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All of the Reviews from January - December of the year 2004.

Reviews for January 2004:


America Owns The Moon "s/t" MCD (Benchmark Records)

Was für ein Name ha ha! America Owns The Moon kommen aus Indianapolis und spielen eine rockende Mischung aus Rock'n Roll und Post-Punk. Die Stimme des Sängers klingt manchmal ähnlich wie die von Josh von Shift/ Big Collapse. Die Aufnahme der 6 Tracks klingt roh und knochig, nicht verwunderlich, denn die Songs wurden "live to 2 track" eingespielt. Beim ersten durchhören war ich nicht sonderlich begeistert, aber mittlerweile gefallen mir alle Songs durchweg. Einzig das Booklet, welches leider gar keins ist, hätte etwas "grosszügiger" ausfallen können, aber das Cover und die knalligen Farben holen das irgendwie wieder rein. -

Anspieltip: "Everything Is Gay"

Rating: 7/10



Chimaera "Passion Sets The Killing" CD (Genet Records)

Bei dem Sound den Chimaera haben ist es nicht verwunderlich, dass die 5 Herren aus Belgien kommen, und ähnlich wie Congress und Liar klingen. Die Aufnahme ist hervorragend, allerdings ist bei Bands wie Chimaera die Gefahr groß, daß sie in der Mittelmäßigkeit des Metalcore untergehen. Mit Hardcore hat diese Platte allerdings weniger zu tun. Benannt hat sich die Band nach einem Monster aus der griechischen Mythologie. Die Songs sind brutal, roh und teils melodisch, aber nicht sehr kreativ. Wer auf Metal steht, kann hier ja mal reinhören. 9 Songs in nahezu 37 Minuten. -

Rating: 5/10



Converge "Unloved And Weeded Out" CD (Deathwish Inc.)

Da ich diese Platte schon einmal besprochen habe, hier nun die damalige Rezension um einige Punkte ergänzt: Dies ist mehr oder weniger eine Wiederveröffentlichung und ich muß zu Beginn gleich sagen, daß ich nicht so begeistert von dieser CD bin. Ursprünglich wurden einige der Songs schon mal unter dem gleichen Titel vor Jahren auch als Siebenzöller veröffentlicht. Diese 7" ist aber schon lange nicht mehr erhältlich und mittlerweile eine gesuchte Rarität. Neben den 3 Stücken dieser 7", sind noch ein unveröffentlichtes Lied, ein Song von der "Halo In A Haystack" LP, zwei zuvor auf Samplern veröffentlichte Songs, ein Song von einer 5"(!) und 5 Demo Versionen vom "When Forever Comes Crashing" Album, nebst zweier Live Tracks, auf diesem limitierten Vinyl Release zu finden. Insgesamt finde ich das Ganze relativ überflüssig, allerdings macht das schöne Artwork von J. Bannon einiges wieder wett. Richtig cool ist der Song "Undo", der mir bis dato noch gar nicht so richtig aufgefallen ist. Also, wer meint seine Converge Sammlung ergänzen zu müssen, kann getrost zugreifen. Über Reflections Records wird diese CD übrigens noch einmal als exklusive Euro Pressung als LP erscheinen. -

Rating: 7/10



ALBUM OF THE MONTH:

Cursed "One" CD (Deathwish Inc.)

Schon vor dem ersten Hören fällt das schöne Design des Digipacks auf, einfach aber dennoch hochwertig gestaltet, und das dazugehörige Booklet krönt fast noch die Aufmachung. Cursed ist die Band von Sänger Chris Colohan, der vielen von The Swarm, Ruination und Left For Dead bekannt sein dürfte. Cursed spielen dreckigen und metallischen, rohen und brutalen Hardcore. Die 11 Tracks sind meist zügig, die Vocals angepisst und deutlich noisig. Ein Highlight der CD ist sicherlich "How Great Things Happen When You Give Up Hope", ein schweres Instrumental mit allerlei Einflüssen, welche fast schon in Ambient Gefielde abdriften, und die Stimmung von epischen Neurosis Stücken haben. Neben Vergleichen zu Neurosis, His Hero Is Gone oder den Schweden Nine, kommen einem ebenso alte Entombed und ihr "Deathrock", sowie die Melvins in den Sinn. Denn die Songs der aus Toronto, Kanada stammenden Band sind wahrlich monströs, punkig - gewaltätig und voller zerstörender Kraft. Ein grossartiges Album!

Rating: 8.5/10



Embrace Today "Soldiers" CD (Deathwish Inc.)

Hier geht's genau 22:03 Minuten brutal und verdammt aggressiv zur Sache. Das was diese ex-Panic Jungs da vorlegen knallt gewaltig um die Ohren. Sehr schnelle, rockende und brutal moshende Songs mit der knalligen und super aggressiven Stimme des Sängers, diese Platte MUSS einfach laut gehört werden! In diesen 15 Songs entlädt sich wirklich einiges... ein wahres Monster an Platte! Das Cover ziert ein Bild des "Ground-Zero", und auf der Innenseite zum auffalten selbiger noch mal im Posterformat, in den typischen Farben des J. Bannon, der wie üblich bei Deathwish Platten, für das Design verantwortlich ist. Embrace Today klingen verdammt ähnlich roh & brutal wie Terror. Freunde von letzt genannter Band können hier wirklich blind zugreifen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Embrace Today Straight Edge sind? Nein, dann zum Schluss noch folgendes Zitat: There Is One Choice. Straight Edge. There Is Just One... One Fucking Choice".


Rating: 8/10



Green Lizard "Newborn" CD (Epic/ Sony Music Entertainment)

Green Lizard gehören zu den bekannteren Bands Hollands, aber sie sind auch schon seit dem Sommer 1994 dabei. Musikalisch spielen sie eine Mischung aus Grunge und solidem Indie Rock, der mich an Bands wie Helmet oder Quicksand erinnert. Jedoch klingen Green Lizard etwas eingängiger und strukturierter. Produziert hat "Newborn" Clif Norrel, der bekannt ist durch seine Arbeiten mit REM, Skunk Anansie oder Faith No More. Außerdem gibt es auf "Common God" Guest Vocals von Legende Henry Rollins zu hören. Sehr gelungen find ich das 26 seitige Booklet der CD, das so dick ist, dass es kaum noch in die Hülle passt. Auf je einer Doppelseite sind die abstrakten Bilder von Remi Tjon Ajong zu sehen, die mit einzelnen Textzeilen versehen wurden. Sehr schön. Dies Album ist schon im Sommer 2002 erschienen, wer es also noch nicht kennt, unbedingt reinhören. 14 Songs in 51 Minuten. -

Anspieltip: "Self Control"

Rating: 8/10



Loretta "The Translation" CD (Benchmark Records)

Loretta sind eine Rock Band aus Indianapolis, deren Musik sich durch melodische, sanfte Melodien, hohen Gesang und nette Gitarrenlines auzeichnet. Vom Gefühl her erinnern Loretta an alte U2, frühe Radiohead und auch Sunny Day Real Estate. Beeinflusst sind Loretta aber sicherlich auch durch Indie Rock wie Ende der 80'er und der Anfang 90'er in den Staaten gespielt wurde. Eine schöne Platte, die zu gefallen weiß und sicher auch etwas für Coldplay Fans ist. Mehr Infos auf lorettamusic.net
Anspieltip: "Collide"


Rating: 8/10



Modern Life Is War "My Love. My Way" (Reflections Records)

Kraftvollen, leidenschaftlichen und textlich positiv gestimmten Hardcore spielen Modern Life Is War aus Iowa. Die vorliegende CD ist die Lizenzversion der gleichen Platte die in den Staaten auf Martyr Records erschienen ist. Das Booklet und Artwork der CD ist ziemlich ansprechend gestaltet, und alles auf schönes, dickes Papier gedruckt, mit stylischen Photos und Bildern etc. Mit 10 Tracks in knappen 25 Minuten ist die CD für ein Album vielleicht etwas zu kurz geraten, aber zu lang sollte "My Love. My Way" auch nicht sein, denn sonst könnte unter Umständen auch etwas Langweile aufkommen. Also, die Musik ist eine eigenständige Mischung irgendwo zwischen In My Eyes, Suicide File und The Hope Conspiracy. -

Rating: 7/10



Nothing Gold Can Stay "Hate Is Not the Opposite Of Love" CD (Genet Records)


Nothing Gold Can Stay entstanden aus der Asche der österreichischen Band H-Street und wurden durch Mitglieder von Newborn und Falltime ergänzt. Die Musik ist Old school lastiger aggressiver Hardcore voller Power und Leidenschaft mit einer punkigen Kante. Nothing Gold Can Stay gehören definitiv zu den interessanteren Bands Österreichs. Stimmliche Vergleiche lassen sich zu Bands wie Veil oder streckenweise auch By The Grace Of God schlagen. Überhaupt, Nothing Gold Can Stay und Veil haben nicht nur stimmliche Ähnlichkeiten: teilweise klingt auch die Musik wie eine melodischere Version von Veil. Und Strife fallen mir auch noch als Vergleich ein, z.B. in "Hello and Welcome to your Downfall". Am Artwork und Design des Albums gibt's auch nichts auszusetzen, eine gute Platte also. -

Rating: 7/10




No Turning Back/ The Deal "Split" MCD (Reflections Records)


Für mich als Vinylliebhaber ist es immer noch seltsam eine Split CD statt einer 7" in den Händen zu halten, wo doch auf jeder Seite eine Band zu finden ist. Beide aus Holland und Belgien stammende Bands sind mit jeweils 3 Stücken auf der CD vertreten, No Turning Back spielen wuchtigen, schweren Old School Hardcore mit allem was so dazugehört. Zwei der Tracks sind neu, der dritte eine Coverversion von Breakdowns "Vengeance".
The Deal gehen etwas melodischer zu Werke, spielen rauhen, angepissten und wütenden Hardcore, dann und wann mit kurzen Gitarrensolis unterlegt. Erinnert manchmal an alte American Nightmare. The Deal gibt es mittlerweile nicht mehr, aber die Nachfolge Band Rise & Fall tourt im Januar und Februar mit Converge durch Europa. Die Trackaufteilung ist wie bei No Turning Back: zwei eigene Songs und ein Cro-Mags Cover. Das Coverartwork kommt direkt aus dem Hause von Reflections, denn das Coverbild hat Johan Prenger gemalt. Sieht ganz nett aus, und ist auf schönes Papier gedruckt. -

Rating: 5.5/10




Seth Horan "Notwithstanding" CD (Benchmark Records)

Dies ist das nach "This Is The Session" das zweite Solo Album von Songwriter Seth Horan, der unter anderem mit Vertical Horizon auf RCA schon beachtliche Erfolge erzielt hat. Er geht talentiert zu Werke keine Frage, ob als Sänger nur mit seiner fünfseitigen Bassgitarre im Hintergrund oder mit einer ganzen Band als Unterstützung. So ist auch "Notwithstanding" ein Album das zwischen vollproduzierten Songs und seinen Solo Stücken hin – und herpendelt. Die Lieder klingen relaxed, mellow und allesamt sehr entspannt und poppig. Die teils funkigen Rhythmen zeigen sein Talent als Bassist. Die Bassläufe sind den Red Hot Chili Peppers nicht unähnlich, siehe ""Keep To Myself". Für Horans selbst nicht verwunderlich, da eer sich für einen komplett untalentierten Gitarrenspieler hält. Mir persönlich gefallen Songs in denen er mit Bandunterstützung spielt etwas besser, da diese kompakter rocken und melodisch - harmonischer wirken, wie beispielweise in "Just If I". Dieser Song könnte übrigens auch gut tagsüber im Radio laufen, so eingängig ist er. Interessante Platte!

Rating: 7/10



The Pieces "s/t" CD (Benchmark Records)

Ja, The Pieces erinnern mich sofort an Helicopter Helicopter mit ihrer Platte letzten Juni Album des Monats bei uns waren! Auch das hier eine super Platte mit 12 smoothen, abwechslungsreichen und super schönen Gitarren Pop Songs, unterlegt mit den ebenfalls schönen Stimmen des talentierten Songwriters Vess Ruthenberg und Hedi Gluck. Die Stücke sind abwechslungsreich, energiegeladen und nach ein paar Durchläufen "fressen" sie sich in den Gehörgängen fest. Die Produktion ist so wie sie für eine Indie Pop Platte sein sollte: clean, dynamisch und frisch. Manche der Songs sprühen nur so vor Sing-alongs und Hooks. Das CD-Rom Feature der CD enthält noch ein Video, alle Lyrics, Photos und allerlei anderen Schnickschnack. Die Aufmachung des Digipacks ist gelungen und schön, die limitierte 180g Vinylversion des Albums mit unveröffentlichten Songs auf Bonus CD ist allerdings cooler. Frei und unverhohlen: Kaufen, kaufen, kaufen! Im Netz unter thepieces.net zu finden. -

Anspieltips: "Lauren", "Gentlemen and Big Mistakes", "Soda Machine"

Rating: 8.5/10



Reviews for February and March 2004:


A Traitor Like Judas "To Desperate To Breathe In.." CD (Winter Recordings)

Ihr Können will ich den Jungs ja nicht absprechen, aber leider ist diese Musik nicht so mein Fall... Dies ist, nach der Debut MCD, das erste volle Album von A Traitor Like Judas. Musikalisch hat man sich wütendem, meist zügigem Metalcore mit vielen Breaks, Mosh und melodischeren Gitarren, verschrieben. Auch der Sänger variiert mit seiner Stimme zwischen wütendem Geschrei, eher Death Metal lastigeren Parts und Melodie. An der Produktion gibt es nichts auszusetzen: Alle 9 Tracks sind sauber eingespielt und solide produziert. Einzig der Mix des Schlagzeugs hätte etwas differenzierter ausfallen können. Ob A Traitor Like Judas mit ihrem Sound jedoch aus der so oft vorhandenen Mittelmäßigkeit dieses Genres herausstechen, mag ich nicht beurteilen. Sicher, dieses Album ist ein Brecher, aber mir fehlt letztendlich, obwohl die Band versucht abwechslungsreich zu klingen, einiges an Abwechslung in den Songs. –

Anspieltip: "New Sons of Babylon"

Rating: 6/10



Balboa "s/t" CD (Forge Again Records)

Eigentlich wäre das ein gutes Album, allerdings gehen die besseren Momente dieser Platte durch die, meiner Meinung nach, schlechte Produktion verloren. Denn entweder klingt das Schlagzeug zu metallisch oder Stimme ist zu "noisig" und "knisternd" abgemischt. Einzig die Gitarren klingen in den ruhigen, akustischen Momenten so, dass es passt.
Die Musik klingt verzweifelt und melancholisch und mit dem Gesang geht die Platte in Richtung "Screamo". Teilweise werden die Songs dann wuchtiger, brutaler und chaotischer. Also Balboa kombinieren Hardcore, Indie und etwas Punk Rock und kochen daraus ihr eigenes Süppchen, das mich aber leider nicht ganz so überzeugt. -

Rating: 6/10



Blindspot a.d./ Unholy Grave "s/t" Split 7" (Vulgar Records)

Eigentlich sollte diese Split 7" schon vor fast einem guten ¾ Jahr erscheinen, aber nun gut hier ist sie endlich. Blindspot a.d. präsentieren uns hier 4 weitere, auf ganzer Linie überzeugende, Kracher im Stile ihres letzten Albums "Knowledge Vs. Fear": zügiger, grindender Metalcore, metallisch und wuchtig. Besonders der cleane Gesang in "At the End" überzeugt. Die Songs stammen wohl aus den Aufnahme Sessions zum letzten Album. Das Artwork zur Blindspot a.d. Seite sieht sehr cool aus, mit Masken etc. Es passt zum Titel "Von Akteuren und Statisten". Gemacht natürlich vom Meister, André Liegl.
Die Japaner von Unholy Grave hauen dem Hörer 3 schnelle Grindcore Attacken aus dem Jahre 2001 um die Ohren, die es in sich haben. Natürlich mit viel grunzen, kreischen und Schreien. Die Aufnahme wirkt ein bißchen roh und ungehobelt, spielt aber bei derartigem Sound nicht wirklich eine Rolle. Das Artwork haben Unholy Grave selber gemacht, sieht auch cool aus. Insgesamt geht die Unholy Grave Seite auch in Ordnung, ist aber nicht ganz mein täglich Brot.

