nach guten 15 Minuten wird man sanft aus diesem Folterraum der Avant-Garde entlassen. Mark Evan Burden. Wer Philip Glass, John Cage, Keith Jarret und Michael Nyman kennt und mag, sollte sich auch einmal mit Mark Evan Burden beschäftigen.
Erschienen und auch erhältlich ist das, auch optisch bestechende Digipack, beim italienischen Label Xeng: xeng.org

Rating: 8/10


Japanische Kampfhörspiele "Deutschland Von Vorne" CD (Bastardized Recordings)



Tja, sorry für das missratene Coverbild, aber ich konnte es nirgends in adequater Grösse finden - anyone?
Auf "Deutschland Von Vorne" bieten Dir Japanische Kampfhörspiele ihre ganz eigene Interpretation und Auswahl von Liedern mit deutscher Herkunft, in dem für Jaka bekannten Grindpunkhardcore Gewand. Die Lieder klingen punkig, frech – voll auf die Fresse. Die gelungene, rotzige Aufnahme auf Band ist von Grindguru Wolfgang Persy. Entschieden haben sich Japanische Kampfhörspiele für Songs von den Goldenen Zitronen ("Diese Menschen Sind Halbwegs Ehrlich"), Fasaga ("Pogo In Der Strassenbahn"), Extrabreit (Es Tickt"), Funny Van Dannen ("Menschenverachtende Untergrundmusik"), EA80 ("Der Mord Fällt Aus"), Tocotronic (Ich Verabscheue Euch Wegen Eurer Kleinkunst Zutiefst"), Eisenvater ("Der Greuel") und Trio ("Kummer"). "Deutschland Von Vorne" ist kurzweilig zu hören und macht Bock auf mehr, denn nach 23 Minuten ist schon Schluss. Und war bestimmt 'ne mega Sause die Stücke einzuspielen. -

Rating: 7.5/10



Judge "What It Meant – The Complete Discography" CD (Revelation Records)



Judge gehören zu den ganz wenigen Hardcore Bands die ich mir immer anhören kann, waren die "Bringing It Down" LP und die "New York Crew" EP doch sehr wichtig für meine Kindheit und Jugend. Und endlich gibt es nahezu alles von Judge auf einer CD zusammengefasst, mit der Judge "Story" als Linernotes von Porcell, sowie einem dicken Booklet mit vielen interessanten und netten Photos von Mike Judge und dem damals so jungen Sammy Siegler etc. Alle Lyrics sind ebenfalls abgedruckt. Das Layout entspricht ganz dem typischen Judge und Revelation Stil. Selbst dem der Judge immer noch nicht kennt, wird mit dieser CD schnell klar, dass es sich bei Judge um eine der essentiellsten, legendärsten und wichtigsten New York Hardcore Band handelt.
Enthalten sind neben den oben erwähnten Platten noch die "Chung King Sessions", die Abschieds EP "There Will Be Quiet..." sowie ein Song vom "Don Fury Demo", von dem noch 2 weitere Songs existieren, welche aber der Vinylversion von "What It Meant – The Complete Discography" vorbehalten bleiben. Ich erspare mir jetzt und hier vom unglaublichen Aggressionslevel und der Brutalität der "New York Crew" EP zu sprechen, mit dem genialen Blitz Cover "Warriors" etc. Von den Lyrics, die mir früher die Welt bedeutet haben ganz zu schweigen. "I chose to stay away because i want to keep control, my head is thinking straight but my heart says explode". -

Rating: 9/10



Made Out Of Babies "Trophy" CD (Neurot Recordings)



Gleich vorne weg, das ist keine Band die ich sonderlich mag und ich finde dieses Signing auch für Neurot Recordings nicht unbedingt förderlich. Genauso wenig wie die Big Business Platte auf Hydra Head fehl am Platz ist. Muss nicht sein. Made Out Of Babies kommen aus Brooklyn, New York und legen mit "Trophy" ihr Debut Album vor, dass soundmässig einigermassen ordentlich daher kommt und Sängerin Julie Christmas brüllt bzw. kreischt in knapp 39 Minuten Laufzeit alles weg was sich da so in ihren Weg stellt. Klar, der Sound ist ordentlich, heavy, metallisch und manchmal rockig - dreckig und Jesus Lizard lassen an vielen Ecken grüssen, doch mir ist das insgesamt einfach zu nervig. Ja ich bin in diesem Fall so oberflächlich. Erinnert sich noch jemand an L7? In diese Rictung geht das, nur meine ich mich erinnern zu können, dass mir diese damals weit besser gefallen haben. Auch lehne ich mich hier mal ein wenig aus dem fenster und sage das ich einige Elemente Nu Metal sind.
Ach ja das fade Design des Booklets überzeugt nicht und hätte ausserdem etwas grosszügiger ausfallen dürfen. Im Pressetext ist zu lesen, dass "Trophy" neben Hörern von Jesus Lizard, Babes In Toyland, The Distillers etc. etwas für Björk Fans sei – ich aber sage um Gottes Willen Björk Fans Hände weg!

Anspieltip: "Ire Fire"

Rating: 6/10



Mönster "Death Before Disorder" CD (Sabotage Records)



Auch hier konnte ich nirgends ein adequates Bild des Covers auftreiben... Jedenfalls, Man könnte meinen Mönster kommen aus Portland oder Schweden, denn ihr Sound geht crustig in diese Richtung, doch weit gefehlt, denn Berlin is the place to be. Dort hat sich die vergleichsweise junge Band vor etwas über einem Jahr als Spassprojekt gegründet. Einflüsse von Bands wie Tragedy oder From Ashes Rise liegen auf der Hand. Live machen die vier Herren bestimmt ne Menge Spass, vorallem nach ein paar Bier. Unter den rockigen Riffs hausen aber doch ein paar Hardcore Elemente, die "Death Before Disorder" in klassischer, alter Manier nach vorne treiben und dem ganzen noch mehr Kick geben. Das Layout gefällt mir auch, neben den kompletten Liedtexten sind noch Erklärungen dazu abgedruckt. Also anhören und Spass haben... -

Rating: 6/10



Rumpelstiltskin Grinder "Buried In The Front Yard" CD (Relapse Records)



Eines vorweg, den Namen der Band und das Coverartwork finde ich gelinde gesagt beschissen. Aber ansonsten haben Relapse mit diesem "criminal thrash" Quintet wieder mal eine Band an Land gezogen die sich des Zuspruchs des typischen Relapse Publikums sicher sein darf. Ob Relapse im Gegensatz zu Today Is The Day (mit all ihren Platten auf Relapse) auch ein wenig Geld zahlt!? 8 thrashige Stücke hauen uns Rumpelstiltskin Grinder um die Ohren, es wird gemosht, nette Solis sind auch mit dabei und ein kehliger, rauher Schreigesang der sich beachtlich seinen Weg durch die kurzweiligen Stücke sucht. das Drumming und die Gitarrenarbeit sind präzise und hervorragend aufeinander abgestimmt, da fehlt nichts und passt auch kein Blatt dazwischen. Dissection vs. Kreator. The Haunted vs. Testament. Knorke.