Rating: 7.5/10



Destiny "The Tracy Chapter" CD (Lifeforce Records)

Ich weiß nicht, viele werden mir sicher widersprechen, aber ein neues Album wird mir nur schlüssig präsentiert wenn ich die gesamte Platte, also inklusive kompletten Artwork vorliegen habe. Leider kommt diese CD zur Rezension in einem, sagen wir mal, schlichten "Pappschuber", auf dem neben lächerlichen Dingen wie "This CD... must be returned on demand" nur die Tracklist steht. Kann ich nicht so viel mit anfangen, sorry.
Bis auf das Geschrei des Sängers gefallen mir Destiny soweit gut, der cleane Gesang kann mehr, das Geschrei ist mir etwas zu "prollig". Beim hören kommen mir Bands wie Remembering Never und natürlich Poison The Well in den Kopf. Wobei ich Destiny den letzt genannten auf vorziehen würde. Also, wuchtiger, brutaler und metallisch klingender New School Hardcore mit viel "Mosh" und emotionalen, melodischen Parts. 12 solide Songs in 44:05 Minuten.

Rating: 5.5/10



End Of Days "Hate Anthems" MCD (Spill The Blood Records)

Ok, das hier ist definitiv nicht meine Welt, deswegen will ich diese Rezension etwas kürzer halten. End of Days kommen aus dem Ruhrpott und spielen genau die Mucke die man braucht um in der härtesten Ecke Deutschlands (ha ha!) zu überleben: fieser metallischer Metalcore mit Death Metal Einflüssen, der Fans von Merauder, All Out War oder auch Htebreed durchaus gefallen kann. Das gesamte Album ist mir auch wesentlich zu metallisch produziert, jedoch hält die aggressive Stimme des Shouters irgendwie dagegen. Drei der fünf Jungs haben zuvor bei Surface gespielt und direkt nach dem Ende der Band im Sommer 1999 End Of Day gegründet. Für den Pott wahrscheinlich das Richtige, für mich leider nicht. 6 Songs in 22 Minuten. -

Rating: 4/10



Harkonen "Dancing" MCD (Initial Records)

Wow, mit "Dancing" liefern Harkonen eine unglaublich frische und druckvolle neue MCD ab, die sogar um Längen besser ist als ihr letztes Album "Shake Harder Boy". Außerdem, wer hätte gedacht, dass die Jungs auf Initial Records landen, und nicht weiterhin über Hydra Head veröffentlichen. Die 5 "Art Rock Hard Rock" Songs hat kein geringerer als Jack Endini produziert. Woher man den Mann kennt? Nun, die Liste ist lang: u.a. Nirvana, Mudhoney, Murder City Devils, Soundgarden, Melvins und viele mehr. Die CD kommt im Digipack und für dessen Aufmachung wurden Live Bilder verwendet. Auf dem Backcover der CD noch folgender Hinweis der Band: "Throw beer at us". Yeah!

Rating: 8.5/10



Ken Mode "Mongrel" CD (Escape Artist Records)

Ken Mode haben mich erst nach dem zweiten Durchlauf mit ihrem, Achtung Band Zitat, "Mammoth Metallic Noise Rock" in ihren Bann gezogen. Diese Beschreibung des aus Winnipeg, Canada stammenden Trios bringt es auf den Punkt: dort wo andere Bands oft Schwäche zeigen, gelingt es Ken Mode wunderbar ihre technischen Fähigkeiten auszubauen und um Art/ Math Rock Facetten gekonnt zu ersetzen. Definitiv ein Platte die erst nach mehreren Durchläufen wächst und ihre wahre Grösse offenbart. Komplexe Riffs, wenige melodische Gitarrenlines und ein frustriert klingender Sänger, arbeiten sich wütend und voller Power durch die 9 Tracks. Ken Mode schaffen zu dritt die Mischung aus Metal, Hardcore und Noiserock, die andere Bands oft nur zu fünft schaffen. Will sagen, "Mongrel" ist ein ziemlich fettes Geschoss. Für das Artwork ist Aaron Turner (Isis, Hydra Head) verantwortlich, ich würde es nicht als überragend bezeichnen, aber sieht ganz nett aus. "Mongrel" kann ich uneingeschränkt zum Kauf empfehlen, weiter so Jungs!

Rating: 8/10



Keelhaul "Subject To Change Without Notice" CD (Hydra Head Records)

Mit diesem neuen Album haben Keelhaul wieder einmal alles richtig gemacht. Die ganze Platte strotzt nur so vor Spielfreudigkeit, Dynamik und Ideenreichtum. Was vielleicht schnell auffällt ist, dass Keelhaul im Vergleich zum Vorgänger etwas melodischer geworden sind, aber das steht ihnen gut und macht die Platte auch ein wenig zugänglicher als die letzten Platten. Auf einen Nenner bringen lassen sich Keelhaul immer noch schwer, denn wirklich vergleichen kann man die Band nur schwer. Gesang gibt es wenig, nur hin – und wieder einmal um die den entstehenden Klanglandschaften mehr Ausdruck und Tiefe zu verleihen. Begriffe und Namen wie Black Sabbath, 70's Prog Rock, etwas Doom Metal und "Math Metal" fallen einem im Zusammenhang mit Keelhaul ein – von Black Sabbath der Groove und letzterer Begriff als Synonym für komplexe Rhythmen und talentiertes Herangehen an abstrakte Melodien. Die Platte kickt, heizt wie ein Truck über den Highway, dreht um, fährt walzend über einen staubigen Feldweg, macht wieder kehrt und bolzt durch erneut den Highway herunter. Keelhaul haben tonnenweise Groove, jeder Song klingt so locker und schnell von der Hand gespielt, zeugt von grossem Songwriting und technischem Können, das nicht unbedingt an Grenzen gebunden ist. Mit "Subject To Change Without Notice" schleudern sich Keelhaul eindrucksvoll wieder auf eine neue Ebene und legen die Meßlatte deutlich höher. Ein grossartiges Album!

Anspieltips: "Driver's Bread", "HMG".

Rating: 9/10



Kitchens + Bathrooms "Vehicles Beyond" CD (Forge Again Records)

Dieses Album hat mich überrascht, denn irgendwie hätte ich nicht erwartet, dass sich hinter diesem Namen eine so gute Platte verbirgt. Das Trio Kitchens + Bathrooms kann man getrost mit Begriffen wie "Art Rock" oder "Math Rock" geschickt umschreiben. Die Band beherrscht das Spiel zwischen abgehackten Rhythmen, Melodie und sehr ruhigen leisen Parts. Streckenweise erinnern mich Kitchens + Bathrooms etwas an Fugazi, auch der Gesang klingt ab und wann so. Die Produktion ist gelungen, denn sie bringt eben dieses Spiel von schönen Melodien und Dissonanz. Auch das Artwork geht in Ordnung, insgesamt eine in sich stimmige und schöne Platte. 11 Songs in über 43 Minuten. -

Rating: 8/10



Look What I Did "My First Time" (Clockrock Recordings)

Abgesehen vom schlechten Namen und doch auch super miesen Aufmachung der CD, eine sehr coole Scheibe, die sich schlecht auf einen Nenner bringen lässt. Look What I Did können MTV tauglichen Pop spielen, aber den Hörer auch mit stumpfen, brutalen Rhythmen "schocken". Mich erinnert die Spielfreudigkeit und das ständige experimentelle hin und her wechseln zwischen verschieden Stilen ein bißchen an New York's Neck, die von der Machart der Songs eine ähnliche Vorgehensweise hatten wie Look What I Did. Schwer zu beschreiben irgendwie, denn es ist sicherlich kein Hardcore, kein Metal, kein Nu-Metal, kein Rock, kein Jazz, kein Funk und eben Pop auch nicht... aber irgendwie von allem etwas und das recht eigenständig. Musikalisch wirklich cool, und textlich Satire pur. Die Jungs könnten eine grosse Zukunft vor sich haben, verdient hätten sie es allemal. -

Rating: 8/10



Losingall "Broken Bones Demo 2004" CD-R (self released)

Losigall haben sich im Laufe des letzten Jahres gegründet und legen mit diesem Demo ihr erstes Lebenszeichen vor. Leider ist dieses Lebenszeichen im Ergebnis doch sehr schwach geraten. Jungs, da steht einiges an Arbeit ins Haus! Losingall sehen ihre Wurzeln im Punk, Metal und Hardcore. Musikalisch würde ich das Hardcore nennen. Brutal und roh, aber leider sehr eintönig und langweilig. Die Drums sind außerdem zu weit in den Vordergrund gemischt. 3 Songs in knapp 9 Minuten. -

Rating: 3/10



Madcap "Under Suspicion" CD (Victory Records)

Gleich zu Anfang der dezente Hinweis, dass mir die amerikanische Hip-Hop Gruppe Madcap, die es vor einigen Jahren gab, wesentlich besser gefallen hat. Ist das jetzt die Mucke mit der Tony Victory nun versucht Geld zu machen!? Madcap spielen netten & flotten melodischen Punk Rock, der etwas nichtssagend wirkt, aber nun gut. Ab und wann kann man auch ein paar Dub und Reggae/ Roots Einflüsse raushören, welche die Platte wesentlich interessanter und facettenreicher erscheinen lassen. Als CD-Rom Extra ist noch ein Bonustrack, sowie Studio Zeugs enthalten. Außer für Fans von englischem Punk wie The Clash, Heartland Rock und 80's Rock wie Elvis Costello oder The Police auf alle Fälle auch interessant für Hörer von Less Than Jake, Rancid oder Blink 182. Denn Madcap spielen sicherlich in der selben Liga. Der Titeltrack ist mein Anspieltip. -

Rating: 6.5/10



Mental "Get An Oxygen Tank" MCD (Bridge Nine Records)

Zugegeben, Mental haben mich doch überrascht, denn normalerweise kann ich mit diesem Old School Straight Edge Zeugs nicht mehr so viel anfangen. Was ich hier jedoch höre gefällt mir wirklich gut. Vor allem liegt das wohl an der markanten, einzigartigen Stimme des Sängers und an der vergleichsweise "dichten" Produktion. Die Musik ist straighter Hardcore mit ein paar Punk Einflüssen dann und wann. Als Einflüsse der Band würde ich vielleicht Underdog und Supertouch nennen, von letzteren wurde auch "Searchin' for the Light" gecovert, dass am Ende der MCD zu hören ist. Außerdem ist als Bonus noch die "And You Know This" 7" enthalten. Wahrscheinlich damit man auf ein bißchen mehr Spielzeit kommt. Die Songs der 7" sind etwas schwächer (Bass) und die Stimme des Sängers ist auch wesentlich schwächer und "matschiger" abgemischt. Die Aufmachung der MCD ist gelungen und humorvolle Lyrics haben die Jungs auch zu bieten: "To all the shit talkers, get a load of this, We're fuckin' Mental, don't try and dis! If you think this is dumb, we're just getting' started, We're fuckin' Mental, we might be retarded!"

Anspieltips: "History 101", "Idiotic".

Rating: 8/10



ALBUM OF THE MONTH:

Pelican "Australasia" CD (Hydra Head Records)

Mit ihrem neuen Album haben Pelican alles richtig gemacht und sich im Vergleich zur ihrer Debut EP um Längen gesteigert. Pelican sind eine der Bands wo ich nahezu vergesse, dass man tatsächlich Instrumente hört und hinter diesen Menschen stehen. Denn "Australasia" ist wie so oft bei grossartigen und episch anmutenden Platten mehr ein Eindruck oder eine Reise auf die man sich begibt. Der Pelican um den es hier geht ist vielleicht auch nicht wirklich ein Pelican, sondern vielmehr ein riesiger, mächtiger Vogel der uns auf eine instrumentale Klangreise über Berge, durch Täler und weite Soundlandschaften ("Angel Tears") und schliesslich hinaus auf's offene Meer trägt ("Australasia"). Er zeigt uns wie mächtig Klänge und Musik sein können. Wie tief, dunkel und tonnenschwer - bedrückend es in manchen Klangtälern ("Drought") sein kann und was für einen weiten Blick man von einem hohen, einsamen Berggipfel hat ("Nightendday"). Zwischen all den Eindrücken bleibt dennoch Zeit sich zu besinnen ("Untitled"), um das zu ordnen was auf einen da an Erlebnissen einströmt. Episch und majestätisch schön tut sich da einem eine beeindruckende Welt der Klänge auf ("GW"), die wirklich mit aller Präzision und Feingefühl für Melodien umgesetzt wurde. 6 Songs in 50:20 Minuten. -

Rating: 10/10



Premonitions Of War "Left In Kowloon" CD (Victory Records)

Premonitions Of War sind wieder so ein Fall, wo ich mich nicht wirklich entscheiden kann, ob ich ihr Album nun richtig gut finde oder nicht. Ist auch schwer zu sagen, denn diese Platte droht auch beinahe im Durchschnitt unterzugehen. Gut, die Musik ist voller chaotischer Grindattacken und bedrückender Schwere, also nicht der typische Metalcore, aber schon nach den ersten fünf kurzen Tracks sehnt man sich nach Abwechslung. Irgendwie ist das Gebolze zu einseitig. Da gefallen mir Bands wie Burnt By The Sun, die in ihren frühen Platten ähnlich klingen, doch etwas besser. Erst mit dem siebte Track ändert sich etwas: "Cables Hum Overhead" ist ein noisiger, zerfahrener, schwerer Brocken mit Electronics zeigt Facetten die dem Album gut tun, und noch ruhig weiter ausgebaut werden könnten. Außerdem sticht der Song "The Octopus" aus den anderen heraus, denn er hat mächtig Groove, fast schon etwas 70's Rock like, mit einer ordentlichen Portion Sludge. Das Artwork und Design des Albums stammt von Aaron Turner und sieht zwar ansprechend aus, gehört aber sicherlich zu Turner schwächsten Arbeiten. Es wirkt, wie der Gesamteindruck der Platte: einfach etwas zu langweilig. Dennoch, es würde nicht allzuviel brauchen und Premonitions Of War wären ordentliche Krachspezialisten. So muss man in der richtigen Laune sein, um das zu geniessen was man hört. -

Rating: 7.5/10



Rammer "Suffer" CD (Funeral Gig Productions)

Rammer kommen wohl kommenden Herbst in unsere Lande auf Tour und deswegen wurde ich um eine Rezension gebeten. Nun, Rammer kommen den weiten Weg aus Toronto, Canada und spielen rippenden Thrash metal mit einem Schuß Death Metal. Die Band besteht aus Leuten von so illustren Bands wie Left For Dead, Union of Uranus und Chokehold. Ich mag alle 4 Songs durchweg, und der Sound hat auch irgendwie von der Produktion her etwas punkiges. Also nicht so schlecht... und die Solis rocken auch!