Anspieltip: "Orange And Black Attack"

Rating: 7.5/10



Sunn O))) "Black One" CD (Southern Lord Recordings)



Grimm die 6., denn mit "Black One" legt das einst als Earth "Tribute" Projekt gestartete Duo um Stephen O'Malley und Greg Anderson ihr sechstes Studio Album vor. Schwarz, schwarz und noch mal schwarz geht es auf diesem Batzen von dickem, zähen Soundbrei zu, aber eines fällt schnell auf, mit "Black One" werden Songwriting und klarere Strukturen erkennbar. Und damit wird "Black One" der Zugang zu Sunn O)) vielleicht so einfach wie nie. "Black One" wirkt konzeptioneller, durchschaubarer und weniger improvisiert wie die Vorgänger. Einzig die Vocal Einlagen von Wrest (Leviathan, Lurker of Chalice, Twilight) und Malefic (Xasthur, Twilight) sind streckenweise gewöhnungsbedürftig und hätte meiner Meinung nach etwas spärlicher ausfallen dürfen. Da wird gekreischt, geschrienen und ausgekotzt. Und alles klingt wie aus dem Grab. Unterschall galore. Herrlich, zumal Malefic für seine Vocal Perfomance in einem extra für die Aufnahmen angefertigten Sarg eingenagelt und nachts im Cadillac Leichenwagen in den Wald gefahren wurde. Hier wird also kräftig zelebriert, inszeniert, damit auch die Vocals schön klaustrophobisch klingen ("Bathory Erzebet"). Weitere Gastmusiker waren neben Noise Spezialist John Wiese auch Oren Ambarchi, dessen Einfluss "Black One" gut tut, und sich fast erfrischend von den "Sarggesängen" abhebt. "Orthodox Caveman" ist wieder ein langatmiges Stück in bester Sunn O)), frühe Earth Manier und sollte keinen Sunn O))) Fan enttäuschen. Überhaupt, enttäuscht wird man von "Black One" nicht, ist es für mich doch der logische nächste (vielleicht durchschaubarste) Schritt der Herren Anderson und O'Malley.

Rating: 8/10



The Now Denial "Viva Viva Threatening" CD (Sabotage Records)



Ok, ich mag schon mal den Titel des Albums und nach dem ersten Song ist klar, die Musik der Bremer (ex-Durango 95) und die Produktion gefallen mir auch. Aber ich muss auch zugeben, dass mir Musik wie diese auch schnell langweilig, zu eintönig wird. Die Produktion klingt relativ dicht und warm, punkig etwas Crust Einflüsse. Dennoch, die Songs sind herrlich rauh, aggressiv und emotional. Und alle 11 Tracks auf "Viva Viva Threatening" haben den nötigen Drive. Wer From Ashes Rise, Tragedy, Severed Head Of State etc. mag, ist auch hiermit nicht falsch beraten. Der rauhe, kehlige Gesang passt bestens zum oben beschriebenen Sound, es fehlt insgesamt nur etwas Abwechslung... oder ich bin einfach zu wenig Fan von solchem Zeugs. Ihr entscheidet. Die Aufmachung von "Viva Viva Threatening" würde ich als gelungen und unspektakulär – schön bezeichnen. –

Anspieltip: "Viva Viva Threatening", "Noesis"

Rating: 7/10



Reviews Fall/ Winter 2005:

So, hier nun die spätherbstlichen Rezensionen. Mancher mag sich fragen wieso in den Rezensionen selten bis gar nicht mehr wirklich schlechte Bewertungen auftauchen. Ganz einfach, mit richtig schlechten Platten will ich mich bei den vielen Einsendungen nicht mehr beschäftigen. Auch diesmal sind wirklich gute Platten dabei, mit denen sich eine nähere Beschäftigung tatsächlich lohnt.


Anubis Rising "Funerary Preamble" CD (Uncouth Industries)



"Funerary Preamble" ist die gesammelte Hinterlassenschaft einer im Endeffekt unbekannten Band aus Los Angeles, die es nie wirklich geschafft hat, eine Stammhörerschaft zu finden. Nicht so schlimm, mag man bei dem Namen und Albumtitel denken, doch musikalisch so schlecht auch nicht. Beeinflusst von Bands wie Neurosis, Isis und Amebix haben Anubis Rising lange, dunkle Songs kreiert, die von schwerem, dissonantem Rock mit Geschrei, über ruhige Ambient Passagen bis hin zu melodischem Gesang reichen,unterlegt von ruhigen, treibenden Gitarren. Was mir nicht gefällt, sind die Produktionen der Lieder, klar, ist eine Diskographie, da klingen die Songs verschieden, aber der Gesamteindruck passt nicht so ganz. Zu metallisch, zu clean etc. Enthalten sind auf der CD die "Funerary Preamble" EP, also die neuesten Songs, die "Scales Of Truth" EP, die Lieder der Uphill Battle Split CD, sowie ein Eye Hate God Cover. Ein interessantes Dokument einer Band, die sicher mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Zu erstehen über uncouth-industries.com

Rating: 6/10



Attractive "s/t" MCD (Welcome Home Records)



Attractive sind eine neue Band mit Mitgliedern von Snapcase und Six Going On Seven auf dem dieses Jahr gegründeten Label Welcome Home Records. Nach dem Ende der allseits bekannten Snapcase haben drei der Jungs (Frank Vicario, Dustin Perry, Benjamin Lythberg) zusammen weitergespielt und an neuem Material gearbeitet. Schliesslich hat man mit Sänger und Songwriter Joshua English von dem Indie – Pop Outfit Six Going On Seven die passende Ergänzung gefunden um Attractive zu gründen. Das Artwork erinnert an die letzten Snapcase Tonträger, kein Wunder denn verantwortlich dafür ist Frank Vicario. Es sieht angenehm schlicht und neutral aus, was auch der Musik gut steht. Musikalisch weit entfernt von jeglichem Hardcore und Snapcase Kontext enthält diese MCD drei energiegeladene, moderne Rock Stücke mit Pop und Punk Einflüssen. Die reichhaltige Vergangenheit aller Mitglieder von Attractive kommt in den Liedern zur Geltung, da sie gekonnt und technisch einwandfrei wirken. Es kommt keine Langweile auf und nach mehr als einem Durchlauf hat besonders das zweite Lied "Mother Tongues" Hitcharakter. Ich sehe diese MCD als Testlauf für ein erfolgreiches erstes Album. Potential dazu haben Attractive allemal. Hörprobe und zu bekommen über welcomehomerecords.com

Rating: 7/10



Burst "Origo" CD (Relapse Records)



Schwedens Burst sind mit "Origo" ganz weit vorne an der Front von gutem, progressivem Metalcore im weitesten Sinne. Neun schöne, dynamisch – laute Songs mit mal aggressivem Schreigesang, mal klaren Vocals und flirrenden Gitarrenlinien. Hart und schwer nach vorne, dann wieder fragil und verletzlich, leidenschaftlichen Ausbrüche, komplexe Melodien etc. Die Synthie Sounds sorgen für eine weitere Erweiterung der Vielschichtigkeit des Albums und vermitteln Momente, die man sonst auf Ambient Platten findet. Wirklich, die Vielseitigkeit von "Origo" ist beeindruckend und lässt sich so schnell nicht beschreiben und auf den Punkt bringen. "Origo" wird Burst hoffentlich hierzulande aus ihrem Geheimtipstatus herausheben. Ausgedehnte Touren sind bereits angekündigt und in Planung. "Origo" ist ein Album, welches wieder einmal gut 3/4 der diesjährigen Metalcore Veröffentlichungen überflüssig macht und zeigt, dass auch in diesem Genre interessante, vielseitige Musik kreiert werden kann.

Anspieltips: "Where The Wave Broke", "The Immateria"

Rating: 7.5/10



Christopher Bissonnette "Periphery" CD (Kranky)




Das Label Kranky gehört für mich 2005 zu den absoluten Gewinnern, denn selten habe ich ein Label gesehen, welches kontinuierlich ein gutes Album nach dem anderen veröffentlicht hat. Um die sphärischen Klänge von "Periphery" zu verstehen, hilft es vielleicht zu wissen, dass Christopher Bissonnette an der Univerität von Windsor Fine Arts studierte und seinen Abschluss in Video und Multimedia gemacht hat. Er kreierte Videos, in denen Bild und Klang untrennbar, als völlig ebenbürtige Elemente miteinander verbunden waren. Dies ist wiederum auch gut für "Periphery" vorstellbar, kommen dem Hörer bei den 7 Stücken und den fast 57 Minuten Spielzeit doch einige abstrakte Bilder, Farben und Formen vor Augen. Ein Album wie geschaffen für Video Installationen etc.
Immer wieder erinnern mich Bissonnettes Klangbilder und Soundcollagen an die ruhigeren, sphärischeren Momente von Tim Heckers ersten beiden Alben. Die Kompositionen auf "Periphery" sind organisch und vielschichtig. Spannungen entstehen und verflüchtigen sich wieder schnell und unbemerkt. Klavier kommt ebenfalls fast unbemerkt zum Einsatz sowie orchestrale Momente. Immer wieder fällt die fast mächtig anmutende Ruhe auf, welche die Songs trägt und die Luft zum schwingen bringt. Jeder kennt im Sommer gegen Abend den Blick auf Wasser gegen die Sonne, wo gleissendes Licht voller flackernder Lichtpunkte entsteht. So klingt für mich Bissonnetts "Periphery". Ein bezauberndes Album, welches es laut zu hören gilt.

Rating: 8/10



Crombie "Forest Walk..." CD (This Generation Tapes)



"Forest Walk" von Crombie aus England ist 11 Mal relaxter, schöner und subtil wirkender, jazziger, instrumentaler Rock, dessen Eingängigkeit schon nach dem ersten Durchgang in Songs wie "Seagulls Are Building An Army" oder "54" zündet. Für all jene, die sich Fragen, was man als vergleiche heranziehen kann, so denke ich, sind die folgenden zu Referenzwecken geeignet: Tortoise, Four Tet oder Caribou. Die Produktion klingt so warm wie die dezente Aufmachung des renommierten Künstlers John Leigh. In den quirligeren, unruhigeren Momenten fallen die Drums auf: gekonnt und technisch sehr versiert wirkt der Mann hinter der Schiessbude. Der Über-Track des Albums ist für mich das wahnsinnige Stück "54", mit einer wahnsinnigen "Mathematik", unheimlich dynamisch – druckvollen Momenten und tollen Melodiebögen. Einfach ein Lied zum 10 Mal hintereinander hören. Der Bass, ob mit der Bassgitarre oder mit dem Synthesizer erzeugt hat auch grossen Anteil an der Eingängigkeit und musikalischen Treffsicherheit der Lieder. Vor dieser Platte waren mir Crombie völlig neu, jetzt aber, nachdem ich sie kenne, werde ich die Band weiter im Auge behalten, mal sehen was da noch so kommt...

Rating: 8/10



Dead Hearts "No Love, Hope" CD (Reflections Records)



Vom äusseren Eindruck (Name, Titel, Artwork) scheinen Dead Hearts kräftig von Converge beeinflusst, bewegt sich "No Love, No Hope" doch in einer ähnlichen Metaphorik. Somit ist der "Bilderrahmen" eher eng gesteckt. Allerdings klingt die aus Buffalo, NY kommende Band dann doch eine Portion anders, und spielt Hardcore der eher an Krachmacher wie Bane, Suicide File oder Terror erinnert. Natürlich sehr kraftvoll und energetisch, wechselnde Melodien mit treibenden, nachdenklichen Elementen. Angepisster, schneller Hardcore mit einem gewissen rauhen Punk und Rock'n'Roll Touch, aber mehr auch nicht. Nichts neues. Nichts weltbewegendes. Die Texte sind nach innen gerichtet, (Stichwort: Selbsterkenntnis) wird aber wohl schon am Titel klar. Ach ja, was ich mag: das glossy Papier, aus dem das Booklet gemacht ist. Fühlt sich schön fest und geschmeidig an, ist doch auch was, oder!?

Rating: 6/10



Doomriders "Black Thunder" CD (Reflections Records)



Die Doomriders sind eine als Spass Projekt gestartete Band um Nate Newton (Old Man Gloom, Converge) und diversen Mitgliedern von Bands wie Cast Iron Hike, Hallraker und There Were Wires, die sich dem Heavy Metal im Sinne alten Acts wie Motörhead, Thin Lizzy, aber auch Entombed verschrieben hat. Von letzteren kommt die noisige Note die in den Songs mitunter mitschwingt und der Hardcore Einschlag gibt dem ganzen das Chiffre "moderner Heavy Metal". 13 knackige, spontane Songs mit offensiven Gitarren - Solis, die wie eine Hommage an die Heavy – Helden der Doomriders klingen, unterlegt mit eben bekannten Heavy Metal Motiven und die kleinen Heavy Metal Klischees werden hier ausgekostet und mit Inbrunst und Freude präsentiert. Natürlich von Kurt Ballou in den Godcity Studios aufgenommen, der "Black Thunder" in das nötige, aggressive Gewand gepackt hat. Das Artwork stammt von Ryan Patterson (Initial Records, Black Cross) und zeigt auf dem Cover den Sensemann wie er auf einem schwarzen Ross reitend Blitze wirft. Ride or die – im Falle der Doomriders das Skateboard. Yeah.

Anspieltips: "Black Thunder", "The Chase"

Rating: 7/10



Fear Falls Burning "He Spoke In Dead Tongues" Do-CD (Projekt/ Ikon)



Der in der Drone/ Ambient Szene bekannte VidnaObmana (aka Dirk Serries ) aus Belgien steckt hinter Fear Falls Burning. Nur dieses Mal ist eine Gitarre sein Hauptwerkzeug, um experimentelle Drone/ Ambient Klanglandschaften in Stein zu meisseln. Teilweise wie dunkle Träume ziehen sich die Stücke auf dieser langen Do-CD mäandernd durch monolithische Drone Felder die immer wieder in lauten, Power-Drones à la Sunn O))) ausufern. Immer wieder jedoch wird dieses minutenlange, mächtig heroisch wirkende Dröhnen von sanfteren, kristallinen wie monotonen, erholsamen Drones durchbrochen und durchblutet. Kontrapunkte werden intelligent gesetzt und die bisweilen düstere bis traurige Stimmung von traumhaften Lichteinfällen durchflutet. Hier wieder der Rat die Drones und Ambiancen direkt beim Einschlafen zu hören; zwischen den Welten. Hier zeigt sich dann auch die Wirkung am unmittelbarsten: Ängste von Einsamkeit und ewigem Alleinsein werden geweckt, coconartige Klangfäden werden heilend um einen gesponnen. So alleine ist man dann doch wieder nicht. "Lo-Fi Vintage Guitar Drone" ist die kürzeste, lakonische wie treffende Formel des Artisten selber, mit der er sein Schaffen bezeichnet.

Rating: 9/10



Face Tomorrow "My World Within" MCD (Reflections Records)



Erst kürzlich sind Face Tomorrow im Rahmen der Popkomm hier in Berlin aufgetreten um ihr neues Album "The Closer You Get" vorzustellen. Dies hier ist ein Teaser der zeitgleich zur Single und dem Video zu "Sign Up" erschienen ist. "My World Within" ist ein emotionaler, rockiger Song, der schön sphärisch und dynamisch rüberkommt. Bei dem Bandnamen hätte ich auch irgendwie eher Old School Hardcore erwartet, aber schön, dass ich eines Besseren belehrt wurde. Außerdem sind auf der MCD noch die "Radio Edit" Version von "My World Within", sowie zwei weitere Mid - Tempo Live Stücke, die in eine ähnlich sanfte und introspektive Richtung gehen, immer wieder durch leidenschaftliche Rock Ausbrüche durchsetzt. Schön. -

Rating: 7/10



Growing "His Return" CD (Troubleman Unlimited/ Megablade)



Mit "His Return" ist das New Yorker Duo um Growing von Kranky zum umstrittenen Label Troubleman Unlimited gewechselt. Allerdings hat das Label bei "His Return" gute Arbeit geleistet und das 3 Stücke Album überzeugt voll und ganz. Auffälligste Veränderung die Vocals bei "Freedom Towards Death", welche fast schon Pop Appeal aufweisen. "His Return" kommt ohne zahlreiche Variationen aus, ist mehr eine kraftvolles, natürliches und warm klingendes Drone Album. Relativ runter gestimmter Bass, dicht und kompakt klingende Gitarren sorgen für eine opake, dronige Klangwelt. Anstatt zahlreicher klanglicher und struktureller Variationen scheint diesmal das Interesse des Duos bei einer Arbeitsweise zu liegen, die sich in Richtung Power Drones bewegt. "Wide Open", der letzte Track des Albums fängt leise an und steigert sich dann stetig zu einer enorm kräftigen, schönen Klangwand, die wie ein schimmernder Ozean im Abendlicht wirkt. Oder wie ein zeitloses, mächtiges Monument, viel zu kurz steht es und doch so lang. Schliesslich zerfällt – und zerbröckelt es und entlässt den Hörer in freudiger Erwartung auf mehr.