Rating: 7/10



Saving Throw "Never Race With Time" CD (Let It Burn Records)

Savin Throw spielen schönen, modernen und melodischen Hardcore, der mich von der Gitarrenarbeit und vom stimmungsvollen Gesang her, stark an Shai Hulud oder frühe Poison The Well erinnert. Allerdings klingen Saving Throw keineswegs wie eine Kopie ihrer "grossen Brüder". Im Gegenteil, das ganze Album wirkt dynamisch und kraftvoll, auf einer soliden Eigenständigkeit aufgebaut. Das einzige Manko, das sich beim durchhören auftut, ist (trotz des instrumentalen "Shades of Gray") die Ähnlichkeit der Songs. Ich denke hier liegt auch die Schwäche von Saving Throw. Ansonsten macht die CD Spaß. 10 Songs in etwas über 32 Minuten. -

Rating: 6.5/10



Scars Of Tommorow "Rope Tied To The Trigger" CD (Victory Records)

Orange County Bands kommen diesmal nicht ganz so gut weg fürchte ich (siehe Stand & Fight), denn Scars Of Tommorow zu rezensieren langweilt mich ehrlich gesagt doch etwas. Wieder ein Metalcore Act auf Victory, aber was Scars Of Tommorow von vielen Bands dieses Genres doch unterscheidet, ist der Hang zu chaotischeren Songstrukturen, aber auch die Brutalität von Bands wie Hatebreed oder Atreyu höre ich heraus. Der Gesang ist manchmal clean und gesungen, es kommt sogar teilweise ein Linkin Park Gefühl auf, mit dem ich aber logischerweise nix anfangen kann und mag. Für mich ist das grösste Manko der CD der Gesang, denn der will mir ob clean gesungen oder rauhes Geschrei nicht gefallen. Den Sound finde ich gar nicht mal so übel, metallisch und schön noisig. Die Produktion ist in Ordnung, und mit Kurt Ballou von Converge hat man sicherlich auch die richtige Wahl getroffen und einen produzenten gewählt, der weiß was er macht und wie er eine Band gekonnt in Szene setzt. Wer immer noch nicht genug hat von Metalcore, kann sich ja hiermit mal beschäftigen. Für mich geht die Band jedoch klar im Meer der mittelmässigen Metalcore Bands unter. -

Rating: 5.5/10



Shortage "Control_1.0" CD (Circulation Records)

Lange hat es nun doch gedauert bis das neue Album fertig war, aber das Warten hat sich gelohnt. Denn Shortage haben Durchschlagkraft: die Songs klingen roh, brutal und relativ metallisch. Mir ist die Produktion, vorallem an den Drums, ein wenig zu clean und metallisch geraten. Streckenweise klingen leichte Earth Crisis Einflüsse durch, die den Songs aber gut stehen und noch mehr Wucht verleihen. Der eintönige, aggressive Gesang erinnert ebenfalls an Karl Buechner von Earth Crisis. Ich mag diese fette metallische Hardcore Wand! Das Artwork ist auch weitgehend gelungen, alle Texte dabei und klar, was ist bei dieser Band aus der Hauptstadt auf dem Cover? Ganz klar, unser schönes Berlin!

Rating: 6.5/10



Stand & Fight "s/t" MCD (Bridge Nine Records)

Stand & Fight spielen leider Songs die heute niemand mehr braucht, denn es fallen mir genug Bands aus Kalifornien ein, die das in der Vergangenheit besser und vor allem mit mehr Leidenschaft getan haben: Uniform Choice, No For An Answer, Insted etc. Da hilft es auch nicht so viel, dass in der Band ehemalige Leute von Ten Yard Fight, Carry On,No Reply und Collision spielen. Die Songs an sich sind ja nicht einmal das Schlechteste, denn sie sind schnell und knallen ordentlich. Allerdings klingt die Stimme des Sängers im Vergleich zum Sänger von Mental (sind auch auf Bridge 9) nur langweilig und drucklos. Die ersten 6 Songs sind neue Songs, traditioneller Hardcore kurz und schmerzlos würde ich das nennen. Die restlichen 6 Songs sind das "Impact 2002 Demo", dessen Songs etwas rauher und ungehobelter klingen. Die CD kommt im Digipack und die Aufmachung ist Cliché-mässig. -

Rating: 5/10



Steel Rules Die "The Hemingway Solution" CD (Reflections Records)

Steel Rules Die kenne ich schon von ihrer Split MCD mit Winter In June, wo ihre Songs im Gegensatz zu diesem Album noch nicht ganz so ausgereift klangen. Steel Rules Sie spielen eine treibende Mischung aus powervollem Punkrock mit Old School Hardcore Einflüssen. Die Hardcore Einflüsse erinnern an Bands wie Reach The Sky, während das Gesamtbild eher an Bands wie Hot Water Music oder Kid Dynamite erinnert. Gerade diese Mischung aus Hardcore und schwerem Punkrock ergibt das Bild einer Band mit solidem Können und Eigenständigkeit im Songwriting. Die Aufmachung der CD sieht ziemlich ansprechend aus, in braunen und kupfernen Farbtönen. Gestaltet wurde es von Jeremy Wabiszczewicz (was für ein Name!), der u.a. auch die Releases der Daughters gestaltet hat. 11 rockende Lieder in schöner Verpackung!

Rating: 7/10



Swarm Of The Lotus "When White Becomes Black" CD (At A Loss Recordings)

Swarm Of The Lotus sind eine kleine Überraschung, denn dieses über 50 Minuten dauernde Debut Album ist eine totale Dampfwalze und fährt den Hörer von Anfang an gegen die Wand. Oft habe ich Vergleiche mit Mastodon gelesen, aber sorry dagegen sind Mastodon fast schon ein Witz! Swarm Of The Lotus spielen mit ihrem super schweren Metal alles an die Wand. Die Jungs haben locker die Durchschlagkraft und die Wucht von Burnt By The Sun. Technisch geht man natürlich gekonnt zur Sache und pflügt sich durch die Songs nur so durch. Hardcore hat man in diesen fiesen Bastard natürlich auch fein eingewoben, und der Sänger der Band versucht gleich mal der krasseste dieses Genres zu sein, was ab und zu nicht ganz hinhaut. Er schreit sich super intensiv und aggressiv die Lunge aus dem Hals, aber ein wenig mehr Vielschichtigkeit würde ihm ganz gut stehen. Das gelungene Artwork lässt nicht unbedingt auf eine Band dieser Sorte vermuten, aber das Inlay hätte ruhig ein ganzes Booklet sein dürfen. Mich würde nicht wundern wenn Swarm Of The Lotus mit einer ihrer nächsten Platten auf Relapse Records landen würden, denn da passen sie auch perfekt hin. -

Rating: 8.5/10



The Dukes of Nothing "War And Wine" CD (Tortuga Recordings)

Für Tortuga Recordings eine eher ungewöhnliche Veröffentlichung, die es aber powermäßig in sich hat. Voll in die Fresse, voll auf die 12! Zuerst einmal besticht diese CD durch ein sehr cooles Artwork von A. Turner von Hydra Head, der wieder einmal ein in sich stimmiges und stylisches Artwork gezaubert hat. Neu sind diese 10 Songs nicht, wurden sie doch schon im Jahre 2002 auf dem englischen Indielabel Eccentric Man Records veröffentlicht. Der Unterschied zum damaligen Release sind das neue Artwork und zwei Bonustracks, außerdem ist noch CD-Rom Zeugs (Lyrics, Photos, Video) auf der Disc enthalten. Musikalisch geht's mit einem punkigen Mischmasch mit Black Flag Einflüssen und viel Motörhead zur Sache. Irgendwie erinnert mich die Stimme des Sängers an alte Sheer Terror Platten und Paul Bearer. Nicht ganz mein Terrain, aber es gefällt trotzdem!

Rating: 7/10



The Kiss Of Death "s/t" MCD (Superhero Records)

Ganz klar, dies ist bislang die beste Veröffentlichung von Superhero Records aus Berlin. In den USA ist diese MCD auf Tribunal Records erschienen. Wer sich hinter der Band versteckt, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben: Jon Gula (Turmoil, Lick Golden Sky), Jeff Hydro (Turmoil) John Gardner (Sever The Fallen), James Dorward (Surrounded) und Chris Frey (Dragon Green). Auf der MCD sind 5 rockende und groovende Songs, die richtig "tight" produziert worden sind. Die Einflüsse kommen unverkennbar aus der Sludge/ Doom und auch Stoner Rock Ecke. Diese MCD ist sicherlich etwas für alle Entombed Fans. Alle Songs klingen fett, heavy und klar, die Stimme des Turmoil Sängers erkennt man. Aber das ist eher positiv als negativ zu bewerten. Manchmal kommt mir bei einigen der schweren Riffs voller Groove sogar Led Zeppelin und Coalesce in den Sinn. Wer Coalesce's Interpretationen von Led Zeppelin Songs kennt, weiß was ich meine...

Anspieltip: "Purveyors of Bullshit"

Rating: 7/10



Record Reviews for April 2004:


Babies Three "The Luzhin Defence" MCD (Engineer Records/ Geekscene)

Engineer Records bringen in diesen Tagen die letzten Songs einer Reihe von guten Bands heraus, zu diesen gehört auch diese Band, die sich nach einem einfachen Schachzug benannt hat. "The Luzhin Defence" featured die sechs finalen Stücke der Band. Die Songs wirken relativ einfach gestrickt, aber um so emotionaler und verzweifelter kommen sie rüber. Ich finde es nette Schreimusik, mit ein paar punkigen Ecken und Kanten und Screamo Einflüssen. Insgesamt eine nette Veröffentlichung und zum nebenher hören ganz gut geeignet. -

Anspieltip: "I Think The Answer's Yes"

Rating: 6/10



Brainless Wankers "Consider Yourself Rocked" CD (Rockhit Records)

Nach dem durchhören dieses gelungenen Albums consider ich myself rocked he he! Denn die 12 Ska/Punkrock Songs überzeugen mich und sorgen weitgehend für gute Laune. Erschienen ist die CD dieser Berliner Band auf dem neuen Punkrock Label Rockhit Records, welches sich der Förderung von Punkrock Bands im weitesten Sinne. verschrieben haben. Die Songs der Brainless Wankers sind eingängig und die Melodien "fressen" sich schnell in den Gehörgängen des Hörers fest. Neben schnellen Nummern gibt es auch poppigere Mid -Tempo Stücke, die durch ihre Eingängigkeit neben den anderen Songs gut zu bestehen wissen. Die äußere Aufmachung des Digipacks ist nicht ganz mein Geschmack, es hätte etwas detail - verliebter ausfallen dürfen. Als nettes Goodie ist noch ein Video zu (It's Gonna Be) All Riot enthalten. -

Rating: 7/10



ALBUM OF THE MONTH:


Daughters "Canada Songs" CD (Reflections Records)

Endlich ist das erste Album der Daughters auch in Europa erhältlich. Mit Reflections Records hat man dann auch das richtige Label gefunden, nachdem sich der Macher des Labels auf dem "Canada Songs" hier ursprünglich herauskommen sollte, wegen den Songtiteln – und Texten etwas angestellt hat. Schade für ihn, denn so ist ihm ein sagenhaftes Album durch die Finger gegangen. Album ist vielleicht zu viel gesagt, da die neuen Songs gerade einmal eine Spieldauer so um die zwölf Minuten haben. Andererseits, wer erträgt länger die Songs der Daughters!? Denn in der kurzen Spielzeit walzen die Töchter mit ihrem abgefahrenen Sound alles nieder. Die elf Songs sind das totale Blastgewitter mit flirrenden Gitarren, abgedrehtem kakophonischem Gekreische und kurzen ruhigen Parts als Übergänge zwischen den Tracks. Die Texte und Tracktitel sind gekonnt ironisch und Titel "My Stereo Has Mono and So Does My Girlfriend" bringen mich schon zum schmunzeln. Letztgenannter Titel ist von der ersten 7", die als Bonus mit auf die CD gepackt wurde, wodurch sich eine sagenhafte Spielzeit von etwas über 15 Minuten ergibt. Das CD Booklet besteht aus schönem, dicken Papier, das Design ist einfach und in Brauntönen gehalten. Alle Lyrics sind abgedruckt. Mit diesem Album haben die Daughters aus Providence, Rhode Island alles richtig gemacht und man darf gespannt sein, wie abgefahren die Split Veröffentlichung mit den ähnlich abgedrehten Ex Models wird!

Rating: 10/10



Ensign "Love The Music, Hate The Kids" CD (Join The Teamplayer Records)

Auf "Love The Music, Hate The Kids" covern Ensign ihre Lieblingssongs Hardcore Songs, von Bands die massgeblichen Einfluss auf die Jungs hatten. Die Idee ist zwar gut, allerdings schaffen es Ensign nicht mich zu überzeugen, obwohl die Songauswahl aller erste Sahne ist. Auch das Coverartwork der CD ist nicht wirklich gelungen. Wie auch immer, es werden folgende Songs interpretiert beziehungsweise nachgespielt: Intro( Bad Brains), Kids Don’t Follow (Replacements), I’ve Heard (Dag Nasty), Anesthesia (Bad Religion), I’m Not A Loser (Descendents), Hurtin' Crue (Descendents), Where's The Unity (Infest), Trial (Verbal Assault), Say It! (Underdog), Protest And Survive (Discharge), Burning Fight (Inside Out), Tied Down (Negative Approach), G.I. Joe Headstomp (Sick Of It All), Telltale (Killing Time), Hatebreeders (Misfits), In A Free Land (Husker Dü), We’ll Make The Difference (Instead), Off Target (Christ On A Crutch) und I will Deny (Dwarves).

Rating: 5/10


Extra Blue Kind "The Pill Bug Stories" MCD, "Combat Vixen" MCD

Extra Blue Kind spielen schönen poppigen Rock, mit fast schon Ohrwurm tauglichen Melodien. Der Gesang ist sehr melodisch und emotional, alles drei Songs auf "The Pill Bug Stories" sind geradlinig nach vorne gespielt. Alle Songs sind Radio tauglich und gefallen sicher auch einem grösseren Publikum. Die MCD ist noch um allerlei CD Rom Sachen, wie Lyrics, Clips aus dem Studio und Photos, ergänzt.
Die "Combat Vixen" MCD wurde im Februar für ihre Tour im Südwesten der USA veröffentlicht. Die drei enthaltenen Songs klingen viel reifer und eingängiger als die frühen Songs von Extra Blue Kind. Beim Opener "Leave Everything" kommt fast schon ein Queens Of The Stone Age Feeling auf. Im Mai oder Juni wird voraussichtlich ein ganzes Album der Jungs aus Indianapolis erscheinen. Man darf auf alle Fälle gespannt sein.

Rating: 7/10



Joshua "Baggage Ep" MCD (Engineer Records/ Trece Grabaciones)

Die fünf finalen Songs von Joshua strahlen eine hohe, von schönen Melodien getragene, Emotionalität aus und überzeugen vollkommen. Leider sind die Lyrics nicht abgedruckt, aber ich wüsste nur allzu gerne von was da Dan Coutant singt. Ich gehe aber jede Wette ein, dass seine Texte viel von Herzschmerz handeln. Die letzten beiden Tracks sind Akkustik Stücke, die noch ruhiger und melancholischer als der Rest sind. Die Aufmachung ist auch gelungen, schöne Farben etc. Eine in sich stimmige, ruhige und schöne Platte die Joshua hier präsentieren. -

Rating: 7.5/10



One Dead Three Wounded "Paint The Town" CD (Burning Season Records)

Absolut super fette Platte (wenn man mal vom langweiligen Layout absieht), die uns da One Dead Three Wounded um die Ohren hauen. Die Band kommt aus Philadelphia uns spielt super kraftvollen metallischen Hardcore mit schönen Gitarrenlines, welche irgendwie als ausgleichender Pool in all der rohen Brutalität wirkt. Diese zehn Tracks rocken, und das nicht zu knapp. Auf dem fünften Track der Platte namens "Ghost" gibt es eine grandioses Gastspiel von Jon Gula (früher Turmoil, jetzt The Kiss Of Death). In den Staaten ist "Paint The Twon" über Lovelost Records zu beziehen. Burning Season Records bringen weiterhin Releases auf den Markt, die immer abwechslungsreicher werden und mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Also, give it a try and check it out. -

Anspieltips: "Ghosts", "Welcome Home Tragedy"

Rating: 8/10



Overmars & Donefor "In The Arms Of Octopus" CD (self released)

Sieben Songs in über 66 Minuten liefern die beiden französischen Bands hier, die sich in Sachen Heaviness in nichts nach nachstehen. Während Overmars ganz klar der Heavy Fraktion zugeordnet werden können, gehen die vier Songs von Donefor mehr in Metalcore Gefielde. Ihr Sound hat akustische Parts und "leichtere" Gitarrenlines, Donefor wirken auf alle Fälle gängiger und vom Sound her mehr Hardcore wie Overmars. Der Sänger klingt streckenweise wie Jon von Turmoil. Der letzte Song, "My Black Turns Your Grey", beinhaltet grossartige Ambient und Drone Soundscapes, mit verschiedenen Klangspielen und Samples. Overmars bauen auch allerlei schwere Doom Einflüsse in ihre Songs ein. Der knöcherne, tief gestimmte Bass tut ein übriges, um eine Stimmung aufkommen zu lassen, die man von Bloodlet oder Cult Of Luna kennt. Das Design erinnert mich irgendwie an die 70'er Jahre , könnte von einem James Bond Movie sein, zu sehen gibt es wie im Titel angedeutet einen Octopus, ansonsten sind die Lyrics auf English und die Erklärungen dazu auf Französisch abgedruckt. -

Rating: 8/10



Marillion "Marbles" CD (Intact Recordings)

Marillion gibt es schon richtig lange, seit 1982 um genau zu sein, aber an mir ging die Band bisher völlig vorbei. Dies ist mittlerweile das dreizehnte Album. Schwer zu beschreiben wie Marillion klingen, auf jeden Fall sehr atmosphärisch, dramatisch und emotional. Sie verstehen es bestimmte Stimmungen und Regungen hervorzurufen, die mir entweder richtig tiefgründig oder zu aufgesetzt erscheinen. Bei den Up-Tempo Stücken des Albums kommen mir dann und wann U2 in den Sinn. In bestimmten Momenten erzeugen Marillion Stimmungen die man von Radiohead oder Coldplay kennt. Allerdings wirken diese Stimmungen bei den genannten bands weniger gezwungen und generiert. Dafür gelingt es Marillion in Songs wie Don't Hurt Yourself" ruhige rockende Melodien zu erzeugen, die schön dynamisch nach vorne gehen. Marillion sind eine wirklich eigentümliche Band, diese Eigentümlichkeit macht sie aber eben so interessant. -

Rating: 6/10



Metronome Charisma "Notre Amour Est Assez Puissant Pour Détruire Ce Puitan De Monde" CD (Radar Swarm/ Impure Muzik)

Unsere französischen Nachbarn sind schwer im Kommen, so scheint es mir. Denn mittlerweile gibt es fast ein Duzend französicher Band die durch gute und interessante Musik auf sich aufmerksam machen. Außerdem etablieren sich im Gegensatz zu Deutschland auch mehrere Bands mit "schweren" Klängen. Metronome Charisma machen da keine Ausnahme, ihre Musik ist eine wirklich mächtige und vertrackte Mischung aus Bands wie Botch, Since By Man und Breather Resist. Ihr Sound ist chaotisch und heavy, aber dennoch hört man auch einen Schuß "Emo" im breiteren Sinne und noisigen "Screamo" heraus. Das Artwork ist zurüchaltend und einfach, mit wenigen Graphiken und sonst ganz in Schwarz gehalten. Ein gelungenes Album mit 14 Songs in 40:18 Minuten. -

Rating: 8/10



Mezzanine~C14 "He Keeps Himself Silent And Sacrifices Himself" CD ( Break Even Records)

Wieder eine interessante und grossartige, komplexe Platte aus dem Herzen von New York. Mezzanine~C14 spielen zerfahrenen und noisigen Post-Hardcore, der ungehobelt und rauh wirkt. Der Gesang und das Geschrei klingt ebenso noisig und zefahren, ist der doch meist verzerrt und schwer bearbeitet. Schaut man auf die Einflüsse so höre ich leicht Shellac und auch Boys Against Girls oder Clikatat Ikatowi heraus. Die Songs klingen packend ungehobelt, ähnlich wie Unsane oder Jesus Lizard. Das noisige an den Songs hat Stimmungen wie bei Deadguy oder schon Kiss It Goodbye. Was aber bei deadguy und Kiss It Goodbye in den Songs heavy ist, ist hier eine punkige Kante. Die Produktion ist in Ordnung, dürfte teilweise vielleicht mehr Power haben, aber der punkige Garage Sound hat definitiv seinen Charme und macht sich gut zu zerfahrenen Noise Attacken und Nosie ist hier ganz klar das Stichwort.

Rating: 8/10



Modern Day Urban Barbarians "The Endless Retreat" CD (South 6 Prod./ Public Eyesore)

Die Modern Day Urban Barbarians sind ein minimalistisch – experimentelles Punk Duo aus Brooklyn New York. Ich denke die meisten würden so was "Art Punk" nennen, denn es ist definitiv nicht das, was man allgemein unter Punk verstehen könnte. Die Stimme des Sängers erinnert mich etwas an Ian MacKaye zu Minor Threat Zeiten. Alle Songs haben keine Gitarren, es kommen also alle Melodien vom Bass, was alles irgendwie schräg und dissonant erscheinen lässt. Ich unterstelle aber mal, dass dies defintiv Absicht ist. Wer auf Shellac und Sonic Youth steht – zugreifen, der Rest die Finger weg! Denn dieser abgedrehte Punk Noise ist ganz und gar nicht Mainstream tauglich. Die Produktion klingt sehr 80'er Garage mässig. Das Design ist gelungen und schön aufgemacht, passt definitiv zur Klangwelt der Jungs. Die Modern Day Urban Barbarians sind wirklich ein Klangerlebnis für sich, und man braucht etwas Zeit um sie gut zu finden.

Rating: 7.5/10



Nine Days To No One "Disrecordings" MCD (Engineer Records)

Hier fackeln vier Engländer ein noisiges Metalcore Inferno ab, wie es sonst nur Converge, The Dillinger Escape Plan etc. tun. Mir gefallen die sechs Songs ziemlich gut, besonders im zweiten Track, "Alban Mount" kommt in den ruhigen Teilen vom hohen Gesang her, fast schon ein Mike Patton Feeling auf, wird es dann brutaler, erinnert mich der Song etwas an Isis. Der Drummer der Band hat zuvor in einer Acid Jazz Combo gespielt, was man streckenweise an den jazzigen Parts auf jedenfall heraushören kann. Das Ganze ist metallisch und ziemlich heavy produziert und sollte also jedem Fan von schweren wie auch noisig – metallischen Bands gefallen. Die atmosphärischen Parts wirken tief und haben etwas ausgleichendes zu den grindigen Speed Parts wie in "Gala Contemplating". Tool und der knöcherne Sound der Deftones kommt mir auch noch in den Sinn. Die Aufmachung der CD ist so na ja, düstere Aufmachung, aber nicht unbedingt jedermanns Sache. Nine Days To No One haben mich definitiv überrascht und Engineer Records führen ihre Reihe von Qualitätsveröffentlichungen gekonnt weiter.

Rating: 8/10



Remembering Never "Woman And Children Die First" CD (Ferret Music)

Also, dieses neue Album von Remembering Never ist eine riesen Steigerung zu "She Looks So Good In Red" und katapultieren sich mit diesem dicken Bastard aus wuchtigen Hardcore und Metal in die oberen Gefielde des Metalcore Genres. Alle 10 Songs strahlen eine unglaubliche Wut und Frustration aus, das es sich gewaschen hat. Zeitweise verliert das Album etwas an Abwechslung, aber wie so oft bei solchen Platten: man muss in der richtigen Laune und Stimmung sein, dann stört man sich an etwas Eintönigkeit nicht. Was auch positiv zu bewerten ist, sind die Erklärungen zu den Lyrics. Man sieht Remembering Never gehen bedacht zu Werke. Textlich geht es um viele politische und gesellschaftliche Themen, aber es wird auch mit dem Thema Religion abgerechnet. Das dunkle Artwork mit viel Blut und allerlei Strängen rundet dieses interessante Album ab. -

Rating: 7/10



Rydell "Hard On The Trail" CD (Engineer Records)

Dies dritte Album von Rydell ist leider ihr Abschiedsalbum und damit verabschiedet sich einer der besten Emo Bands, die oft mit den rauheren Bands des Genres wie Hot Water Music verglichen wurden. Die Musik ist leidenschaftlich mit viel Power, und das zieht sich durch die ganzen elf Songs. Die ordentliche Portion Hardcore wird in den teils geschrienen Vocals deutlich und erinnert mich teilweise an Steel Rules Die, die auch schon auf Engineer Records veröffentlicht haben. Am Ende der CD gibt's noch ein Cover von Don Henley's "Boys of Summer", was ein nettes Ende des Albums ist. Beim Artwork der CD haben Rydell auch alles richtig gemacht, die Einfachheit des Design ist gut auf die Farben des booklets abgestimmt. Rydell sind auf alle Fälle interessant für Liebhaber von hot Water Music, Liftime, Braid, Samaiam oder Cap'n Jazz. –

Anspieltips: ""Cut To End", "Ground Never Held Me"

Rating: 7/10



The King "Heart B.I.T" MCD (Hurry Up! Records)

Dies ist die erste Veröffentlichung einer "All Star Band" aus Rom, denn The King besteht aus Mitgliedern von italienischen Szenegrössen wie Face The Fact, The Difference und Coloss. Die sechs Stücke orientieren sich an einem Sound der irgendwo zwischen "Schreihals" Rock mit 80'er Hardcore Einflüssen und ein kleines bisschen Hard Rock. Die Presse Info beschreibt The King als "Rock'n'Screamo", irgendwo zwischen J.R. Ewing, Turbonegro, Orchid und Black Flag mit der Energie der oben genannten italienischen Bands. Ich finde die MCD überzeugt, besonders das experimentelle Instrumental "Life In A Low-Fi Song" mit dem Klavier ist schön. Außerdem ist auf der CD noch ein versteckter Bonustrack. Das Artwork sieht stylisch aus und ist gelungen. The King werden im Mai durch Europa touren und sind, meiner Meinung nach, ein Abend wert. -

Rating: 7.5/10



Record Reviews for May and June 2004:

Aleda "On The Lips Of Disaster" MCD (self released)

Zu allererst einmal fällt die schöne Pressemappe von Aleda auf: die CD ist in eine schön designte Papiermappe eingefaßt, sieht farblich sehr ansprechend aus. Aleda haben sich im Jahre 2001 aus der Asche der Boston Band Long Distance Runner gegründet, in der Leute von Overcast, Shadows Fall und Seemless waren. Mit dem Sound der genannten Bands haben Aleda weniger zu tun, denn sie präsentieren hier fünf glatte und rockige mid-tempo Stücke, die mit etwas mehr Pepp produziert, auch massentauglich sind. Wenn ich mir die Songs so anhöre, werde ich schon irgendwie an Bands wie Quicksand (Sound), Helmet (Riffs) oder Into Another (Stimme) erinnert, allerdings klingen die Songs sanfter und noch nicht ganz ausgereift. Diese Demo CD ist aber sicherlich ein erster gekonnter Schritt in Richtung eines erfolgreichen Albums und Bands mit ähnlichem Sound haben es ja auch schon oft vorgemacht. Die Website der New Yorker ist zu finden unter aleda.net -

Rating: 7.5/10



Complete "All Systems Go" CD (North Post Records)

Schwer zu beschreibende Musik die Complete machen, hat was von Refused, Veil und Boy Sets Fire... ich würde es als bunte Mischung aus super kraftvollen Melodien irgendwo zwischen Hardcore und Rock mit einer leichten punkigen Kante nennen. Die Songs sind alle mit einer berstenden Intensität eingespielt und die Produktion klingt "warm" und noisig. Die rockigen Stukturen der Songs haben auch einen Hang zum Chaotischen und Noisigen. Die Stimme des Sängers iklingt ungebunden und sehr variabel, vom melodischen gesang bis brutalem Gekeife ist alles drin und diese Abwechslung in der Stimme scheint ihm keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten. Textlich dreht sich vieles um Massen Medien und deren Einfluss auf die Gesellschaft. Das Artwork ist in warme und helle braun/weiße Farbtöne gehalten und macht das Bild eines gelungenen Releases vollkommen. Die Vinylversion von "All Sytems Go" ist bereits schon länger über Scorched Earth Policy zu haben.