Rating: 8.5/10



Harvestman "Lashing The Rye" CD (Neurot Recordings)



Genau richtig für die dunkle Jahreszeit veröffentlicht Steve von Till (Neurosis) das erste von drei geplanten Alben unter dem Pseudonym Harvestman. Stilistisch gesehen ist "Lashing The Rye" obskure, psychedelische, spaceige Gitarrenmusik, über deren traditionellen Songwriterrahmen Drone, Ambient und nicht zuletzt Country Einflüsse gelegt sind. Wieder einmal wird auch Steve von Tills Liebe zu traditioneller keltischer Musik und europäischer Mythologie auf "Lashing The Rye" erkennbar. Harvestman ist für ihn "ein Kraut- / Celt -/Space - Ritual. Irische Folkeinflüsse werden zum Bespiel durch den Dudelsack im letzten Stück "Green Hills of Tyrol/ The Battle's O'er" hörbar gemacht. Die Herangehensweise an die Lieder ist nicht unähnlich der Earth "Hex". Wie so oft, die persönlich wirkenden minimalistischen und düsteren 12 Stücke von "Lashing The Rye" strahlen eine eigentümliche, einsame Schönheit aus. Da wandert im kalten, dunklen Spätherbst der Harvestman über's Land. Um Dörfer macht er lieber einen Bogen. Ohne grosse Aufgabe spaziert er vor sich hin, zu tun gibt es ja auch nichts mehr, die Ernte ist eingefahren, die Blätter welk, die Welt so grau, und der Boden kalt...

Rating: 8/10



Knut "Terraformer" CD (Conspiracy Records)



Gerne erinnere ich mich an das lustige Interview zurück, das ich mit Knut nach ihrem 2002'er Album "Challenger" geführt habe. Und so war ich schon einigermassen gespannt auf ihr drittes Album "Terraformer". Was hat sich seitdem getan bei Knut? Sie spielen keine Live Shows mehr und anlässlich ihres 10 jährigen Bestehens wird ein Remix Album mit dem Titel "Alter" erscheinen (mit u.a. Remixen von Dälek, JK Broadrick, Oren Ambarchi, Mick Harris, KK Null, Ontayso). Eine nicht neue Idee, die gerade in Mode zu sein scheint (siehe u.a. Isis). Kommen wir zu "Terraformer"; als erstes fällt mir das geniale Artwork auf, der Stil ist leicht zu erkennen, es ist von Aaron Turner (Hydra Head, Isis). Er hat es nicht nur am Computer designed, sondern teilweise auch gezeichnet. Zu sehen sind, sich durch das ganze Booklet schlängelnde schwarze Kraken oder Quallen auf gelbem Hintergrund. Was mir ebenso aufgefallen ist; Liedertitel die Ortsnamen tragen, auch keine wirklich neue Idee (siehe Botch und Ländernamen etc.). Kommen wir aber zur Musik. Schnell wird klar, ohne Pro Tools hätten Knut das Album eher schwer so hinbekommen. Das stelle ich jetzt einfach mal so in den Raum. Vielen Stimm – und Movie Sound Samples sind in den meisten der 12 Tracks die Vocals gewichen. Viele Electronics eben. Überhaupt, es entsteht etwas der Eindruck, dass "Terraformer" konstruiert und zusammengesetzt ist. Die Produktion ist typisch Knut, aber etwas "dichter" als die Produktion vom Vorgänger "Challenger", was mir persönlich besser gefällt. Insgesamt ist "Terraformer" ein ziemliches Brett und wer Knut in der Vergangenheit gemocht hat, wird beim Kauf dieses Albums nicht viel falsch machen. Ich jedoch hätte gerne etwas mehr Weiterentwicklung gesehen. Zerfahrene Tracks wie "Solar Flare" jedoch entschädigen mich dann wieder und im Grossen ist "Terraformer" eine gute, solide Knut Platte.

Rating: 8/10



Liar "Murder Manifesto" CD (GSR Music)



Immer noch wichtige Band für die europäische Metal/ Hardcore Szene, auch wenn ihr Zenit vielleicht überschritten ist. "Murder Manifesto" is more metal than your ma's kettle, so lautet der kleinste gemeinsame Nenner. Fängt am brillianten Coverartwork von Stephen Kasner an und hört bei den wahnwitzigen Gitarren auf. Und Hans kreischt immer noch, was die Kehle her gibt. Der Kampf ist also noch nicht gewonnen, aber "Murder Manifesto" ist eine weitere Waffe in diesem aussichtslos scheinenden Kampf gegen das Übel der Welt. Gute 4 Jahre sind vergangen seit ihrem letzten Album "Liar's Hell". Gut da war noch eine Split 2003 mit Sunrise und das diesjährige Demo, aber wieder richtig zur Sache geht es eben hier auf diesem fünften 10 Track Album. Aufgenommen und passend in Szene gesetzt wurde "Murder Manifesto" von Jacob Bredahl, dem Sänger der Metal Kapelle Hatesphere. Die Lieder sind ein wütender Panzer, der sich geladen und mächtig seinen Weg unbarmherzig durch jedes Haus, durch jede Wand bahnt. Liar klingen immer noch wie Liar, das macht sie so sympatisch und ich erinnere mich gerne an vergangene Tage, Liar Shows und die ganzen H8000 Bands. Trash Metal, Black Metal und eben diese frühe 90'er Hardcore Note, das macht Liar immer noch aus und sorgt für ein Comeback mit einem starken Album.

Rating: 7/10



Lichens "The Psychic Nature Of Being" CD (Kranky)



"The Psychic Nature Of Being" beleuchet auf musikalischem Weg Bereiche die man nicht so ohne weiteres einsehen kann und Robert Lowe ist der Kopf dahinter. Denn Lichens ist der Name den Lowe für seine Solo Arbeiten ausgewählt hat und mit "The Psychic Nature Of Being" veröffentlicht Kranky wieder einmal ein sehr eigenes und skurriles Album, das auf seine Weise besser kaum sein könnte. Lowe schafft vorwiegend mit seiner Stimme bizzare Töne und Klangbilder, die einer anderen Welt zu entströmen scheinen. Unterlegt von Gitarrensounds und mit verschiedenen Effekten entstanden so 3 lange, sphärische und mystisch anmutende Tracks die jeder einzeln improvisiert aufgenommen wurden. Es gab keinerlei Nachbearbeitung und so steht jedes Stück als zeitlose Momentaufnahme für sich. "The Psychic Nature Of Being" ist ein körper – und geisterweiterndes Album, mit vielen Stimmen- loops die sich vorhangartig zu langen Drones entwickeln. Das Ganze untermalt von elektrischen wie akustischen Gitarren, letztere fungieren praktisch als der einzige klare Anhaltspunkt in diesem Aeon von dichten, traumähnlichen Klängen die den Hörer immer tiefer mit sich reissen... Touren durch Europe und die USA sind in Planung, sowie die Vinylversion von "The Psychic Nature Of Being" auf dem Psych/Heavy/Folk Label Holy Mountain. –

Rating: 7.5/10



xLooking Forwardx "The Path We Tread" CD (Facedown Records)



Am Namen und Label gleich ersichtlich, hier geht es um Old School Hardcore der schnörkellosen Sorte. Auf 19 schnellen, gerade nach vorne gerichteten Stücken präsentieren sich xLooking Forwardx, die sich seit 1999 dem energiegeladenen, simplen Hardcore mit vielen Breakdowns verschrieben haben. Schlecht gemacht ist das dritte Album der Band "The Path We Tread" nicht, aber im Endeffekt ist das bekannterweise nicht mehr meine Baustelle. Trotzdem, die Songs sind frisch, knackig und leidenschaftlich, mit treibenden Gitarren etc. Live geht da bestimmt auch was. Die Aufmachung dieser CD ist allerdings langweilig und primitiv: Für Old School Hardcore Bands typische Schrift und öde Motive mit Kartenspielmentalität. For fans of Champion, Comeback Kid, Mental.