Rating: 8/10



Champion "Time Slips Away" CD (Join The Teamplayer)

Schon klar, der Sound der hier in 14 Songs und etwas über 30 Minuten geboten wird, ist nichts neues aber er macht Spaß. Champion sind wieder mal eine Youth Crew Band die knallenden Hardcore voller Power, tolle Melodien und leidenschaftlichem Gesang toll kombinieren und trotz nicht so riesigem Wiedererkennungswert ihr eigenes energiereiches Süppchen zu kochen wissen. Die Aufmachung der CD gefällt mir auch, mit den passenden Old School live Fotos etc. Die CD enthält die beiden auf Bridge Nine Records veröffentlichten Platten "Count Our Numbers" und "Come Out Swinging". Coverversionen von Alone In A Crowd ("Is Anybody There?") und Dag Nasty ("One To Two") gibt's auch, diese wirken etwas belanglos und "Time Slips Away"wäre auch locker ohne diese ausgekommen... -

Rating: 7.5/10



Coloss "Play Fast" MCD (Valium Records)

Der Titel der MCD und 17 Songs in exakt 15:15 Minuten geben die Richtung bei Coloss an. Denn die seit dem Jahre 2000 bestehenden Römern spielen auf "Play Fast" super kurze, freche und knallende Hardcore Stücke, die einem direkt ins Gesicht hauen... Power in großen Lettern ist hier das Stichwort! Der Sound von Coloss zeigt auch deutliche Einflüsse von Acts wie Motörhead, Turbonegro oder Spazz. Die Mitglieder con Coloss spielen auch in anderen illustren römischen Bands wie Strength Approach und The King. Website: coloss.it

Anspieltip: "Different Ideas About Punk"

Rating: 7/10



Evergreen Terracce "Writers Block" CD (Eulogy Recordings)


Dieses Album macht Freude keine Frage, sind doch, bis auf einen Song, alle Stücke Coverversionen. Auf "Writer's Block" sind ein paar der Lieblingssongs der Band enthalten. Der letzte Song, der ein eigener ist, soll auf die künftige Schaffensweise der Band hinweisen und quasi ein Ausblick sein, auf was da noch so kommt von den Florida Jungs. Also, fleißig gecovert wird von: Michael Sambrello, Smashing Pumpkins, Sponge, Hum, Operation Ivy, Tears For Fears, The Offspring, U2 und Nofx. Artwork ist gelungen, Nette Sache das... mehr gibbet nicht zu sagen, dude. -

Rating: 7/10



Humanbreed "Among Million Of Faceless Human Beings" CD (Tuned To You Records)

Humanbreeds Musik ist eine solide Mischung aus eher "normalem" Hardcore mit ner dicken Portion Emo und Screamo und Einflüssen aus dem Alternative Bereich. Der Gesang ist leidenschaftlich, die Gitarren klingen verspielt, tragen die Songs und geben oft die Richtung vor. Die Produktion klingt ähnlich dem was man viel bei Mitte der 90'er Screamo finden kann. Irgendwie sind mir die 10 Songs aber zu langweilig und lasch, mein Gefallen an den wirklich nicht schlechten Stücken läßt zu schnell nach. Zu oft dagewesen, zu oft schon gehört. Spätestens ab dem vierten Song "Asleep" stagniert das Album für mich. Da helfen auch die metallischeren Parts nichts. Also werte Kanadier, aufgewacht! Wir befinden uns nicht mehr in den 90'ern! Irgendwann läßt die Langeweile etwas nach, die Songs werden heavier, druckvoller, der Gesang aggressiver... aber ich bin vorher definitiv ausgestiegen. -

Rating: 6/10



Impulse Manslaughter "Live At WFMU" CD (Beer City Records)

Beer City sind mir als Skateboard Firma schon lange bekannt, ich wußte aber nicht, dass es auch Beer City Records gibt. Die CD dieses Punk beeinflussten Death/ Thrash Outfits enthält folgendes: 17 live Tracks von einer Radio Show (WFMU) aus dem Jahre 1993, 2 Songs von der "No War" Split mit Provocation, die 5 Tracks der "Sometimes" EP, 3 Songs com "Logical Album", einen Song von der "Complete Death II" Compilation, dann ein Song von der deutschen Veröffentlichung vom "He Who Laughs Last... Laughs Alone" Album. Die nächsten und letzten 7 Tracks sind ebenso von diesem Album. Ein Song ist gänzlich unveröffentlicht gewesen und ein weiterer ist ein Cover von Discharge. Auf "Live At WFMU" ist also viel enthalten und evtl. für "die-hard" Fans gedacht. Ich finde die CD ziemlich cool, rauh, roh und schnell. Hat was irgendwie.-

Rating: 7.5/10



Katastatik "VelocityBomb" CD (self released)


Sieht man mal von 2 – 3 Tracks ab die stilistisch nicht so recht zum Rest passen wollen ist "VelocityBomb" eine erstaunlich experimentelle und abwechslungsreiche Drum'n'Bass und Jungle Platte. Alle Tracks sind vielschichtig und gehen teilweise in eine ähnlich verrückte Ecke wie Kid 606 und Konsorten. Katastatik selbst bezeichnete "VelocityBomb" zuerst als eine Drum'n'Bass Oper, da diese Bezeichnung stilistisch nicht ganz stimmig war, änderte er sie in "Electropera". Denn seine Musik ist nicht Genre gebunden, sie erzählt mehr oder weniger eine Geschichte und gerade deshalb erinnert ihn die Herangehensweise und Arbeit an ein Opernstück. Ich denke, nicht an ein Genre oder bestimmten Stil gebunden zu sein, ist bei Katastatiks Musik ausschlaggebend. Einerseits lockt das viele bunte Facetten und Ideen aus seiner Musik, andererseits liegt meiner Meinung nach hier die Gefahr für ihn. Denn wie anfangs erwähnt gibt es fast drei gesamte Tracks die nicht wirklich zum Rest passen wollen, sind sie doch eher akustische Gitarrenstücke mit seltsamem Gesang. Lässt man besagte Tracks weg, so erhält man eine in sich stimmige und schlüssige Platte, die gerade einer eher stagnierenden Drum'n'Bass Szene nur allzugut tut. Die CD kann man übrigens mehr oder weniger kostenlos über katastatik@defDumbAndBass.com bekommen!

Rating: 8/10



Martyr a.d. "On Earth As It Is In Hell" CD (Victory Records)

Martyr a.d. sind meiner Meinung nach im oberen Viertel der internationalen Metalcore Szene anzisiedeln. "On Earth As It Is In Hell" hat zwar einige Zeit bis zur Veröffentlichung gebraucht, aber die Fans werden gerne gewartet haben auf das was einen hier erwartet. Das Album strotzt nur so vor Slayer Zitaten und schweren Breakdowns. Martyr a.d. sind schnell, roh, heavy und unglaublich brutal. Die thrashigen und melodischeren Parts in den Songs im Stile von den typischen Schweden Bands, stehen der Band gut und sorgen für Abwechslung und zeichnet den "neuen" Sound von martyr a.d aus. Die Produktion ist metallisch und rotzig-fett geraten, besonders die wuchtigen Drums fallen hier auf. Das Artwork ist wie bei fast allen Victory Bands eher schlicht und einfach geraten (spart hier Victory etwa?), aber es unterstreicht die düstere Stimmung der Platte. Die Jungs haben sich definitiv weiterentwickelt und "On Earth As It Is In Hell" gefällt mir deutlich besser als ihr Debut "The Human Condition In Twelve Fractions".

Rating: 7/10




Overmars/ Fugüe "Our Dreams Walking Their Way – Vol. III" Split CD (Waiting For An Angel/ Cetacean Records)

Zu allererst macht hier die schicke Aufmachung fast sprachlos, ist doch das Artwork wahrlich beeindruckend: in eine spektakulär auffaltbare CD Hülle ist ein Poster enthalten, dass die Lyrics etc. enthält. Die komplizierte CD Hülle und besagtes Poster sind bedruckt mit verschiedenen Mustern und Schriften in japanischen Lettern und in schönen Silber -, Schwarz-, und Grautönen. Es gibt also Bands denen ist die Musik genauso wichtig wie das äussere Erscheinungsbild ihrer Platte. Somit toppen Overmars schon alleine von der Aufmachung ihre Split CD mit Donefor. Irgendwie scheinen mir französische Bands in diesem Genre momentan sehr treffsicher was ihre Musik und die zugehörigen Verpackungen anbelangt, habe ich doch schon lange nichts mehr wirklich schlechtes in den Händen gehalten.
Die 3 langen Songs von Overmars ist sphärisch und heavy as fuck. Der kehlige Geschrei des Sängers zeigt auch Wirkung und man kommt sich direkt in die Tiefen des Hades geworfen, bei all den kranken Melodien, runtergestimmten Gitarren und den absolut schweren Riffs. Besonders das dritte Lied "la nuit des masques et la systématique de ses lendemain" mit dem Klavier ist die absolute Granate. Ich denke mit ihrem neuen Album, welches im kommenden Dezember unter der Aufsicht von Serge Moratell (Knut, Shora etc.) produziert wird, werden die Franzosen definitiv in einer Liga mit europäischen Acts wie Cult Of Luna spielen. Ihre Musik hat jedenfalls eine ähnliche beklemmende Intensität. Overmars sind wie auf allen ihren Split Veröffentlichungen die klaren Gewinner, denn Fugüe aus Japan können in diesem Fall auch nicht mithalten. Ihre Songs klingen zwar dreckiger, rockender, aber an Intensität und Power sind sie mit Overmars nicht zu vergleichen. Die Riffs und teilweise die Stimme kombiniert dazu, erinnern etwas an Crowbar, was aber nichts ausmacht. Die Gitarren haben manchmal einen leichten Touch von Motörhead. Zuerst haben mit Fugüe nicht si zugesagt, aber nach mehrmaligen kompletten Durchläufen, muss ich sagen, dass diese CD auch ein guter Anwärter für eine Platte des Monats wäre. Ich bin sehr gespannt auf das neue Overmars Album, denn dies hier ist eine verdammt gute und interessante Sache.

Rating: 9/10



Rag Men "s/t" CD (Eulogy Recordings)

Hatte ich es doch zuerst abgelehnt diese Platte zu rezensieren, aber irgendwer hat sie mir dennoch geschickt, war aber auch gut so, denn hey, ich mag sie. Ja ich, der meistens mit "Proll" Bands nix anfangen kann. Rag Men sind da aber anders, prollig natürlich, aber in der richtigen Laune eine super Platte. Also Bier her! Dynamisch, fett, roh, brutal und ein All-Star Lineup, was will Mann (nein, richtig geschrieben!) mehr!? Stammen die Mannen doch von Merauder, Skarhead, Hatebreed und Earth Crisis. Lassen wir mal die doch bei mir sehr beliebten Earth Crisis bei Seite, so scheint mir fast, daß Reg Men das Beste aus den anderen Bands in sich vereinigen. Ihre Stilpalette reicht von Hardcore und Metal zu Rock und Punk und was weiß ich nicht noch wohin. Beenden wir doch einfach diese kurze Rezension mit dem folgenden, stimmigen Zitat: "A wrecking machine of maximum destruction, this unit intends to lay to waste the weak, wary, and fradulent." Ach ja, bitte schickt mir nicht wieder E-mails mit der Frage wie ich die Platte nun wirklich finde...

Rating: 8/10



Slumlords "s/t" (I Scream Records/ Perfect Victim Records)

Auch hier wird sich so mancher über die Punktezahl im Rating wundern, aber die Slumlords aus Baltimore gefallen mir ähnlich gut wie Ragmen. Gut, dass Cover hat mich ertsmal kräftig abgestossen, ich weiß nicht, erinnert sich noch jemand an Cornerstones "Beating The Masses" Cover? In diese Richtung geht es jedenfalls... Die Slumlords spielen Hardcore, Oi und Street Punk der alten Schule und ihre Erfahrungen haben sie schon Breakdown, Day Of Mourning, Comin' Correct, Wake Up Cold, Next Step Up, und Stout gesammelt. Manchmal erinnern mich die Songs, auch vom Gesang, an die Oi-lastigeren Songs von Sick Of It All mit Lou Kollers markanter Stimme. Einziges Manko ist, dass einige der Songs mir zu zusammengewürfelt erscheinen, aber das verstärkt andererseits das direkte "in your face" Gefühl der Songs. Nette Sache also...

Rating: 7.5/10



Ten Foot Pole “Subliminable Messages“ CD (Go Kart Records)


Obwohl ich nicht gerade Fan von Melodycore bin finde ich “Subliminable Messages“ gelungen. Die mehrstimmigen Songs sind melodisch, druckvoll, gute politische Texte und nette Gitarrenriffs. Die zwölf Songs machen definitiv Spaß zu hören. Ten Foot Pole klingen mittlerweile recht erfahren und wissen mit ihrem fünften Album definitiv was sie machen. Besonders gut läßt sich das an "Black And Blue" festmachen: eingängige Riffs gepaart mit leidenschaftlichem Gesang oder "Still Believe" ist ein weiteres Beispiel für Songs die sich in die Gehörgänge fressen. Insgesamt ein guter Einstand bei Go Kart Records und die erste Veröffentlichung auf Go Kart Records Europe.

Rating: 7/10



The Bonds "Not A Phase" MCD (Tuned To You Records)

Fast nur gute Platten diesen Monat, so auch diese. The Bonds sind einen vergleichsweise junge kanadische Band auf einem jungen Label. The Bonds spielen treibenden Hardcore mit Gitarrenlines die mich sogar an Youth of Today zu "Can't Close My Eyes" Zeiten denken lassen. Alle 8 Songs werden in einer lockeren Viertelstunde runtergebolzt und eigentlich kann man The Bonds musikalisch nicht viel vorwerfen, klar sie sind nicht die Neuerfindung des Hardcore, aber was sie machen klingt besser als so manche Platte ihrer diversen amerikanischen Kollegen. Die Songs sind catchy, schön gerade nach vorne gespielt mit viel Kraft und Leidenschaft, Sing-Alongs und netten Breakdowns.

Rating: 7.5/ 10



Tidal "Abraxas" CD (Incendiary Records)


Wieder einmal eine schöne CD einer unterbewerteten Band und ich weiß gar nicht wieso die CD nicht besser ankommt. Denn hat man sich mit der doch eher unspektakulären Stimme des Sängers und der eigenwilligen Aufnahme angefreundet, so offenbart sich dem Hörer ein kleiner Schatz. Die Musik ist eine Reise durch Yage-artigen Schreigesang mit allerlei aggressiven Ausbrüchen und ruhigen, in sich gekehrten, melodischen Instrumentalparts. Die "spanischen Folkloreparts oder Latino-Rhythmen im zweiten Song namens "Seifenblasen" sind schlichtweg ein einziger Hit und man bekommt das Gefühl es mit einer Ausnahmeband dieses Genres zu tun zu haben. Frisch und verspielt kommt "Abraxas" daher. Im fünften Track "Cada Mono En Su Gira" sind die Jungs wohl komplett auf Drogen. Was soll's, das gelungene an Bosch angelehnte Coverartwork rundet noch alles ab, das fette (anders kann man's kaum sagen) Booklet erinnert an das Photobüchlein, das Refused's "The Shape Of Punk To Come" beilag. Über "Abraxas" ließe sich noch vieles schreiben, ich belasse es aber jetzt mit einer direkten Kaufempfehlung!

Anspieltip: "Seifenblasen", "Apocalypse Now!"

Rating: 8/10




ALBUM OF THE MONTH:

Unhold "Loess" CD (Subversiv Records)

Tadellose Platte einer seit fast 10 Jahren bestehenden Band aus Bern. Unter der weisen Aufsicht von keinem geringeren als Serge Morattell (Knut, Brazen, Shora, Tantrum etc) entstand ein 10 Track Album voller "finest alpine distortion". Nette Umschreibung dessen was die Herren aus dem Schokoladenland auf "Loess" zelebrieren. Der Band Name klingt super, der Album Titel auch und die Musik ist es sowieso. Die Produktion klingt fein und noisig, hat definitiv etwas von ihren Landsmännern Knut. Eine richtige Beschreibung der Musik gestaltet sich nicht leicht, auf alle Fälle kann man als eine gelungene Mischform aus Noiserock und Metal, mit dem Drive von etwas Hardcore, beschreiben. Eine feine dichte Klangwand aufzubauen, darauf verstehen sich die Schweizer ausgezeichnet. Irgendwo habe ich gelesen, dass viele der Stücke auf "Loess" aus der gesamten Schaffensfase der Band stammen, doch beim durchhören des Albums kommt man nicht unbedingt darauf. Denn die 10 Tracks klingen ausnahmelos wie aus einem Guss. Das liegt sicherlich an der für Moratell typischen Produktion, aber andererseits muss man klar festhalten, dass es an den Unholden selber liegt. Schaffen sie es doch aussagekräftige und atmosphärisch – druckvolle Lieder zu schreiben. Die Aufmachung der CD sieht richtig stylisch aus, in viel Silbergrau und Schwarz. Ich denke, ich habe ein würdiges Album des Monats gefunden.

Rating: 9/10



Wintersleep "s/t" (We Are A Dependent Band)

Wintersleep bestehen aus vier Jungs die sich an der kanadischen Ostküste getroffen haben um Musik zu machen. Alle Mitglieder der Band haben ihr musikalisches Hintergrundwissen in verschiedenen
Heavy, Rock und Hardcore Bands gesammelt. Bei Wintersleep geht es aber musikalisch um ganz was anderes, allenfalls an der Stimmung kann man die musikalische Vergangenheit der Jungs erahnen. Wintersleep beschränken sich auf emotionale, schöne und meist akustische Musik, die sich auf die Stimme des Sängers konzentriert. Könnte deshalb auch als Soloplatte durchgehen. Wird es mal lauter und rockig, so "unterdrücken" die Jungs diese Momente gekonnt und erzeugen dadurch Songfragmente die an Neurosis erinnern, lassen diese doch Ähnliches in ihren Liedern entstehen. Während sich jedoch bei Neurosis diese Momente in lautem, aggressivem Rock entladen, verflüchtigen sich diese bei Wintersleep leise und so lautlos wie sie entstanden sind. Die doch minimalistische Aufmachung des Digipacks. Unterstreicht nur das Bild, welches man beim Hören der CD bekommt. Wintersleep sind sicherlich nicht die Durchschnittsband von Nebenan. Im Netz ist die Band unter wintersleep.com zu finden.

Anspieltip: "Motion"

Rating: 7.5/10



Record Reviews for July and August 2004:


ALBUM OF THE MONTH:

27 "Let The Light In" MCD (Hydra Head Records)

Schwer begeistert bin ich von dieser neuen 27 EP und im Gegensatz zur US Version ist auf dieser noch der Song "Night" enthalten. Die Aufmachung der CD ist sowohl farblich als auch vom Design her wirklich gelungen, allerdings ist statt Booklet nur ein beidseitig bedrucktes Inlay enthalten. Das Artwork hat, nicht weiter verwunderlich, Aaron Turner gestaltet. Er ist außerdem zusammen mit Jeff Caxide von Isis auch auf "Let The Light In" zu hören. Jeder der sieben Lieder strahlt eine eigentümlich Schönheit aus, die schwer zu beschreiben ist. Ohne die Stimme von Maria Christopher die mit ihrem Gesang die Stimmungen und die Emotionalität trägt und über jeden einzelnen Song transportiert, wären 27 kaum möglich. Zu Beginn der EP klingen die Stücke noch relativ einfach poppig und rockig, doch mit dem dritten Song ändert sich das. Denn das geniale "Make Love Not War" wirkt mehr "beat-driven" und die elektronischen Elemente und Loops erzeugen eine eigentümlichere Atmosphäre als die beiden ersten Stücke. Alles wirkt sehr zurückgelehnt und sanft. Dem Presseblatt ist zu entnehmen, dass 27 als eine Mischung aus Portishead und Neil Young bezeichnet werden und außerdem gerne mit PJ Harvey, Fiona Apple, Aimee Mann und Fleetwood Mac verglichen werden. Wer oben genannte Musiker schätzt, wird evtl. Gefallen an 27 finden. Die Stimmung die 27 schaffen erinnert mich auch Portishead, zur "Dummy" Zeit und an das "Oceanic" Album von Isis. Ein weiteres Highlight von "Let The Light In" ist das dynamische "April", in dem im Refrain Turners typischer Isis Geschreigesang zu hören ist. Die Flöten zu Beginn und die elektronischen Klanglandschaften und Samples erzeugen eine dramatisch mystische und düster schöne Stimmung. Diese EP ist grossartig und man darf wirklich auf das nächste Album gespannt sein. -

Rating: 9.5/10



37 Stabwoundz "Embrace Solitude" CD (Garden Of Exile Records)


Dies ist die erste Veröffentlichung von Garden Of Exile und ein zemlich wuchtiger Einstieg in die Welt der brutalen Musik. Nach dem Ausstieg bei Born From Pain hat Gitarrist Servé 37 Stabwoundz gegründet und einen brutalen Bastard aus Machine Head, Pantera, Crowbar und Merauder geschaffen. Die Gitarren sind runtergestimmt bis zum Anschlag, die Drums klingen nach Kriegsartillerie (na ja ok...), der Bass ist "fett" und der Sänger röhrt sich nur so durch die neun Lieder. Also mir gefällt die dicke Produktion am besten, denn die lässt nichts zu wünschen übrig. Auf der Bühne machen sich 37 Stabwoundz sicher gut neben Acts wie Terror, Hatebreed oder eben Born From Pain. Das Artwork ist selbstverständlich düster gestaltet und das Booklet fast so dick wie die Musik. Ein brutales Gewitter.

Rating: 6/10



Ba'al "The Lilith Complex" CD (Circulation Records)

Was mir bei Ba'al auch hier wieder auffällt (beim Demo war es nicht anders): das ansprechende Coverartwork. Wobei mir hier nicht unbedingt das Motiv gefällt, sondern die Machart des Designs und die Farben des Booklets. Erinnert mich streckenweise an die Arbeitsweise von Jacob Bannon (Converge). "The Lilith Complex" ist eine super energiegeladene Platte die extrem druckvoll wirkt und mit jedem Durchgang mehr Durchschlagskraft entwickelt. Die 13 Tracks klingen alle tight und hervorragend kompakt produziert. Neben 8 neuen Stücken sind die fünf Songs des Demos "The Babel Concept" auch auf der CD enthalten. Meiner Meinung nach neben der Veröffentlichung von Reply die beste Veröffentlichung auf dem aus Jena stammenden Circulation Label. Stilistisch würde ich die Jungs im Gegensatz zum Demo mit etwas mehr metallischen Hardcore Einflüssen charakterisieren, ein brutales Gemoshe, das sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich bewegt. Die rauhen und derben Metalcore Brocken weisen immer noch die im Demo besprochenen Sepultura Einflüsse zu "Arise" oder "Chaos A.D. Zeiten auf. Textlich ist man ebenfalls kritisch und politisch geblieben und versäumt es nicht auf einige Misstände hinzuweisen. Ein fast 52 minütiges Biest von CD!

Rating: 8/10



Backstabbers Inc. "Kamikaze Missions" CD (Trash Art!)

Dieses Album wird bei mir mit Sicherheit den Langzeittest bestehen und in die Top 10 Liste der besten Alben 2004 eingehen. Auf "Kamikaze Missions" erwartet einen nichts tanzbares, keine Mosh Parts und mit Sicherheit auch keine melodischen "Hymnen", sondern schwere und zum bersten brutale Songs, die oft auf Geschwindigkeit aufgebaut sind. Stilistisch ziemlich schwer zu beschreiben, denn was Backstabbers Inc. Fabrizieren ist nicht so leicht festzumachen. "Kamikaze Missions" ist eine fast 40 minütige, super aggressive Schlacht aus Hardcore, Punk, Thrash, Noisecore, Metal und alles was es da noch so gibt. Aber nicht im eigentlichen oder traditionellen Sinne. Backstabbers Inc. Sind mächtig eigen, schön und widerlich zugleich. Textlich gefällt mir "Kamikaze Missions" auch, sehr scharfzüngig, und Lieder wie "I Don't Care How Many Times You've Seen Fightclub, You Are Not Tyler Durden und "Burn Small Talk To The Fucking Ground" gehören zu den Highlights. Die Produktion von Kurt Ballou (Converge, God City Studio) setzt dieses fiese Meisterwerk nur noch besser in Szene, allerdings das Ende der CD ist seltsam oder bei ist die CD defekt... -

Rating: 9/10



Burden Brothers "Buried In Your Black Heart" CD (Kirtland Records/ Trauma Records)

Dallas ist die Heimat dieser Rock Band die mit ihrer Single "Beautiful Night" in den amerikanischen Rock Charts ist, und das nicht schlecht. Gespielt werden die Songs rund 800 Mal in 40 verschiedenen Radiostationen und das völlig zurecht! Ich mag so einen dicken Rock, der an frühe Soundgarden, 70'er Stadion Rock und irgendwie auch an Rock' n' Roll erinnert. Grosse Riffs treffen auch begnadete Musiker und variationsreichen Gesang. Moment, vor dem Namedropping geh' ich mir nur schnell ein kühles Bier holen. So zurück, dann können wir ja beginnen: Burden Brothers sind Sänger Vaden Lewis (Toadies), Schlagzeuger Taz Bentley (Reverend Horton Heat), Bass Casey Orr (GWAR, Ministry, Rigor Hortis and Hellions) und an den Gitarren Casey Hess (Doosu) und der Texas Scenester Corey Rozzoni. Obwohl mit nur mässigem Budget eingespielt, ist "Buried In Your Black Heart" ein dickes Ding, welches auch in unseren Breitengraden Anhänger problemlos finden dürfte.

Rating: 8/10



Cipher Sytem/ By Night "Split CD" (Lifeforce Records)

Mein Vermutung hat sich nach dem ersten Blick auf Booklet bestätigt, das Artwork sieht verdächtig nach dem von Blindspot a.d. aus und kein Wunder es stammt ja auch von André Liegl (Vision of Rust), der eben schon für Bands wie Blindspot a.d. gearbeitet hat. Cipher System präsentieren auf dieser Split CD drei melodische Death Metal Songs, die vielen Riffs werden durch ein sehr atmosphärisch klingendes Keyboard unterlegt. Die drei Songs stammen eigentlich vom "Eyecon" Demo, das aber leider nur in Schweden erhältlich war.
By Night kommen ebenfalls aus Schweden und haben ihre Seelen einer treibenden Mischung aus knalligem Trash – und Death Metal verschrieben. Ihre drei Songs klingen harsch und wuchtig, sie werden jedem The Haunted oder Carnal Forge Liebhaber gefallen. Diese Split CD ist ein gelungener Teaser für die neuen Alben beider Bands, die noch im Laufe des Jahres über Lifeforce erscheinen werden.

Rating: 7/10




Compactjustice? "Stand Up In Your Nomansland" MCD (I.C. Recordings)

Na ja wieder einmal eine Platte wo auch nichts neu erfunden wird und vom Klang klingt's auch eher nach Demo. Compactjustice? gibt's auch schon ein Weilchen, seit 1996 um genau zu sein. Musikalisch haben sich Compactjustice? auf dieser 7 Songs MCD rockigem Hardcore verschrieben, mit etwas Punk-Rock Einflüssen. Bereits erschienen von der Band sind zwei Demos ('98,'03) und eine Split CD mit Kafka aus Italien. -

Rating: 6/10



Crisis "Like Sheep Led To Slaughter" CD (Children Of Rage Records/ The End Records)

Knallendes Album irgendwo zwischen Doom -, Death - und Thrash Metal mit einer stimmlich super abwechslungsreichen Sängerin (was ich ehrlich gesagt nur ab und zu rausgehört habe) und ein paar Hardcore Elementen. Crisis um Sängerin Karyn gibt es schon seit 1993 und von ihren 3 Alben wurden mehr als 10.000 Stück verkauft. Ihr 8 Song Debut wurde damals auf dem Hardcore Label Too Damn Hype Records veröffentlicht. Nach Metal Blade Records ist man nun auf The End Records gelandet. Aufgenommen und produziert wurde "Like Sheep Led To Slaughter" von keinem geringeren als Billy Anderson und das ziemlich gut sogar. Ich habe leider schon einige Rezensionen gelesen, in denen "Like Sheep Led To Slaughter" eher negativ bewertet wurde, aber mir gefällt das Album ausgesprochen gut. Abwechslungsreicher Gesang und Geschrei, komplexe Songs voller schierer Gewalt und eine knallende, manchmal knöchern und trocken klingende, Produktion. -

Rating: 8/10



Daisy Ricochet "Need" (Pink Lady Records)

Daisy Ricochet sind noch eine relativ junge Band, die sich 2003 in New York gegründet hat und modernen Rock spielt, wie es auch Foo Fighters, Marcy Playground und Cave In zu "Antenna" Zeiten tun. Sänger Neil Cabana ist im Jahre 2000 nach New York gekommen, dabei hatte er nur $ 80, einen Rucksack und seine Gitarre. Ausschlaggebend bei Daisy Ricochet sind die starken Gitarrenlines und der teilweise chorusartige Gesang. "Undertow" liegt musikalisch irgendwo zwischen Godsmack und Queens Of The Stone Age. "Curb Yourself" klingt teilweise nach Radiohead und die schweren Passagen klingen nach 70's Rock, womit wir wieder bei Cave In wären, die ja auch Einflüsse aus dieser Zeit haben. Nach mehrmaligem Hören spielen sich die Songs fest und "Need" macht Spaß, schön eingängig und mit viel Drive. Das Digipack ist schön gestaltet und die abstrakten Bilder und Zeichnungen gesellen sich gut zum Höreindruck. Mehr Informationen und bestimmt auch Hörproben gibt es auf daisyricochet.com!

Rating: 8.5/10



Dead Man Walking "Screaming Past Turns Into Silent Future" MCD (Striving For Togetherness Records)


Dead Man Walking sind noch eine relativ junge und frische Band, haben sich die Jungs erst im Sommer 2003 gegründet. Erstaunlich frisch und sehr "tight" geht es dann auch auf "Screaming Past Turns Into Silent Future" zur Sache. Deboten wird moderner Old School Hardcore, der jedem Give Up The Ghost, Panic oder Hope Conspiracy Fan gefallen wird. Gut wieder einmal mehr zu sehen, dass Europa den Staaten nicht hinterher hinken muss, denn Dead Man Walking überzeugen auf dieser MCD auf alle Fälle. Mir persönlich ist sogar lieber, dass man es hier mit einer EP zu tun hat, lieber kurz und knackig. Die sieben Songs sind alle relativ zügig und zackig, die Back-ups laden zum Fingerpointen ein und die aggressive Stimme des Sängers variiert auch und wird nicht eintönig. Das Artwork ist gelungen, ich mag Pink auf Schwarz. Mit diesem Release ist auch Striving For Togetherness Records nach einiger Pause wieder locker im Rennen. Im Juli geht der tote und doch so lebendige Mann auf Tour, also hingehen!