Anspieltip: "Displacement Theory"

Rating: 6/10



Minsk "Out Of A Center Which Is Neither Dead Nor Alive" CD (At A Loss Recordings)

Überaus gelungenes Debut Album, mit welchem sich die Band eine solide (Fan) Basis für künftige Veröffentlichungen geschafft hat. Seit 2002 ist die Band dabei und hat neben allerlei Toursupport auch ein Demo draussen. Sanford Parker (ex- Buried At Sea) der "Out Of A Center Which Is Neither Dead Nor Alive" zuerst nur in seinen mehr oder minder bekannten Volume Studios (Pelican, Lair Of The Minotaur, Vernomous Concept...) produzieren sollte, ist bei der Band als Vollzeit- Mitglied eingestiegen. Und das heisst schon etwas. Die 6 langen Stücke des Albums sind schwer, metallisch und wuchtig. Die Produktion ist dermassen dicht, da passt kein Blatt dazwischen. Neben den vielen Grooves tritt immer wieder eine psychedelische Note zu Tage, die sicher auch ihren Ursprung in Bands wie Hawkwind und Uriah Heep hat, Bands welche die Band auch als Einflüsse angibt. Musikalisch sicher irgendwo zwischen Hawkwind und schweren, metallastigen Bands wie Mastodon und Konsorten. A journey through psychedelic heaviness.

Rating: 8/10



Moss/ Wolfmangler "Protected By The Ejaculation Of Wolves" CD (Aurora Borealis)



Zweimal bester Extrem Doom Metal, einmal mit Moss und 2 Tracks aus England, sowie mit Wolfmangler und 5 Stücken aus Polen. Der Titel ist eine Reminiszenz an den Grabstein in "The Wicker Man" auf dem steht: "Here lieth Beech Buchanan, protected by the ejaculate of serpents". Düster, schwer und zerfahren klingen die beiden Moss Songs. Man ist geneigt an einen Mahlstein zu denken. Eine nihilistische, graue Welt wird hier fein säuberlich gezeichnet, da bleibt kein Raum für Farben. Wolfmangler jedoch klingen ein wenig poetischer, jazziger. Ein Kontrabass und eine Violine begleiten immer wieder die dröhnenden, massiven Gitarren, sie sorgen einerseits für Dissonanz, anderseits sind sie auch die harmonische Komponente, der Kontrapunkt im Ganzen. Die Kammermusikartigen Elemente von den genannten Instrumenten werden noch durch Piano und Trompete ergänzt und untermalt. Wolfmangler klingen noisig und verfahren, mit schweren Doom Riffs und viel Dissonanz, mit teilweise halblauten, gemurmelten Texten von Hank Williams Jr oder Georg Trakl. Die Atmosphäre, welche die Lieder ausstrahlen wirkt wie ein bösartiger Gnom der am Waldrand scheu zur Stadt blickt und durch's Gebüsch streunt. Wehe dem, der ihm zu nahe kommt. Schade, dass die CD nur im Pappschuber, mit den nötigen Infos bedruckt, vorliegt. Es können daher leider keine Angaben zum Artwork gemacht werden... -

Rating: 7/10



No Turning Back "Rise From Ashes" MCD (Reflections Records)



Noch so ein Klischee - Bolzen auf Reflections Records... nun gut in aller Kürze: Dies ist die Nachfolge MCD zum letztjährigen Album "Damage Done" mit 6 neuen, sowie den 3 Tracks von ihrer ausverkauften Split CD mit The Deal. Gespielt wird weitgehend schnörkelloser, primitiver und kompromissloser Hardcore, der natürlich aggressiv und angepisst klingt. In den USA ist diese Platte, wenn wundert's, auf Bridge Nine Records herausgekommen. By The Way: ist das nicht das Label, das gerne mal seine Mailorderkunden bescheisst und entweder nichts, nicht alles schickt oder die Sachen mehr als lange auf sich warten lässt. Nicht das ich damit Erfahrungen gemacht hätte, aber man hört ja so einiges. Also wer auf Hardcore Marke Madball, No Warning oder Terror steht ist hier richtig. Ich bin es definitiv nicht. -

Rating: 3/10



Oren Ambarchi "Triste" CD (Southern Lord Recordings)



Oren Ambarchi ist ein Percussionist und Gitarrist aus Sydney, Australien, der sich ganz der Ergründung von abstrakter Musik verschrieben hat. Er abstrahiert die Gitarre so weit, bis sie als solche nicht mehr klar zu erkennen ist. Ambarchis Klangforschungen gehen tief und der Titel "Triste" trifft es recht genau, wenn man sich in diese vertonte Welt einlebt. Das sind Töne, Klänge und Bilder die etwas im Hörer wachrufen und sanft und leise an die Oberfläche bringen. Klanglicher Minimalismus auf ganzer Linie. Vertonte Traurigkeit. Vertonte Einsamkeit. Zurückgenommene Klänge, zarte Drones und eine vielschichtige, tiefgreifende Emotionalität die viel Raum entstehen lässt, diesen aber auch wiederum komplett ausfüllen kann oder wegnehmen will. Klänge reduziert auf das Wesentliche. Die ruhigen, unjazzigen Momente von Bohren & der Club of Gore treten mir als Vergleich vor mein geistiges Auge. Komplex und doch so eigenartig klar, repetitiv... das macht Ambarchi aus und gibt "Triste" eine eigenartige, fesselnde Macht. Zum ersten Mal auf CD, vorher gab` s "Triste" nur als LP mit Bonus EP. Im Prinzip besteht "Triste" auch nur aus 2 Stücken, welche noch einmal von Tom Recchion neu interpretiert, also remixed wurden. Das ansprechende Design stammt aus der Hand der renommierten Designerin Tina Frank, die auch durch ihre Arbeiten für Chicks On Speed, Oren Ambarchi & Martin Ng, General Magic oder Florian Hecker bekannt ist.

Rating: 8/10



Overmars "Affliction, Endocrine... Vertigo" CD (Candlelight Records)



Mir ist es fast schon peinlich, dass die Rezension zu "Affliction, Endocrine... Vertigo" erst jetzt erscheint, denn diese CD liegt schon gut ein halbes Jahr auf meinem Schreibtisch. Andererseits ist sie mir in diesem halben Jahr nicht langweilig geworden, und das bedeutet (trotz seltenem hören) etwas. Brachial, gewaltig wie gewalttätig beginnt dieser 12 Stücke Opus, der nicht nur mit einem prall gefüllten (und jetzt gross geschrieben) HEAVY Album daher kommt, sondern dem auch noch eine nicht minder interessante DVD beiliegt. Wie ein roter Faden durchzieht der Satz "Destroy All Dreamers" das fast 70 (!) minütige Werk und gliedert das Album in 5 Teile und bildet den thematischen Rahmen für Dunkelheit, Depression, Wut und schiere Verzweiflung. "Affliction, Endocrine... Vertigo" ist mit Sicherheit kein Album zum "nur mal so eben nebenher hören", vielmehr fordert es den Hörer, stellt Ansprüche, lockt, erschreckt und stösst ab... und schlägt Dir zuweilen einfach so mitten ins Gesicht. Ich will hier nun gar nicht lange rumschwadronieren wie GUT "Affliction, Endocrine... Vertigo" nun ist, ich belasse es bei einer unverblümten Kaufempfehlung mit dem Hinweis sich diese spannende "Reise" meiner französischen Freunde selbst anzutun um ebenso wie ich festzustellen, dass Overmars zum wichtigsten in Europa gehören, was schwere Musik zu bieten hat.