Anspieltip: "Broken Mirrors"

Rating: 7.5/10



December Peals "Le Café Royal" CD (Beniihana Records)

Aus einem kleinen Nest in der Nähe von Münster kommen die Herren von December Pearls und haben mit der Hilfe von Michael Schwartzer (dem Produzenten der Donots) eine kleine Perle an melodischem Rock eingespielt, die doch das ein- oder andere hitverdächtige Liedchen in sich birgt. Ihr Debut "First In Flight" war schon nach drei Monaten ausverkauft. December Pearls kommen also an. Die Songs auf "Le Café Royal" bewegen sich meist im Midtempo Bereich und können durch ihre verschiedenen und eigenen Melodien begeistern. Der Sänger beherrscht es seinen Gesang zu variieren, er klingt dann und wann ähnlich wie Josh von Shift. "Premium Gas Lifestyle" erinnert mich irgendwie an Stefan Raab, keine Ahnung warum ha ha... ist aber ein allemal gelungener Track nur mit Gesang, etwas Bass und Gitarre. Insgesamt eine Platte die es mit Sicherheit wert ist gehört zu werden und ich bin mir eigentlich sicher, dass sie gut ankommen wird. -

Rating: 7/10



Devil Ate My Son "The Eyes Of A Dead Man" MCD (Burning Season Records)

Der super hohe Aggressionsfaktor der Songs gefällt mir schon mal gut, die keifende Stimme des Sängers hat auch was. Schön nach vorne die Stücke... also Metal in allerlei Variationen (Melodic Death, Power...) ist hier das Stichwort, schöne Melodien und auch die akkutischen Parts passen. Gegründet hat sich die Offenburger Band Anfang 1999 und nach einer Split LP auf DCP mit From Bleeding Hands und der letztes Jahr auf Paperstreet Industries erschienenen MCD "Where Ghosts Roam", ist man auf dem österreichischen Label Burning Season gelandet. Keine schlechte Wahl, denn hier passt man gut zum Labelprogramm. Das die fünf Songs teilweise noch etwas roh und ungeschliffen klingen, steht der Band ganz gut zu Gesicht, denn dadurch klingt "The Eyes Of A Dead Man" nicht zu vorhersehbar. Interessante Band. -

Rating: 7/10



Duesenjaeger "Las Palmas O.K." CD (Go Kart Records Europe)

Sympathisch und nett wirkt der Punkrock mit deutschen Texten, den die vier Osnabrücker Herren voller Freude spielen. Nach zwei ausverkauften 7" Singles haben sich nun Go Kart Europe die Band geklaut und ein Album veröffentlicht. Das Artwork des Albums hat Jan von Durango95 gemacht. Ich mag Palmen und ich mag Duesenjaeger auch. Feine Sache. -

Rating: 8/10



Fastball "Keep Your Wig On" CD (Rykodisc)

Mit dem Album "All The Money Can Buy" gelang Fastball 1998 der Durchbruch und das Album bekam Platinstatus. Einigermassen hoch sind die Erwartungen bei "Keep Your Wig On", denen die Band aus Austin, Texas aber voll standhält und ein Album vorliegt, das schon einen fast Beatles artigen Charme vorweist. Die Songs auf "Keep Your Wig On" klingen erstaunlich frisch und zurückgelehnt, als wäre Erfolgsdruck gar nicht vorhanden gewesen. Nach der ruhigen Zeit der letzten Jahre meint Bandgründer Miles dazu: "It's a fresh start and it feels real organic". Fastball können es auch nicht mehr erwarten endlich wieder live zu spielen. Fountains of Wayne weisen ein ähnliches Feingefühl auf, wenn es um einprägsame feine Pop Songs geht. Im Gegensatz zu den früheren Platten, gibt es neben den zwölf regulären Tracks nur einen Klaviersong als Intro zu hören, ist aber nicht weiter tragisch, obwohl das Klavier auf den früheren Platten immer wieder für schöne Momente gesorgt hat. Wer auf feine poppige Songs mit kräftigem Brit-Pop Einschlag und Beatles Stimmung steht – zugreifen!

Rating: 8/10



Instil "Fire Reflects In Ashes" (Garden Of Exile)

Nach mehreren Durchläufen gefällt mir diese zweite Veröffentlichung von Garden Of Exile doch ganz gut, denn die zwölf Stücke wachsen mit der Zeit und die Melodien prägen sich ein. Einziges Manko für mich der fast schon gegrunzte Gesang, das mag ich bekannterweise einfach nicht. Die Songs sind eine brutale Mischung aus schönem schwedischen Trash gepaart mit brutalem, schweren und verdammt moshenden Metalcore. Wenn man die anderen Platten von Instil kennt, bekommt man den Eindruck, dass dies endlich die Platte ist die die Jungs aus Groningen, Niederlande schon immer machen wollten. Die deutlichen "Göteborg Einflüsse" a la At The Gates oder The Haunted halten "Fire Reflects In Ashes" interessant und "frisch", denn ohne diese deutlichen Trash Einschlag wäre alles Metalcore typisch fade und langweilig wie Hölle. Das Booklet ist gelungen, ohne die Live Bildchen wäre das Design noch stylischer etc. aber die Farben sind so oder so schön. 12 Lieder in fast 55 Minuten. -

Rating: 7/10



Kafka "Una Volontá Che Non Si Deve Mai Fermare" CD (Hurry Up! Records)

Seit fast 10 Jahren gibt es diese italienische Hardcore Band bereits und sie gehört sicherlich zu den bekanntesten des Landes. Hat man sich erst mal daran gewöhnt (was für mich nicht so ganz einfach war), dass der Sänger auf Italienisch singt, dann macht "Una Volontá Che Non Si Deve Mai Fermare" oder "A Will That Must Never Stop" richtig Spass, denn Kafka sind definitiv mit Herz und Leidenschaft dabei. Ich würde es New School Hardcore nennen was die 5 Herren da zelebrieren, mit jeder Menge chaotischen Elementen und melodischen Riffs und Mosh Parts. Der Sänger erinnert mich streckenweise an Refused oder vom Aggressionspotential an Indecision. Viel hat man sich mit dem Booklet und den Texten gegeben, denn zu jedem der neun Lieder gibt es eine englische Übersetzung. Kommunikation ist der Band also wichtig und ein Anliegen. Das Booklet ist dementsprechend dick (20 Seiten!) und schön gestaltet. Als Bonus sind auf der CD noch zwei Multimedia Tracks enthalten. Eine runde Sache also. -

Rating: 7/10



Lockjaw "Arrive&Escape" CD (Consolidate Records)


1995 ist das Gründungsjahr von Lockjaw aus Solingen die mit "Arrive&Escape" eine gelungene, rockende punkige Rockplatte vorstellen. Die Gitarrenarbeit und der Rhythmus der Songs erinnert streckenweise an Bands wie At The Drive In und stimmlich fühlt man sich an Punkrock Bands wie A erinnert. Was mir bei A ziemlich auf die Nerven ging, gefällt mir hier gut – denn statt so einem dämlichen "Funfaktor" in der Stimme - klingt Lockjaws Sänger Tobias Clauberg, emotionaler und ruhiger. Aufgenommen wurde "Arrive&Escape" in Eigenregie unter der Mitwirkung von Produzent Guido Lucas (Blackmail, Donots), was wirklich gelungen ist. Zum zweiten Track des Albums "Fire In The Underground", der durch seinen Rhythmus an Refused erinnert, wird es ein Video geben, das hoffentlich überall bald zu sehen ist. Denn dieses feine, gut 45 Minuten dauernde, Post Hardcore Scheibchen ist mit Sicherheit für so manchen was. Vinyl gibt es übrigens über Music Is My Heroin. Die Website der Band ist unter lockjaw.de zu finden.

Rating: 8/10



Never Promise "Cause And Effect" MCD + "Demo April 2004" MCD (self released)

Siet etwas über einem Jahr bestehen Never Promise und können bereits auf ein ordentliches Schaffen zurückblicken, welches zwei Demos und eine MCD beinhaltet. Musikalisch konzentriert sich die Band auf ordentlichen Hardcore, druckvoll und melodisch. Die vier Songs auf der Demo CD klingen ausgereifter als die "Cause And Effect" EP. Obwohl man die Bands nicht direkt miteinander vergleichen kann, erinnern mich Never Promise doch ein wenig an Boy Sets Fire, besonders vom Gesang her. Der Schwachpunkt von "Cause And Effect" ist eigentlich nur das Artwork, denn etwas mehr Liebe zum Detail hätte es schon sein dürfen. Na ja, das wird dann eben beim ersten Album nachgeholt. Die poppige Note in den Songs klingt manchmal vielleicht etwas zu durchschaubar, andererseits sorgt das für den nötigen Wiedererkennungswert. Die "Cause And Effect" MCD, sowie Songs der Demos können unter never-promise.de bestellt bzw. angehört werden.

Rating: 7.5/10



Stout "Time Has Come To A Standstill" CD (I.C. Recordings)

Gefällt mir dann doch besser als erwartet dieser Batzen an schwerer Metalcore Kost, der sich laut Band irgendwo im Viereck zwischen Hardcore von Bands wie Unbroken, Damnation a.d. und Metal wie At The Gates und Darkest Hour bewegt. Sieht man davon ab, dass der Hardcore Einfluss nicht so wirklich hörbar ist, kommt's hin. Gegründet haben sich Stout schon 1995, legten aber erst seit 2001 nach einer zwei jährigen Pause richtig los. "Time Has Come To A Standstill" bewegt sich meist im Mid-Tempo Bereich und zur Hälfte des Albums gibt's dann auch ruhigere, besinnlichere Passagen die einen ganz guten Gegensatz zum Metalcorebrei bilden. Eine solide und wuchtige Platte, die aber kaum aus dem Durchschnitt des Metalcore hervorsticht.

Rating: 6/10



Taking Back Sunday "Where You Want To Be" CD (Victory Records)

Ihr Album "Tell All Your Friends" hat sich allein in den USA 400.000 Mal verkauft, ihre Videos laufen auf allen möglichen TV Sendern, es gab Auftritte bei Carsen Dalys Last Call, bei Kimmel Live auf ABC und die Band ist auf dem aktuellen Spiderman 2 Soundtrack vertreten. Die Jungs kommen also gut an. In den Staaten sind Taking Back Sunday momentan mit Blink 182 und Cypress Hill auf Tour, danach kommen die Herren auch für 3 Shows nach Deutschland. Mir gefällt "Where You Want To Be" auch, schöne melodische und treibende Songs voller Power und emotionaler Abwechslung. Die Produktion ist schön glatt – was den 11 Songs gut zu Gesichte steht und die Lieder eingängiger macht. Gute Platte für den Sommer und Autobahnfahren!

Rating: 8/10



The Goodtimes "Long Kept Secrets" CD (Beniihana Records)

The Goodtimes kommen aus Norwegen und bestehen aus Leuten von Lash Out und JR Ewing. Beide in ihren Kreisen recht bekannt. Was irgendwie erstaunlich ist, die Vocals wurden bereits 2001 aufgenommen, während der Rest erst im Jahre 2002 eingespielt wurde. Musikalisch werden zehn kraftvolle und emotionale Skandinavien Punkrock Songs mit kräftigem Emo Einfluss geboten. Die Songs liegen irgendwo zwischen rockigen und rauhen Hot Water Music und den sanfteren Texas Is The Reason. "Together" hingegen zeigt die Hardcore Einflüsse der Band und ist ein kleiner Knaller für sich. Das Coverartwork ist nicht gerade spektakulär, geht aber in Ordnung. Zum Schluss bleibt jetzt nur noch zu erörtern ob Blumen – bzw. Instrumenten giessende Frauen sexy sind, aber das muss wohl jeder für sich entscheiden he he...

Anspieltips: "My Way Home", "Togehter"

Rating: 7/10



The Lost "Hidden Beneath The Shadows Of Fear" MCD (Lifeforce Records)

Etwas uninspirierten und langweiligen "Love Rock" mit Hardcore Einflüssen spielen diese Herren die aus Bands wie Farside, Throwdown, Open Hand und Adamantium stammen. Es geht nicht nur melancholisch in der Musik zu, auch in den Texten dieser 5 Song CD (mit einer Spielzeit von knapp 20 Minuten), dreht sich alles um die Liebe. Die songwriterischen Ideen der Band sind vom Ansatz her gelungen, allerdings könnte der Sänger mehr aus sich herausholen und für mehr Abwechslung sorgen. Die Songs haben alle einen leichten Gothic Touch, ähnlich wie bei HIM. Positiv herauszuheben sind die Hintergrundgesänge, sowie das homogene Erscheinungsbild, welches die 5 Stücke nach öfterem anhören hinterlassen. Das Artwork passt zur Musik und sieht aus wie aus einem Film entlehnt, fast schon Gotham City Style. -

Rating: 6.5/10

Record Reviews September to December 2004:

And The Winner Is "The Punch And Judy Show" CD (Rockhit Records)

Die fünf Hannoveraner von And The Winner Is scheinen gerne zu skaten, das vermittelt mir zumindest das Artwork des Digipacks. Zum skaten sind die 12 treibenden und straight nach vorne gehenden emotionalen Punkrock Kracher bestimmt auch gut geeignet. Die Portion Pop dazu macht "The Punch And Judy Show" zu einer mehr oder weniger packenden und eingängigen Sache. Ich erwähne es ja immer wieder gerne: so was höre ich zum Auto fahren bei schönem Wetter! Streckenweise wird's etwas melancholischer, in den Texten geht's ja auch um allerhand Liebes – und Freundschaftsgeplänkel. Das ganz normale Leben eben. Die Produktion klingt kompakt, etwas zu sauber vielleicht, aber das ist der Pop und Pop im Sinne des skatens (Skater ihr wisst was ich meine!) haben And The Winner Is!

Anspieltip: "Between You And Me And The Fencepost..."

Rating: 7/10


Across Five Aprils "Living In The Moment" MCD (Indianola Records)

Indianola Records haben gerade ein Händchen für Bands die die Mischung aus emotionalem Schreigesang und härteren Facetten wohl ganz erfolgreich beherrschen. Zumindest wurden die Songs von Across Five Aprils, ähnlich wie bei ihren Labelkollegen von Oddproject, oft heruntergeladen, im Falle von Across Five Aprils über 150.000 Mal. "Living In The Moment" featured 5 neue Lieder der Band und "Answers In The Eyes" vermittelt von Across Five Aprils so ziemlich alles was man wissen muss: Melodische Melodien und Gesang gepaart mit härteren Schreiattacken und schwererem Riffing. Die Touren mit u.a. Glasseater und Calico System haben sicher auch musikalisch ihre Spuren hinterlassen und wer genannte Bands mag, kann ja auch hier mal reinhören. Viel Spass. -

Rating: 7/10


Colorbox "State Of Mind" MCD (self released)

Colorbox sind eine weitgehend unbekannte Band aus Zürich die sich dem emotionalen Rock mit eingängigen Melodien in die Gehörgänge vorarbeiten. Gelingt ihnen gut, nach ein – zweimal hören kann man bei Bedarf die 4 (+ eine Extended Version) Tracks auf "State Of Mind" einfach mitsingen. Der melancholische Gesang von Steff Kerkhof erinnert mich streckenweise sogar an Rival Schools Kopf Walter Schreifels. Und das meine ich als Kompliment! Musikalisches Können haben alle vier Mitglieder von Colorbox bereits in diversen anderen Bands erlernt, und so klingt es auch. Zwar klingen die Lieder auf "State Of Mind" strukturell eher einfach, aber das muss man der Band glücklicherweise nicht negativ auslegen. Die Aufnahme klingt sauber und klar, und die Aufmachung der MCD ist ebenso gelungen. "State Of Mind" ist direkt über die Band Website erhältlich: colorbox.ch

Rating: 7.5/10



Cult Of Luna "Salvation" CD (Earache Records)

Gut die Promo-CD ist zwar nur ein "Rough Mix" des neuen Album, aber allzu gross werden die Unterschiede nicht sein. Wichtig ist auch nur, dass "Salvation" mit Abstand das ausgefeilste Werk der sieben (!) Schweden ist. Die 8 düsteren Tracks sind bei einer Spielzeit von fast 74 Minuten entsprechend lang und zäh. Was mir wesentlich besser als auf "The Beyond" gefällt: der Sänger hält sich zurück und das auf "The Beyond" irgendwann nervende Geschrei passt auf "Salvation" besser. Die vielen Instrumentalpassagen gefallen mir. Die Melodien sind schön und teilweise theatralisch, aber das darf es auch ruhig so sein. Das Wechselspiel zwischen laut und leise, verzweifelt und befreiend, beherrschen die Herren aus dem im kalten Norden liegenden Umea weitgehend grandios. "Salvation" ist Musik für den Herbst und Winter, "Salvation" ist Musik für die Traurigen, und für all jene die auf episch majestätische Klanglandschaften stehen. Und für alle Vinylfreunde ist "Salvation" als schicke
Do-Lp erhältlich. Eines der besseren Alben dieses Jahr. -

Rating: 8.5/10


Faultline "Your Love Means Everything" CD (Emi Records Ltd.)