Rating: 8/10




P.H.O.B.O.S. "Tectonics" CD (Candlelight Records)



Der Titel "Tectonics" in Verbindung mit dem Magma auf dem Cover der CD, sowie die glühende Lava auf der Innenseite geben die Stilrichtung vor und man erwartet nicht wirklich leichte Kost. Die Pariser P.H.O.B.O.S. bestehen schon seit 2000 und ihr zäher Industrial mit Elementen des Doom hat durchaus eine ähnliche Faszination wie ein Vulkan der gerade Lava ausspeit. Hier werden Erdkrusten aufgebrochen, Erdplatten verschoben, die 8 schweren Stücke auf "Tectonics" erzeugen Spannung und reiben sich so durch's Gestein. Langsam, zäh und bedrohlich kriecht ein Song nach dem anderen vor sich hin. Rauhe, derbe, fiesklingende Vocals fressen sich in den noisigen Industrial Sounds fest. Benannt nach einem Voivod Song und inspiriert von Acts wie Godflesh oder Neurosis. Die beängstigende rohe Ursprünglichkeit, der Altraumcharakter der Songs, erheben "Tectonics" zu einem Werk mit apokalyptischen Ausmassen. Verstärkt wird dieses Gefühl noch durch die unheilvollen Drones, Soundcollagen, die wie ein geträumter Tauchgang irgendwo unter der Erde erscheinen. Man wacht schliesslich schweissgebadet auf und ist so froh, frische Luft zu atmen. So intelligent gemacht, so derb die Wirkung der Songs, nach gut der Hälfte des Albums hat man genug und will sich aus dieser Landschaft der unruhigen Träume zurückziehen.

Rating: 6/10



Pharaoh Overlord "#3" CD (Riot Season Records)



Pharaoh Overlord ist ein Nebenprojekt der finnischen Band Circle, das in aller Regelmässigkeit grossartige Platten veröffentlicht. Auf "#3" sind 6 absolut hypnotisierende, motorisch groovige und monotone Stücke enthalten, die jedem Kraut/ Psychedelic Liebhaber ein feuchtes Höschen bereiten dürften. Akkorde die wie ein Mantra unzählige Male wiederholt, und nur minimal variiert werden, sorgen für die hypnotische Wirkung der Musik von Pharaoh Overlord. Die Lieder gehen unaufhörlich nach vorne, pulsieren rhythmisch und treffenderweise heisst ein Song "Autobahn" (nein, kein Kraftwerk Cover). "Autobahn" startet dann auch noisig und sehr zerfahren, was sich die ganzen 10 Minuten des Tracks auch nicht ändert. Hier gräbt sich ein defekter LKW tief in die Leitplanken und reisst Asphalt auf. Durch die monotone Gleichmässigkeit der Drums, und des Bass wirken die Lieder einerseits statisch und stagnierend, aber im Endeffekt sind dann da die total quirlig, unruhigen Gitarren, die obskuren Gitarren-Rückkopplungseffekte wie in "Laivaus 17". Und das bleibt hängen. Hellwache Musiker (oder in anderen Sphären beim musizieren?), die präzise auf den Punkt spielen können, Hörbare Einlüsse von B wie Black Sabbath, über C wie Can, über H wie Hawkwind und P wie Pink Floyd.

Rating: 8/10



Pink Floyd "London 1966/ 1967" CD (Snapper Music)



Mit "London 1966/ 1967" ist ein faszinierender Einblick in die frühen Tage einer der interessantesten Rock Bands gelungen und die zwei Stücke der CD treffen genau bestens meine aktuellen musikalischen Vorlieben. Die Songs sind die ersten Aufnahmen von Pink Floyd überhaupt. Es handelt sich dabei um die erste Version von "Interstellar Overdrive", ein Stück, welches später bei Albumaufnahmen noch mal neu eingespielt wurde. Der zweite Track ist "Nick's Boogie", ein knapp 12 minütiger Studio- Improvisationsjam, der psychedelischer nicht sein könnte. Der Enhanced-Part der CD enthält den kompletten Film zu "Interstellar Overdrive", sowie Interviews zur Londoner Szene in den späten 60'ern mit Mick Jagger, Michael Cane, David Hockney und Julie Christie. Hinter der Kamera der legendäre "Movie Maestro" Peter Whitehead. Er hatte Pink Floyd, damals noch ohne Plattenvertrag, ins Londoner Sound Techniques Studio eingeladen und während ihrer Psyche-Jams gefilmt. Ausschnitte daraus sind mit vielen Videoaufnahmen aus dem lebendigen London der damaligen Zeit verbunden und mit der Musik von Pink Floyd unterlegt. Die CD kommt im stylischen Digipack und fängt noch mal die Stimmung vom London der 60'er Jahre gekonnt ein.

Rating: 8/10



Shora "Malval" CD (Conspiracy Records)



Nach langer Schaffenspause melden sich Shora mit "Malval" als offene, progressive Musiker zurück, die sich nicht scheuen, ihre Musik radikal zu verändern und mutig neue Wege zu bestreiten. Denn ausser dem Namen, ist von dem alten Noisecore Act Shora nichts mehr geblieben. Manch einer mag enttäuscht sein, ich bin es nicht. Epischer, atmosphärischer Instrumental Rock mit langen Ausklängen und Übergängen und haufenweise fitem Songwriting, das von der Band gekonnt abgespult wird wie ein Schweizer Präzisionsuhrwerk. Wahnsinnige spannungsgeladene Momente und Melodien, die nur so vor fesselnden, hypnotischen Gitarrenlinien und Bögen strotzen. Hier werden musikalische Trips geschaffen, die der Wirkung so mancher Droge in nichts nachstehen und die sich tief ins Unterbewusstsein einfressen und eine grosse, epische Traumlandschaft erzeugen. Malval schreit förmlich danach laut gehört zu werden. Es wird mit "Malval" deutlich, dass sich die 4 Schweizer wohl intensiv mit der Vergangenheit des Rock beschäftigt haben, anders sind die zahlreichen 70'er Anleihen nicht zu erklären. Einzige Mankos für mich: 1. der weibliche Gesang am Ende der 4 Lieder ist überflüssig und 2. das Album hätte ruhig länger sein dürfen als die 4 Lieder mit etwas über 33 Minuten Spielzeit. Die Produktion ist perfekt und irgendwie erinnern mich Shora mit "Malval" an Breach und ihren unglaublichen Sprung von "Venom" zu "Kollapse".

Rating: 8/10



Since By Man "Pictures From The Hotel Apocalypse" CD (Revelation Records)



Since By Man sind nach "We Sing The Body Electric" und der letztjährigen "A Love Hate Relationship" EP ihrem "Durcheinanderstil" treu geblieben und mit "Pictures From The Hotel Apocalypse" fliegen einem eigentlich auch nur Kracher um die Ohren. Chaotisch, vertrackt, melodiös und tanzbar und dann doch wieder nicht, brutal und roh, ein Tick Converge hier, eine Prise The Dillinger Escape Plan da. Und über allem eine Note "Screamo" (wie ich diesen Ausdruck hasse...). Die 10 Lieder auf "Pictures From The Hotel Apocalypse" sind allesamt brachial und voll nach vorne gespielt, was auffällt ist das hohe Niveau auf dem Since By Man agieren und musizieren. Auch auf dem Feld von elektronischen Klangspielereien beweisen Since By Man ein lockeres Händchen, sind doch diese Parts allesamt gekonnt und ohne weiteres in die Musik integriert. Nur befürchte ich ein wenig, dass die Musik für den Hörer zu anstrengend ist, um einer breiteren Öffentlichkeit zu gefallen, beziehungsweise um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Mein Favorit auf "Pictures From The Hotel Apocalypse" ist "The Neon Wilderness", das einerseits durch die straight herausgekotzten Vocals und durch unglaublich faszinierende, fesselnde Gitarrenarbeit und Melodien besticht. Erinnert mich fast an Refused zu "The Shape Of Punk To Come" Zeiten. Auch die laute Produktion des Albums ist überdurchschnittlich gelungen. Design technisch sind Since By Man wie immer weit vorne dabei und beweisen erneut, dass sie anspruchsvolles, spärliches Design mit einem Augenzwinkern ohne weitere Probleme paaren können und so ihren eigenständigen Gesamteindruck weiter festigen und ausbauen.