Als Electronic DJ hat sich David Kosten einen Namen und "Colder Colder" war das Debut seines Projektes Faultline. "Your Love Means Everything" ist eine Widerveröffentlichung, die eigentlich nur in England erhältlich ist, aber ihren Weg dennoch zu mir gefunden hat. Im Gegensatz zum Original wurde di Titelwahl verändert. Für mich klingt "Your Love Means Everything" jedenfalls so sehr homogen. "Your Love Means Everything" ist eine dunkle, teilweise ziemlich bedrückende Platte, die sich aber durch eine eigentümliche Schönheit auszeichnet. Als Sänger haben auf "Your Love Means Everything" u.a. folgende Grössen mitgewirkt und damit gesorgt, dass dieses Album ein wahres Kleinod ist: Michael Stipe (R.E.M), Chris Martin (Coldplay), The Flaming Lips, Ras B... Viele elektronische Instrumetals, Spielereien und Zwischenspiele sorgen für die ruhige, dunkle und tiefe Stimmung die "Your Love Means Everything" ausmacht. Schade nur, dass ich irgendwie ahne, dass die Widerveröffentlichung nicht unbedingt mehr Erfolg haben wird. Vielleicht ist "Your Love Means Everything" aber auch einfach zu speziell. Kaufen das gute Trip Hop Stück, kaufen!


Rating: 9/10


Dead To Fall "Villainy & Virtue" CD (Victory Records)

Normalerweise tue ich mich mit Metalcore ja inzwischen bekannterweise eher schwer, doch diese Satansbraten gefallen mir so zum nebenher hören doch ziemlich gut. Liegt mit Sicherheit aber auch an der perfekt – wuchtigen Produktion von Eric Rachel (Atreyu, The Dillinger Escape Plan, God Forbid). Aufgenommen wurde "Villainy & Virtue" in den renommierten Trax East Studios. Musikalisch geboten wird eine bunte Mischung (ja in etwa so bunt wie das Cover) aus Hardcore, Death – und den typischen Götheborg Riffs (At The Gates!), die auch Darkest Hour so gerne zelebrieren. Das Coverartwok ist gelungen und die Schlange/ Adler Symbolik kommt mit Musik wie dieser deutlich zum tragen. 12 stampfende Songs und wer gerne hin – und wieder mal einen Faustschlag in die Magengegend will, sei mit diesem 10 Track Album gut beraten. -

Rating: 7.5/10


Evergreen Terrace "At Our Worst" CD (Handofhope Records)

Warum auch immer, ich mag Evergreen Terrace und auch trotz dieses Releases bleiben mir die Jungs aus Jacksonville, Florida, sympathisch. Vielleicht auch weil sie in den Linernotes der CD unverholen zugeben, dass ein Grund diese Platte zu machen einfach am Geld lag, da sie ja auch neues Equipment brauchen und konnten und so. Auf dieser CD mit dem bezeichnenden Titel "At Our Worst" ist einiges Live Zeugs, so wie Demo Tracks (O-Ton der Band "They suck"), ein unveröffentlichter Song und ein Smashing Pumpkins Cover ("Zero"), das ebenfalls live aufgenommen wurde. Ach ja, dies ist die erste Veröffentlichung von Handofhope Records. Trotzdem, ich mag Evergreen Terrace immer noch.

Rating: 7/10


Japanische Kampfhörspiele "Hardcore Aus Der Ersten Welt" CD (Bastardized Recordings)

Es gibt sie also doch noch, gute und sehr interessante Platten aus Deutschland und "Hardcore Aus Der Ersten Welt" von Japanische Kampfhörspiele gehört dazu! Sie präsentieren dem Hörer auf technisch hohem Niveau und sehr versiert bei der Sache eine skurrile Mischung aus Death Metal, Grind, Crust und Punk. Und diese Mischung ist derb zynisch, sarkastisch und sozialkritisch. Hier sieht jemand ganz genau hin, auf unsere schöne Erste Plastikwelt. Titel wie "Im Schlafanzug Zu Plus" oder "Verpackt In Plastik" lassen erahnen um was es geht. Ja ja unsere perverse und irgendwie so kranke Konsumwelt. Super Platte mit tollen Ideen, Texten, Artwork sowieso, und beeindruckendem Zusammenspiel der Instrumente. Einzig, die grunzende Stimme mag ich nicht. -

Rating: 8.5/10


Kruger "Cattle Truck" CD (Ronald Reagan Records)

Kruger stammen aus dem schweizerischen Lausanne. Mit "Cattle Truck" legen sie ihr zweites Album vor, welches klare Entombed und allerlei Sludge Einflüsse aufweist. Die acht Lieder sind rauh und haben einen tonnenschweren Groove, der mich irgendwie an Mastodon erinnert, aber mit mehr Melodie. Dafür sorgen die teilweise clean gesungenen Parts, die ich als grossen Pluspunkt von Kruger sehe. Wie bei schweizerischen Bands meist üblich, hat auch "Cattle Truck" eine ordentliche, wuchtige Produktion. Gemixed wurde "Cattle Truck" von Fredrik Nordstrom (Dimmu Borgir, In Flames, At The Gates etc.) und mastered von Peter In De Betou (Entombed, Nine, Dismember, In Flames etc.). Qualitätsarbeit sozusagen. Von Depeche Mode wird ausserdem "I Can Feel You" gecovert. Herrausragend das instrumentale "The Drive Run" am Schluss des Albums. Für Fans von Mastodon, Isis, Eyehategod und Entombed.

Rating: 7.5/10


Last Of The Famous "The Music Or The Misery" CD (Fourfivesix Entertainment)

Ok an diesem Album werden sich die Geister scheiden, und ganz sicher ist sich auch meiner nicht. Erstmal absolut schreckliches Coverartwork, das nur darauf abzielt möglichst viele CDs im Blink182 Metier zu verkaufen (hallo Teenies?). Porcell, ich hätte dir mehr Geschmack zugetraut, oder hätte ich ihm auf seine alten Tage doch genau DAS zugetraut. Sich nochmal dick verkaufen um mit der eigenen Mucke (nach dem eher blamablen Ende von Shelter) den grossen Reibach zu machen. Gönnen würde ich es ihm allemal! Also Last of The Famous ist also Porcells (Youth Of Today, Judge, Gorilla Biscuits, Shelter etc.) neues altes Pop-Punk Ding, denn schon vor etwa 3 Jahren hat Porcell ein grosses Label gesucht, dass diese Songs möglichst gross rausbringt. Rausgebracht hat "The Music Or The Misery" schließlich Fourfivesix Entertainment, das Label des MTV Moderators Carson Daly. Nützen wird das wenig, denn Last Of The Famous werden meiner Einschätzung nach nicht das nächste dicke Ding werden. Sorry Porcell. Das Line-Up auf "The Music Or The Misery" ist, bis auf Ray Cappo, exakt die Band Shelter vom Jahre 2000 und ihrer damaligen Europa Tour. Nur die Rollen haben sich teilweise gewechselt. Der damalige schwedische Basser singt, während "Supergrass" von der zweiten Gitarre zum Bass gewechselt ist. Ansonsten alles beim alten: Porcell an der Klampfe und Alex Garcia-Rivera (Better Than A Thousand etc.) an den Drums. Die Musik gefällt mir eigentlich ganz gute, belangloser netter Pop-Punk in 13 Songs. Allerdings ist der Gesang auf den ersten Liedern grauenhaft, das ändert sich aber mit laufender Spielzeit zum Guten. Textlicg geht's um irgendwelchen billigen Liebesrotz, anders kann man es leider nicht sagen. Macht Spass im Auto zu hören. Also bleibt abzuwarten was aus Last Of The Famous wird. -

Rating: 7/10


Mare "s/t" MCD (Hydra Head Records)

Mare sind für mich die neue Hoffnung der schweren Musik aus dem Hause Hydra Head. Ich bekomme bei den Songs von Mare ein entfernt ähnliches Gefühl wie bei Bloodlets Meisterwerk "The Seraphim Fall". Obwohl man beide Bands nicht so miteinander vergleichen kann. Um das Manko gleich vorweg zunehmen, das einzige was ich nicht so richtig mag ist die Produktion, die ist mir etwas zu steril und blechern. Da könnte noch mehr Wucht, Dichte und Druck dahinter. Aber kommen die Songs nicht vom ersten Demo!? Sänger Tyler hat jedenfalls schon der Relapse Band The End sein Stimmchen geliehen, allerdings geht die Musik von Mare deutlich in eine andere Richtung der schweren Musik. Das Artwork der MCD hat, wie üblich bei Hydra Head Bands, Aaron Turner gemacht. Sieht schick aus, ist aber nichts wirklich besonderes, aber schön auf glossy paper. Die Songs sind gleichzeitig zerstörend, mit tonnenschweren Attacken voller Aggression, schierer Gewalt, tollen Songstrukturen und Melodiebögen. Was macht Mare besonders, was hebt sie von anderen Heavy Bands ab? Nun, es sind die Chöre die immer wieder vorkommen... fast schon lieblich süss, und orchestral – schön melodiös und extraordinär. Auf das 2005 auf Hydra Head erscheinende Album bin ich sehr gespannt, denn da erwarte ich eine ausgefeiltere Produktion und mehr als exakt 24 Minuten und 26 Sekunden. -

Rating: 8.5/10


Oddproject "The Second Hand Stopped" CD (Indianola Records)

Oddproject kommen aus Huntington Beach, CA und sind regional ziemlich erfolgreich. Ihre vorherigen 3 EPs haben sich über 10.000 Mal verkauft, außerdem wurden ihre Lieder bei diversen Downloadplattformen über 200.000 Mal heruntergeladen. "The Second Hand Stopped" ist eine interessante und innovative Mischung aus Metal, Hardcore und Emo. Vorallem die emotionale Seite von Oddproject gefällt mir: netter Gesang mit dann und wann reizenden Melodiebögen und metallischen Licks. Einzig, dass Indianola Records kein Artwork etc. mit ihren Promoexemplaren rausschicken nervt mich, warum so wenig Mühe!? Muss man sich ja dan über Punkteabzug nicht wundern – denn eine Veröffentlichung kann so leider nicht als Ganzes betrachtet werden. -

Rating: 7/10


One Fine Day "Faster Than The World" CD (Rockhit Records)

Das das Artwork und Design aus der Hand eines Mädels stammt sehe ich auf Anhieb und ein Blick in die Linernotes hat mich auch bestätigt. Nicht ganz mein Geschmack irgendwie, aber zur Musik passts und das ist schließlich auch nicht schlecht. Die 13 Songe auf "Faster Than The World" sind eine wilde Mischung aus Emo, Punkrock und einigen Hardcore Elementen. Nachdenkliche, stillere Parts wechseln mit rockenden, groovenden und immer melodischen Melodien. Das Manko für mich liegt in der Produktion: Mir ist die Stimme zu sehr in den Vordergrund gemischt, das Verhältnis zu den anderen Instrumenten könnte, wie eben die gesamte Produktion, feiner sein. Allerdings ist es sicher die Absicht der fünf deutschen Nordlichter, dass "Faster Than The World" laut klingt und sich nicht gerade verstecken muss. Mit Bands wie den Donots können One Fine Day locker mithalten und ihre Ohrwürmer mit Hitcharakter wie "Sticks&Stones" oder "Punkrock Sucks" laden live die Massen bestimmt zum mitsingen ein. Da geht was!

Rating: 6/10


The Heartbreak Motel "Nine Lives Of A Tiger Cat" CD (Incendiary Records)

The Heartbreak Motel hauen dem geneigten Hörer in etwas über 30 Minuten 9 rockende, dreckige Punk Rock Kracher um die Ohren. "Nine Lives Of A Tiger Cat" erinnert mich an irgendeine Schweden Band... ich komme nicht drauf. Na ja egal, in "Song For Alan And The Rest Of The Gang" wird's kurz besinnlicher, emotionalere Facetten der Band werden geschickt in Szene gesetzt. Danach aber geht's wieder ab, und das Gaspedal wird weitgehend durchgetreten. Das Coverartwork und die Gestaltung des Booklets steht der Musik in fast nichts nach... und Blut fliesst auch. Die Singleauskopplung "The Motivator" ist ab – und an auch im TV mit Videoclip zu bewundern. Also, let's rock, let's roll!


Rating: 7/10


The Music "Welcome To The North" CD (Capitol Records)

Gleich die ersten beiden Stücke auf "Welcome To The North", namentlich das Titelstück sowie "Freedom Fighters" sind richtige Hits beziehungsweise Ohrwürmer. Robert Harveys Stimme klingt so wunderbar harmonisch, man hört deutlich U2, ein wenig Janes Addiction und Led Zeppelin immer wieder auf "Welcome To The North" heraus. Allerdings lässt das Album gleich nach den beiden ersten Stücken nach, was nicht heißt das die anderen Songs umbedingt weniger eingängig wirken, "Breakin" ist da so ein Beispiel. Die 11 Lieder sind ausnahmelos ziemlich glatt produziert und der Stil des gesamten Albums ist auch eher gerade nach vorne, als sich im Kreise drehend verspielt. Laut klingt "Welcome To The North", im Stadion präsentiert, bestimmt genau das richtige für die Massen. Aber auch die ruhigeren Passagen schaffen sanfte Stimmungen die vorwiegend von Harveys herausragender Stimme getragen werden. Als ich mir das schöne und gelungen designte Booklet dann noch so durchsehe, fällt mir auf der Rückseite die "FBI Anti Piracy Warning" auf. Phantastisch auf was für Ideen die Amis immer kommen (haha)...

Rating: 8/10



V/A Introducing The New Heaviness" CD (Aphex/ Paard Productions)

Dies ist der nette Versuch eine Compilation guter Bands do it yourself mässig unter's Volk zu bringen und zu zeigen, dass es eine vitale Underground Szene gibt. Verantwortlich dafür ist u.a. Dave von Transmission0. Die Aufmachung gefällt mir, die Auswahl der Bands ist ok, alles Bands aus den Niederlanden. Alle Bands haben diese CD gemeinsam finanziert und der Preis von 5 € für ebendiese ist dann doch erschwinglich für jedermann. Folgende Bands sind (bis auf ...And Martin On Drums) mit je 2 Songs auf dieser unterstützenswerten CD enthalten: Troublelovesus, Kill.Caress, Dead Rivers, Transmission0, Stockholm Syndrome, Craven Screaming, Heartfelt, und Franky And The Wonderboys. Der jeweils zweite Song jeder Band ist bis dato unveröffentlicht. -

Rating: 7/10



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