Rating: 7/10



So I Had To Shoot Him "Alpha Males And Popular Girls" CD (Crucial Blast Records)



Also ich habe schon einige Probleme den Namen gut zu finden, und leider sieht's bei der Musik ähnlich aus. Um es kurz zu machen, es liegt einfach weitgehend an der weiblichen Stimme. Macho Gelaber mag der/die ein – oder andere denken. Mir egal, ist so. Grind/Metal-core trifft auf weibliches Gejaule, so lautet mein gemeines Fazit der 10 Stücke von "Alpha Males And Popular Girls". Bin ich sonst so begeistert über die mutigen, unkommerziellen Schritte die Crucial Blast gehen, so ist für mich hiermit eine Grenze erreicht. Hektische, komplexe Metal Riffs und eine hysterisch – punkige Sängerin die schon auch mit einem kräftigen 80'er Pop Einschlag operiert. Mögen die technisch versierten Songs ja prinzipiell ganz gut sein, so ruiniert mir die Stimme alles. "Like a modern-day Blondie with blastbeats... Tja nix für mich.

Rating: 3/10



Snowblood "Being And Becoming" CD (Super Fi Records)



Glasgow, Schottland ist die Heimat von Snowblood, einer Band, die schweren, metallischen Rock im Stile von Neurosis, Botch und Konsorten mit den ruhigeren Parts von Godspeed You! Black Emperor und Mogwai kombiniert und dabei nicht gerade übel klingt. Es wechseln sich also sanfte Momente mit klarem Gesang und roheren, rauhen Liedteilen ab, die schroff wie die schottische Küste wirken. Stellenweise weisen die 8 epischen Songs eine ähnliche ästhetische Liedstruktur auf wie Isis: langsame, sich schier endlos wiederholende Parts, die dann aber in sanftem Gesang ausufern und schliesslich laut werden und eine Stoner/ Sludge Note bekommen, während der Gesang zum Doom- Metal beinflussten Geschrei wird. Gefallen mir die Ideen und Herangehensweisen an die Lieder eigentlich gut, so stelle ich aber fest, dass mir die Produktion zu unausgegoren und metallisch ist. Das lässt auch immer wieder den monströsen Groove kaputtgehen, den die Lieder eigentlich haben. Auch das Artwork wirkt lasch und langweilig, so sorgt beispielsweise das völlig misslungene Coverartwork nicht unbedingt für Lust, sich die Platte mal im vorbeigehen aus dem Regal zu ziehen und anzuhören. -

Rating: 7/10



Subtract By Two "Agoniser Ecrire" CD (This Generation Tapes)



Experimentelle Klanglandschaften des Duos James W. Hill und Kyle Bobby Dunn mit anderen (Gast)Musikern, die auf "Agoniser Ecrire", einer weitgehend ruhigen und persönlichen Platte, minimalistische, teutonische Drone Felder unter Einsatz der üblichen Effekte, Samples und Repetitionen schaffen. Sicher, am Anfang ist es doch ein wenig schwer sich in die 4 Stücke einzuleben, doch sieht man sie im Kontext von experimenteller Musik und seltsamen, sphärischen wie subtilen Stimmungen, so entfaltet "Agoniser Ecrire" doch eine eigentümliche, surrealistische Stimmung, die erst nach und nach ihre Schüchternheit verliert. Das letzte Stück, "A Transgression Suite", offenbart dann nämlich voller Zuneigung zur Welt und zum Leben seine Schönheit. Der Einsatz klassischer Instrumente wie Geige und Klavier lassen irgendwie das Gefühl entstehen, den Soundtrack zu einem (Liebes-)Film zu hören, der in einer Welt von ruhigen Bewegungen, sanften Farben und auf dem Lande spielt. Ein Film der eben auch nicht mit der genannten Schüchternheit geizt. Die Aufmachung unterstreicht den oben skizzierten Eindruck durch seine sanften Farbkompositionen, sowie durch die unscheinbare, zurückhaltende Motivwahl.

Rating: 7/10



Suzukiton "Service Repair Handbook" CD (Crucial Blast Records)



Suzukiton sind räftiger, schnörkelloser und wuchtiger Instrumental – Rock mit Mitgliedern von Alabama Thunderpussy. Ihre Heimat ist Richmond, VA und seit 1998 sind die Herren schon zu Gange, haben allerdings erst 2001 ihr Line–Up komplett bekommen um mit "Service Repair Handbook" ein Rock Album aufzunehmen, dass von vielen Repetitionen und ähnlichen Bildern und Strukturen lebt. Progressive, technisch saubere und imposante Instrumentals mit Stoner und Math Metal Elementen und eine sich stetig nach vorne wälzende Soundwand machen die Faszination von "Service Repair Handbook" aus. Brachialer, voluminöser Heavy Metal mit Monstrosität die an Bands wie Pelican erinnert doch auch sicher für jeden Mastodon Liebhaber interessant ist. Hier wird gewalzt was das Zeug hält, und hat man nur eine Kleinigkeit übersehen, wird eben umgedreht und noch einmal alles platt gemacht. So einfach geht das. Artwork, Bandname und Titel sind wohl als Hommage und Zeichen für die Liebe der Bandmitglieder an Suzuki Bikes zu verstehen. -

Rating: 7/10



Switchblade "s/t 2006" CD (Trust No One Recordings)



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Rating: 10/10



Tenhorned Beast "Woe To You, O Earth And Sea" CD-R (Nothingness Records)



Bereits ausverkaufte, auf 111 Stück limitierte CD-R auf dem Belgischen Label Nothingness Records. Verpackt ist die CD-R in einem DVD Case. Bald noch einmal zu haben, mit etwas anderem Artwork über die Labelseite nothre.com – also schnell sein. "Woe To You, O Earth And Sea" ist der Nachfolger zum 2004 Debut "Ten Stars, Ten Horns" und schon nach einigen Sekunden wird schnell klar, hier wird es einem einsam und bitterkalt ums Herz. "Woe To You, O Earth And Sea" ist eine 66 minütige Reise durch Einsamkeit, Angst und sagen wir philosophisch Weltenschmerz. Kranke, laute Gitarrenriffs, die irgendwie wie ein Spaziergang durch eine neblige Moorlandschaft klingen, Sunn O))) kommen mir natürlich in den Sinn. Viele Rückkopplungen, schwere Drones und tiefschwarze, langatmige Ambiencen machen "Woe To You, O Earth And Sea" zu einer kleinen Überraschung für mich.

Rating: 8/10



The Mass "Perfect Picture Of Wisdom And Boldness" CD (Crucial Blast Records)



Interessante, abwechslungsreiche Platte die viele Sparten bedient, sauber produziert ist und die Band spielt auf technisch hohem Niveau. Streckenweise episch, jazzig und irgendwie doch so Heavy Metal, thrashig bunt. Die jazzige Seite von The Mass muss erwähnt werden, denn sie ist wirklich intelligent in die acht Tracks auf "Perfect Picture Of Wisdom And Boldness" eingegliedert und wird auf Stücken wie "Corpsewielder" gekonnt integriert. Während sie ein Lied weiter zum Nervtöter in bester Grind/John Zorn/Painkiller Manier wird. Um dann ein Track weiter wieder zur quasi - romantischen Saxophon Einlage auf dem Fast - Instrumental "Meditation On The Some Carcass" zu werden, welches gegen Ende richtig wuchtig explodiert. Komplexe, mathematische Strukturen, schleichende Heaviness, nervende Saxophon Einlagen und stimmliche Attacken, die von melodischem Gesang zu Grindcore Vocals reichen. Asymmetrische, kryptische Schwere und Staccato Riffs ufern aus in simplen Metal Spielereien und ackern weiter, landen schliesslich in Post – Rock Elegien. Anstrengend, aber gut ohne Zweifel. –

Anspieltip: "Corpsewielder"

Rating: 7/10



The Twilight Transmission "The Dance Of Destruction" CD (Revelation Records)



Eines gleich vorweg "The Dance Of Destruction" von den OC Kaliforniern The Twilight Transmission ist ein grossartiges Rock Album, das ich mir in nächster Zeit mit Sicherheit noch oft anhören werde. Als ich die CD das erste Mal eingelegt habe, dachte ich zuerst ich hätte neu aufgetauchte Quicksand Demos in den Player gelegt, nach ein paar Minuten war auch das "Demo Gefühl" weg und ich kam erstmal aus dem Staunen nicht heraus. Super intensive, schwere, passionierte Rock Songs mit Helmet artigen Riffs etc. Genau, der kleinste gemeinsame Nenner ist hier als Schnittmenge aus Quicksand, Helmet und einem Haufen eigener Ideen zu bezeichnen, die sicher aus der musikalischen Vergangenheit der Jungs bei Bands wie Outspoken, Eleven Thirty Four und Mean Season, herrühren. "The Dance Of Destruction" klingt frisch, musikalisch hochwertig und innovativ. Dazu hoffnungsvolle Texte wie in "Freakshow": "Don't be afraid to redefine your life and drop out, Out of the roles, Out of the molds now." Die 8 Stücke auf "The Dance Of Destruction" überzeugen vor allem durch ihre Leidenschaft, die unglaubliche Dynamik der Rhythmen und die druckvollen Gitarren. Das "Raben" Design des Booklets ist in Ordnung, hätte aber ein wenig spektakulärer ausfallen dürfen. -

Rating: 7/10



Totimoshi "¿Mysterioso?" CD (Crucial Blast Records)



Totimoshi bestehen schon seit 1997 und haben bisher drei Alben veröffentlicht, von denen "¿Mysterioso?" das zweite aus dem Jahr 2002 ist, und nun von Crucial Blast wieder veröffentlicht wird. Neben ein paar Veränderungen am Sound und der Verpackung, enthält "¿Mysterioso?" einige CD-Rom Features als Bonus, wie etwa Photos und (Live) Videos. Musikalisch bietet die Band aus Oakland, Kalifornien acht Mal schweren, sludgigen Rock. Streckenweise immer wieder instrumental und dann taucht wieder die verzweifelte, kehlige Stimme des Sängers zwischen den hypnotischen, treibenden Riffs auf. Brachial, dennoch emotional und irgendwie unruhig. Viele bedrohlich wirkende und dynamische, groovige Songstrukturen. Kein Wunder für mich, dass Totimoshi schon als Vorband zu Helmet und den Melvins eingeladen wurden. Wären auf Touch & Go oder Amphetamine Reptile sicher auch gut aufgehoben mit ihrem Sound. –

Anspieltip: "Dirt Farmer"

Rating: 7/10



Tribes Of Neurot "Meridian" CD (Neurot Recordings)



Anlässlich des 10 jährigen Bestehens von Tribes Of Neurot und beinahe unzähligen Veröffentlichungen bringt der Neurosis – Ableger mit "Meridian" eine weitere Platte heraus, die den Entwicklungsweg von Tribes Of Neurot sichtbar dokumentiert. Findet man hinter den 10 Stücken durchaus konzeptuelle Ähnlichkeiten zu Neurosis, so ist die Umsetzung und Perspektive dann doch anders. Natürlich ergeben sich ähnliche Spannungsfelder, sowie tiefe und schwere Klangbilder, doch Tribes Of Neurot driften nie ab in extatische Wutausbrüche. Es empfiehlt sich "Meridian" spät am Abend bei schwachem Licht und gedämpftem Geist zu hören. Wo Neurosis offen kämpfen, wenden Tribes Of Neurot Guerilla Taktiken an... versteckter Häuserkampf im Nebel. Subtile Ambient Sounds, mit verfremdeten organischem Samples, schweren Gitarren und viele elektronische Spielereien lassen "Meridian" zu etwas werden, was das Unterbewusstsein zu stimulieren vermag und so den Geist zu neuen Hörerfahrungen öffnet. Für mich wie erwähnt spät abends, beim Einschlafen... zwischen den Welten.

Rating: 8/10



United Movement "Rock Destroys Your Mind" CD (Trost Records)



Immer mal wieder schneien bei mir CDs aus dem benachbarten Österreich herein, gut so, denn über deren Bands, Szenen etc. erfahre ich viel zu wenig. "Rock Destroys Your Mind" ist auf Trost Records erschienen, einem Label & Vertrieb aus Wien. Dort sind wohl auch United Movement und ihre musikalische, "amoklaufende Großstadt-Psychose" zuhause. Kleinster Nenner für das was United Movement auf "Rock Destroys Your Mind" abfackeln und abfeiern ist der Begriff Noise Rock. 12 laute, verzerrte, rotzige und chaotische Stücke werden dem Hörer um die Ohren gehauen. Viele gute Elemente machen "Rock Destroys Your Mind" zu einer insgesamt fast runden Sache, aber zwei Dinge sind mir aufgefallen: einmal ist für diese Art von Musik das Album definitiv eine gute halbe Stunde zu lang und zum anderen packt die Band immer wieder zu viele Ideen in einen Song, was auf Kosten von Eingängigkeit, Rhythmusgefühl und schlussendlich auch auf Kosten des guten, dreckigen "Noise" im Rock geht. Wenn mich jemand versteht. Diese Punkte auf dem nächsten Album beherzigt, sowie eine gute Promotion im Rücken würden die Wiener von United Movement sicher entscheidend weiterbringen, denn da ist jede Menge Potential vorhanden. Das Design und Artwork der CD ist gelungen und passt sehr gut zum Art/ Noise – Rock Kontext. Hörproben sind auf unitedmovement.com zu finden.

Rating: 7/10



White Circle Crime Club "Written In Black" CD (Conspiracy Records)



Ein bisschen knüpft die Rezension an die obige von United Movement an, und vielleicht lesen die Jungs sie sogar und verstehen worauf ich bei meiner leisen Kritik hinaus wollte...
Jedenfalls, White Circle Crime Club kommen aus Belgien und nach einer EP im Jahre 2003 veröffentlicht die Band ihren ersten Full Length Schlager, der sie auch über ihre Landesgrenzen hinweg bekannt werden lässt. Musikalisch bewegen sich White Circle Crime Club irgendwo in einem Post – Hardcore Feld mit einigen Wave - Anleihen aus den Achtzigern. Ohne grossartig Namen nennen zu wollen, einige Dischord aus den frühen Neunzigern kommen mir auch in den Sinn, Sonic Youth, Q And Not U, Joy Division gehören sicherlich auch zu den Einflüssen der Belgier. Laute Parts mit verzerrten, noisigen Gitarren und hysterischem Geschrei werden auf "Written In Black" gekonnt gepaart mit ruhigeren, melodiös – treibenden Liedteilen, die urplötzlich explodieren können und live sicherlich zu der ein – oder anderen spastischen Tanzeinlage einladen. Überhaupt, manche Stücke haben schon fast Hit Charakter und bringen den Live Charakter der 9 Lieder voll zur Geltung. Klar, streckenweise nervt die Schrägheit der Songs dann doch, aber wie immer bei Bands diesen Genres: das gehört dazu und muss so sein. Die Aufmachung ist sehr stylisch und weiss den Gesamteindruck der Band auf ästhetische Weise zu unterstreichen. Haben White Circle Crime Club eine grosse Zukunft? Wir werden sehen.

Anspieltips: "Cut The Cute", "Mutant Disco"

Rating: 7.5/10

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